REZ Infinite – Tron auf Acid

Vibrierende elektronische Beats und eine psychedelische Optik: Rez Infinite feiert auf der Playstation 4 ein Comeback in VR. Lohnt sich der Trip in den Cyberspace eines 15 Jahre alten Spiels? Wir haben den aktuellsten Port des Klassikers Rez getestet und sind in die virtuelle Realität abgetaucht.

Ursprünglich erschien der musikalische Rail-Shooter Rez 2001 für Dreamcast und Playstation 2 und feierte bereits vor acht Jahren auf der Xbox 360, als HD Version, ein Comeback. Seither bewegt man sich auf einem vorgegebenen Pfad durch Level, die allesamt im Retrolook an den Cyberspace aus den 80ern erinnern. Nur extremer: Mit unzähligen geometrischen Formen, die zu wummernden Beats tanzen und Partikelgewitter in allen erdenklichen Farben.

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Turn On: Der Sog des Cyberspace

Das Spiel beginnt gemächlich, der Bildschirm (oder das Visier) sind kaum mit irgendwelchen Strukturen gefüllt, leichte elektronische Musik begleitet uns. Unser Charakter sieht aus, wie die Tron-Version eines Strichmännchens, und mit unserem Blick (oder Stick) können wir Gegner markieren. Mit einem Knopfdruck schießen wir bis zu acht Raketen ab und wehren uns so gegen die Heerscharen geometrischer Feinde. Jeder Treffer endet in einem audiovisuellen Signal, das sich nahtlos in die elektronische Hintergrundmusik einfügt. Kombos bringen zusätzliche Power Ups, die unsere Figur nach und nach auf eine höhere Entwicklungsstufe heben – Sounds und Farben passen sich dem sogar an. Je mehr wir auf unserem Pfad durch das Areal in tiefere Level abtauchen, desto fülliger werden Musik und das geometrische Feuer vor unseren Augen – eine wahrlich psychedelische Erfahrung.

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Rez Infinite saugt den Spieler in einen surrealen Computerkosmos

Tune In: Farben hören

In dem schier unendlich wirkenden Wirrwarr aus Formen und Gegnern kribbelt es beim Flug durch den Level sogar manchmal im Bauch – wie bei einer Achterbahnfahrt. Der Spieler erlebt so den Klassiker von einst ganz neu und anders, er verschmilzt regelrecht mit der virtuellen Realität.

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Der Trance-Vibrator: „Musik fühlbar machen“. Wie, sei dahin gestellt.

Tetsuya Mizuguchi versuchte schon vor 15 Jahren auf der Dreamcast eine Art Synästhesie zu erzeugen, also ein multi-sensorales Erleben seines Spiels. Mit dem Trance-Vibrator sollte damals die Musik fühlbar gemacht werden, weil die damaligen Motoren des Dualshock 2 Kontroller zu schwach waren. „Als Rez zum ersten Mal veröffentlicht wurde, war es nicht wie irgendein Spiel davor und deshalb schwer zu erklären. Du musstest es spielen, es hören, es fühlen um es zu verstehen“, sagte Mizuguchi. Die neuen VR-Systeme erlauben es dem Spieleentwickler seiner Vision der Synästhesie sehr nahezukommen: „[…] mein wirkliches Ziel war es Rez zum Leben zu erwecken, in VR. Und die Zeit ist jetzt gekommen – Rez Infinite ist das Synästesie Erlebnis, das ich von Anfang an entwickeln wollte.“

Drop Out: Viel zu schnell am Runterkommen

Jedes der fünf Areale setzt dem vorherigen noch eins auf, wird knalliger und ist sinnlich intensiver erlebbar. Es ist deswegen viel zu schade, dass der Ausflug in den Cyberspace so schnell ein Ende hat. Nach nur knapp zwei Stunden ist man durch alle Bereiche des Hauptspiels, kann aber diese optional in unterschiedlichen Modi bestreiten. Unverständlich, warum hier keine Leaderboards eingeführt wurden, zumal die Punktejagd im Vergleich zum Überlebensmodus schließlich auf Highscores abzielt. Stattdessen wurde als einzige Erneuerung der Areal X Modus eingeführt: ein neues Level, das durch eine angepasste Steuerung einen Freiflug durch die virtuelle Realität ermöglicht.

Rez Infinite ist eine psychedelische Erfahrung, die vor allem in VR überwältigend ist. Untermalt mit fülligen, wummernden Beats befördern beeindruckende Partikelgewitter in grellen und bunten Neonfarben den Spieler direkt in den Cyberspace. Das Spiel wird in einer ungeahnten Dimension erlebbar und erreicht durchaus ein multi-sensorales Erlebnis, das seiner Gleichen sucht. Somit ist die neueste Portierung des Klassikers von einst auch bisher die Beste. Schade ist, dass das Spiel nur eine kurze Spieldauer bietet, auf eine Leaderboards-Anbindung vollends verzichtet und doch recht teuer ist. Rez Infinite ist jedoch eine Reise durchaus wert, die man unbedingt erlebt haben sollte – vor allem in VR.

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Immer tiefer taucht man in den Cyberspace ab.

 

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Getestet auf: PSVR

Entwickler: Enhance Games und Monstars

Publisher: Enhance Games

Release: bereits erschienen

Plattformen: PlayStation 4, PSVR

Preis: 29,99€

PSVR nicht benötigt, aber dringend empfohlen

Hier geht es zur Shopseite.

Für das Review wurde uns ein Rezensionsmuster von Sony zur Verfügung gestellt.

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