eRRdeKa – „Rapunderdog“

Errdeka RapunderdogeRRdeKa ist der „Rapunterdog“ – so weit, so gut. Nach dem 2014er Langspieler „Paradies“ stimmt der Augsburger nun mit „Rapunderdog“ ganz andere Töne an. Roughere. Härtere. Bessere? Das gilt es zu klären.

Nach einem unspektakulären „Intro“ steigt das Eyeslow-Mitglied direkt voll ein.
„Rapgott“ – schon der Titel ist eine Ansage. Viel mehr an diesem Track jedoch leider nicht. Ein paar Sätze, die erklären sollen, warum eRR der Krasseste ist, das war’s. Weiter.

Über die Tracks „Unter Deck“ – in dem eRRdeKa als wohl 1000ster Rapper die „Ihr habt so lange gewartet bis was kommt“-Keule schwingt – und „Kaputt aber dope“ gelangen wir zu „Zu spät“, auf dem sich das Keine-Liebe-Signing den Labelboss höchstpersönlich ins Boot geholt hat. Ein cooler Song mit einigen Aussagen und einem gut aufgelegten Prinz Porno.

Als nächsten Ausreißer kann man den Song „High as fxck“ nennen. Ein sehr trappiger Ami-Beat, auf dem über Drogen gerappt wird. Diese Kombo hat eigentlich kein Ausreißer-Potential, aber irgendwie fällt er trotzdem aus dem Raster. eRRdeKa rappt tight, auch wenn es natürlich einige Kollegen auf der anderen Seite des großen Teichs geben wird, die eher für eine solche Nummer prädestiniert wären. Trotzdem, das Eyeslow-Member macht das rap-technisch richtig gut.

Auf dem Titeltrack „Rapunderdog“ passiert auch nichts Außerordentliches. Wie auf den neun Tracks zuvor erzählt der Augsburger, was er alles besser macht als seine Rap-Kollegen, beziehungsweise, was diese alles falsch machen.

Über „Maxxximal“ und „Durch die Nacht“, auf dem Shawn the Savage Kid unterstützend mitwirkt, gelangt man zum „Outro“, auf dem es erneut heißt „Keiner deiner Homies hat das Rapgame gerockt!“. Eine Aussage, die so oder so ähnlich in jedem Song auftaucht und immer wieder aufgegriffen wird.

Nach einigen Durchläufen des Albums fällt auf, dass eRRdeKa auf „Rapunderdog“ deutlich weniger zu sagen hatte, als es noch auf „Paradies“ der Fall war. Vielleicht muss das aber auch so sein. Schließlich finden wir hier ein Battlerap-Album á la Eyeslow vor, welches nun mal nicht von Inhalten getragen wird, sondern eher durch coole Beats und tighte Flows besticht. Was das angeht, muss man Raphael Endraß und Max Mostly ein Kompliment machen – das haben sie hinbekommen.

Um auf die Eingangs gestellte Frage zurückzukommen, ob „Rapunderdog“ das bessere Album als „Paradies“ ist, lautet das Urteil: Nein.
Cool gerappte Songs und starke Beats alleine reichen nicht, um gegenüber dem inhaltlich sehr starken und dazu noch gut produzierten „Paradies“ richtig gut auszusehen. Allerdings muss man dazu sagen, dass es verdammt schwer ist, diese beiden Langspieler miteinander zu vergleichen, denn obwohl sie nur ein Jahr auseinander liegen, könnten sie unterschiedlicher kaum sein.

Zuletzt kündigte eRRdeKa übrigens schon das nächste, dann wieder deepere Projekt an. In welche Richtung sich der Augsburger langfristig entwickelt, bleibt abzuwarten.

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Calvin ist seit 2015 teil des Teams, schafft mehr als 20 Klimmzüge am Stück und verzweifelt jedes Wochenende aufs Neue an seinen Handball-Teamkollegen. Wenn er nicht im Dauerlauf das Treppenviertel auf und ab rattert, schreibt er leidenschaftlich gerne Reviews.

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