Review: Soul Calibur 6 (PS4)

Es war 1997…(m)eine Freundin war nicht existent und ich in meiner kleinen Zockerwelt sehr zufrieden. Der Nintendo 64 war relativ frisch und die Erfüllung vieler feuchter Träume eines Nintendonerds. Ich sah nicht wirklich die Notwendigkeit mir eine Play Station zuzulegen, da es bis dato kein Exklusiv-Spiel gab, das mich von Hocker gehauen hätten. Klar „Tekken“ war cool, „Tomb Raider“ spannend, „Resident Evil“ schaurig schön, aber nichts davon konnte mich dazu bewegen, zeitnah mein knappes Azubigehalt in eine Play Station zu investieren, anstatt mir lieber „Goldeneye“, „Mace: The Dark Age“, „San Francisco Rush“ und ähnliche (in meinen Augen) Klassiker zuzulegen. Doch dann kam dieser Freitag im April, es nieselte, der Wind kam aus Süd-Ost, der Himmel war wolkenbehangen…ne kein Plan wie das Wetter war, ehrlich gesagt. Ich weiß nur noch das wir zu einen Kumpel gingen um dort gemeinsam zu zocken. So hat man das gemacht im letzten Jahrhundert, ein paar Leute in einem Zimmer, eine Konsole, viel Spaß und Thrashtalk und alles ohne Internet. Egal, wir trafen uns bei Matthias der uns seine neuste Errungenschaft zeigen wollte, ein ziemlich geiles Kampfspiel, wenn man ihm Glauben schenken durfte. Und was soll ich sagen, er hatte nicht über- sondern, in meinen Augen, eher noch untertrieben. Es war Liebe auf den ersten Blick, als ich das erste Mal zum Pad griff und mit Siegfried, Taki, Rock usw. in den Kampf zog. „Soul Blade“ hatte mich sofort und es ließ mich auch nie wieder los, denn es ist bis Heute meine unangefochtene Lieblingskampfspielreihe. Die Grafik, das Kampfsystem, die Charaktere, es gab nichts was mich nicht begeisterte und das zog sich bisher durch alle Teile. Deswegen war ich gespannt ob meine Liebe mit dem sechsten Teil erneut auflodern, oder ob sich vielleicht doch nach all den Jahren Routine und Langweile in die Beziehung einschleichen würde.

Story

Jedes Kampfspiel braucht ja einen Story, oder in manchen Fällen eher einen Vorwand, warum sich die Charaktere gepflegt den Scheitel auf Süden stellen und sich die ein oder andere Gesichtsmassage verpassen. Bei „Soul Calibur“ geht es um das legendäre Soul Edge ein bzw. ein zweigeteiltes Schwert, das dem Träger sehr viel Macht verleiht. Je nachdem wie psychisch labil der vermeintlich Auserwählte ist, kann das Schwert einen „vergiften“ und auf die dunkle Seite ziehen. Kurz gesagt ein „Herr der Ringe“ Laserschwert mit eingebauter Macht und stylischem Sauronauge inklusive. Bei den früheren fünf Teilen zog sich die Story durch alle Teile und ging soweit, dass man im fünften Teil auch mit Schülern oder Kindern der Charaktere kämpfte. Bei Teil Sechs springt das Ganze allerdings zurück auf die Zeit vor dem ersten Teil „Soul Blade“. Cervantes schnappt sich das Schwert und teilt es. Sophitia findet das nicht gut und teilt ihm das mit physischen Argumenten mit. Eins der Schwerter geht kaputt, das andere wird von Siegfried gefunden. Das verwandelt ihn durch seine böse Macht in Nightmare und vergiftet die Welt mit seiner Boshaftigkeit. Nun will jeder das Schwert haben, um die Welt zu retten oder einfach um die Macht zu bekommen.

Fazit

Auch dieser Teil hat mich wieder absolut nicht enttäuscht. Alles fühlt sich an wie immer, nur mit den notwendigen Verbesserungen in Sachen Grafik, Technik etc. Die bekannten Charaktere sind wieder dabei, plus ein paar Neue und es macht Spaß wie eh und je sich mit mächtigen Moves durch oder im Idealfall auch aus dem Ring zu prügel. Es gibt alle nötigen Modi von Arcade, Story, Zeit usw. Was diese Mal neu ist, ist die Möglichkeit sich einen Charakter (mit vielen Optionen und Möglichkeiten) zu bauen und mit diesem einen seperaten Storymodus zu spielen, zusätzlich zu allen Storys der anderen Kämpfer. Die Präsentation des Storymodus ist das Einzige was für mich einen Kritikpunkt an „Soul Calibur 6 „ darstellen könnte. Die meisten Geschichten an sich sind zwar wieder cool und durchaus spannend erzählt, allerdings wird auch alles nur in Standbildern und mit sehr viel Fließtext präsentiert. Positiv gedacht könnte man sagen die Reihe ist sich treu geblieben, da sie es schon immer so gemacht hat, allerdings ist auch klar das dass Ganze doch auch durchaus geiler möglich wäre, mit coolen Filmen etc. Was natürlich auch nicht fehlen darf ist ein Gastkämpfer, von denen es schon diverse im „Soul Calibur“ – Universum gab. Zu so illustren Namen wie z.B. Link, Darth Vader, Yoda, Kratos u.a. gesellt sich diesmal Geralt von Riva, der alte Hogwarts Absolvent. Also wenn ihr Lust auf ein schönes, intuitives, fesselndes Kampfspiel habt und den Storymodus, vielleicht eher wohlwollend, als bildunterstütztes Hörspiel betrachtet, dann seid ihr bei „Soul Calibur 6“ genau richtig.

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Ich hatte irre Visionen, während ich schlief: »Als wären nur noch Dope MCs im Radio aktiv!«. Hip-Hop ist wie Pizza, auch schlecht noch recht beliebt. Aber was auch immer ich anpranger' Ich bleib' doch nur Dein Handlanger, weil, ich lebe diesen Blödsinn und geh' darin auf wie Lötzinn! Du musst Hip-Hop lieben als wärst du immer nur Fan geblieben.

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