Review: The Dark Pictures Anthology: Man of Medan (PS4)

„Was ist dein Lieblingshorrorfilm?“. Eine Frage die man nicht am Telefon gestellt bekommen möchte und auch eine, die nicht einfach zu beantworten ist, wenn man Gruselfilme mag. Ich bin eine großer Freund des Genres und finde die Entwicklung spannend (Ha Ha) die dort stattgefunden hat. Gestern lief zum Beispiel der alte „ES“ im Fernsehen, wobei wir auch wieder bei der Eingangsfrage angekommen sind. Denn Pennywise ist definitiv einer meiner Lieblingmonstercharaktere. Die Geschichte um den Clown aus Derry ist einfach unglaublich gut und  ich habe die Erstverfilmung sehr geliebt. Doch sie wird nächstes Jahr dreißig Jahre alt und man sieht es ihr halt auch an. Speziell wenn man sie mit der extrem guten Neuverfilmung vergleicht.

Aber Horrorfilme und -geschichten haben es zu jeder Zeit geschafft Menschen in Angst und Schrecken zu versetzen, wenn sie gut waren. Videospiele haben, durch ihre Interaktivität, dem Genre nochmal ganz neue Möglichkeiten gegeben. Man ist nicht mehr nur der Zuschauer sondern selber mitten im Geschehen, was den Adrenalinspiegel natürlich noch höher treiben lässt. Nach ihrem bisher größten Erfolg „Until Dawn“ haben die Leute von Supermassive Games nun mit „Man of Medan“ einen Nachfolger, zumindest im Geiste, nachgelegt. Denn auch hier seid ihr wieder in einer Gruppe potenzieller Opfer unterwegs und versucht den Blutverlust niedrig zu halten. „Man of Medan“ ist der erste Teil, der als Trilogie geplanten, „The Dark Pictures Anthology“. Ob es der Auftakt einer vielversprechenden Reihe ist, oder einem nicht vor Angst sondern aus anderen Gründen Schauer über den Rücken jagt, das habe ich mir Mal angeschaut.

Mit „Man of Medan“ bekommt man das, was drauf steht. Ein unterhaltsames Gruselspiel mit Thrashpopcornkinocharakter. Die Charaktere sind jetzt eher Standard und irgendwo zwischen B-Movie Star und z.T. leicht unsympathisch, aber sie passen in den Slasherplot und sind auch keine Vollkatastrophe. Man kann den einen oder andere sogar ins Herz schließen und findet seinen Favoriten und das ist ja auch Sinn und Zweck der Veranstaltung. Im Endeffekt spielt ihr einen interaktiven Film. Ihr könnt bei Dialogen aus verschiedenen Optionen wählen und je nachdem was ihr zu wem sagt verändern sich die Beziehungen der Charaktere, was im Laufe des Spiels entscheidend sein kann. Ansonsten gibt es Quick Time Events oder ihr bewegt euch durch die Gegend und untersucht Gegenstände oder Fundsachen. Im Laufe des Spiels findet ihr Bilder die euch durch ihre Voraussagen bei späteren Entscheidungen helfen können. Ansonsten gibt es noch wegweisenden Entscheidungen die aufgeführt werden und Geheimnisse die ihr findet, welche  euch auch von großen Nutzen sein können.

Die ganze Story wird sozusagen moderiert und zwar von einem Erzähler der sich zu Anfang und dann immer wieder zwischen den Kapiteln meldet und euch berichtet was er über eure Entscheidungen denkt und der euch auch mit dem einen oder anderen Tipp behilflich ist. Diesen Durchbruch der vierten Wand finde ich spannend und sehr anprechend. Er zieht einen irgendwie noch etwas tiefer ins Spiel, lässt dies etwas „echter“ erscheinen und gibt ihm eine tolle Stimmung.

Fazit

Also ich mag „Man of Medan“ und freue mich schon auf den nächsten Teil. Klar gibt es auch Kritikpunkte wie z.B. die nicht sehr innovative Story und die manchmal etwas merkwürdige Mimik der Charaktere. Die liegt zum Teil aber auch einfach daran, das das Spiel ja auch ein Mehspieler ist und man im Multiplayermodus manchmal warten muss bis der Gegenüber oder die Mitstreiter ihre Entscheidungen fällen. Dann gibt es manchmal schon eine merkwürdige Geichtskirmes, aber an sich ist die Grafik sehr sehenswert. Die Möglichkeit „Man of Medan“ online zu zweit und lokal sogar mit bis zu fünf Leuten zu spielen finde ich einen tollen Kniff. Entweder einen interaktiven Horrofilmabend starten oder aber mit einem/einer Unbekannten ins Ungewisse aufzubrechen, sind schon tolle Optionen, die auf jeden Fall auch der Langzeitmotivation nicht schaden. Wie gesagt „Man of Medan“ wird jetzt nicht den Innovationaspreis gewinnen, aber liefert spaßige kurzweilige Horrorkost. 

 

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Ich hatte irre Visionen, während ich schlief: »Als wären nur noch Dope MCs im Radio aktiv!«. Hip-Hop ist wie Pizza, auch schlecht noch recht beliebt. Aber was auch immer ich anpranger' Ich bleib' doch nur Dein Handlanger, weil, ich lebe diesen Blödsinn und geh' darin auf wie Lötzinn! Du musst Hip-Hop lieben als wärst du immer nur Fan geblieben.

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