Review: Red Dead Redemption 2 (PS4) – Schon jetzt ein Klassiker?!

Die erfolgsverwöhnte Entwicklerschmiede ROCKSTAR GAMES hat zum nächsten großen Schlag auf die Welt der Konsolenspiele ausgeholt. Nach dem Verkaufsschlager GTA V kam nun Red Dead Redemption 2, welches – soviel vorab – schon jetzt neue Maßstäbe in Sachen Open-World setzt. Nach acht Jahren Entwicklungsphase waren die Erwartungen an den zweiten Ableger der Western-Reihe immens – nun gilt es diese Messlatte zu überspringen.

Kurz zur Story: Amerika kurz vor 1900. Unser Protagonist Arthur Morgan, seines Zeichens Teil der Gang um Anführer Dutch van der Linde – bekannt aus dem ersten Ableger von RDR, war Teil eines Überfalls. Nach einem gescheiterten Raubzug in der Stadt Blackwater beginnt das Spiel in einem heftigen Schneesturm im Mai des Jahres 1899. Die Reise verschlägt die Gang in ein altes Bergdorf, dass die Basis bildet, für alles, was Morgan später erlebt. Soviel zur Story.

Direkt in den ersten Spielsequenzen lassen die Jungs von ROCKSTAR GAMES die Muskeln spielen: Spuren der Pferde im Schnee, Schneeverwehungen oder Fußspuren von Wild, Detailtreue wird bei RDR2 großgeschrieben. So bleibt es einem als Spieler natürlich nicht verwehrt, seinen Helden nach eigenen Wünschen optisch anzupassen und auch das eigene Pferd nach Belieben aufzumotzen – á la PAY `N` SPRAY, bekannt aus GTA.

Schon jetzt ein Klassiker?!

Die Möglichkeiten, die dieses Spiel bieten, sind schier unerschöpflich. So kann man fernab vom zentralen Handlungsstrang alles machen, was das Herz begehrt: Von der Jagd nach Hirschen, über das bloße erkunden von unendlichen Arealen, bis hin zum Glücksspiel im Saloon – genau wie im Wilden Westen halt. Nichts wird dem Zufall überlassen, aber dennoch wirkt nichts erzwungen oder konstruiert. Bei einem einfachen Ausritt kann man beispielsweise auf Menschen treffen, denen man helfen kann, oder ihnen die Hilfe verwehren kann – je nach dem wie man sich entschieden hat, kann dies Auswirkungen auf das weitere Geschehen haben.

Grafisch lassen sich die Macher natürlich auch nichts vormachen. Jede Landschaft wirkt wahnsinnig real und dynamisch – nicht nur durch das sich verändernde Wetter und der Wandel der Jahreszeiten. Alles bewegt sich extrem authentisch und flüssig. Charaktere haben alle ihre Eigenarten und Makel, die extrem kleinteilig ausgearbeitet worden sind.

Genau wie die Story – an einigen Stellen liefert die Regie absolut Oscar-reife Sequenzen ab, in denen man kaum glauben kann, dass man gleich die Chance bekommt, wieder ins Spielgeschehen einzugreifen. Dialoge sind extrem authentisch (auch die Übersetzungen aus dem Englischen ins Deutsche lesen sich gut und wirken nicht gestelzt), genau wie der Verlauf der Story.

Im Hause ROCKSTAR hat man also mal wieder sehr viel richtig gemacht. Ein absoluter Anwärter auf den Preis „Spiel des Jahres“, nicht weniger war vermutlich auch der Anspruch. Unfassbare Weiten, gepaart mit dem Auge für die kleinen Details, lassen den Spieler völlig in diese uns unbekannte Welt eintauchen und garantieren tagelangen Spielspaß.

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Calvin ist seit 2015 teil des Teams, schafft mehr als 20 Klimmzüge am Stück und verzweifelt jedes Wochenende aufs Neue an seinen Handball-Teamkollegen. Wenn er nicht im Dauerlauf das Treppenviertel auf und ab rattert, schreibt er leidenschaftlich gerne Reviews.

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