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Review: Dragon Age: Inquisition

Alle guten Dinge sind drei?

Schon nach den ersten Minuten Spielzeit, fühlt sich Dragon Age: Inquisition so an, als hätte da jemand etwas wieder gut zu machen (Dragon Age 2). Bioware ist sich seiner Reputation durchaus bewusst, gelten sie doch als Genre-Meister mit etlichen Referenzen (Mass Effect, Baldur’s Gate). Und sie haben ihre Hausaufgaben offensichtlich gemacht. Keine schlauchartigen Höhlen und Verliese mehr, die dem Spieler jedes Gefühl von Abenteuer rauben. Thedas fühlt sich endlich aufgrund der fantastischen Landschaft und Wettereffekte, wie eine richtige Welt an. Die Spielwelt ist nicht komplett offen, wie in Skyrim, jedes größere Gebiet ist eine eigene Box verbunden mit der Karte. Zwischen diesen Boxen erwarten den Spieler Täler, Gebirge, Dörfer, feindliche Camps, Höhlen, Sümpfe und Tempelanlagen soweit das Auge reicht. Ein Pferd und die Schnellreisefunktion werden für die vielen Quests in der riesigen Welt unabdinglich sein.

Die Story

Die Story von Dragon Age: Inquisition setzt sich aus den beiden Vorgängern zusammen. Während uns im ersten Teil die Welt erklärt wurde, bereitete man uns im zweiten Teil darauf vor, was uns jetzt im dritten Teil der Serie erwartet. Im Mittelpunkt der wiedergegründeten Inquisition steht der Spieler. Das mag daran liegen, dass man die seltene Fähigkeit besitzt, die Risse ins Nichts zu schließen, welche ein unbekannter Widersacher zu verantworten hat. Im Detail betrachtet kommen beim aufmerksamen Spieler viele Fragen auf, jedoch ist die Erzählweise so liebevoll gestaltet, dass man sich in den ganzen Büchern und Manuskripten tagelang verlieren kann.

Was ist machbar?

Und das führt uns zu der atemberaubenden Spielwelt und ihren Möglichkeiten. Bioware inszeniert hier ein Meisterwerk an Atmosphäre und schafft es dieses Level an Details auch konstant aufrecht zu erhalten. Ob epische Kämpfe gegen Drachen, einzigartige Landschaften und Wettereffekte oder die liebevoll gestalteten Dungeons. Dragon Age: Inquisition macht einfach Vieles besser als sein Vorgänger. Die atmosphärische Dichte des Spiels stellt die aktuelle Referenz im Rollenspiel-Segment dar und dieser Umstand lässt einen die mangelnde Tiefe und das belanglose Kampfsystem relativ schnell vergessen. Es gilt viele Nebenquests zu erledigen, ehe man in der Hauptquest voranschreiten darf. Die Machtpunkte symbolisieren hierbei den Aufstieg bzw. Einfluss der Inquisition. Ständig gibt es etwas Neues zu entdecken, doch dabei erhaltet ihr Hilfe von euren drei Stabschefs. Diplomatie, Spionage und Militär. Für diese Aufgaben stehen euch die Ressourcen der Inquisition zur Verfügung. Die Vielzahl der Charaktere, die von euch, mit einer schier endlosen Anzahl an Equipment, ausgestattet werden können und wollen, machen dieses Spiel zu einem wahren Zeitfresser. Mit Leuten reden, Kräuter Sammeln, Erz abbauen und Lager für die Inquisition errichten sind nur einige der Aufgaben, die der Spieler zu erledigen hat. Ob das gut oder schlecht ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. So sollte ein Rollenspiel meiner Meinung nach aber aussehen.

Die fantastische Spielwelt

In der Einleitung war die Rede von den Reittieren, die man braucht, um in der riesigen Spielwelt voran zu kommen. Dragon Age: Inquisition gelingt es den Spieler dauernd auf Trab zu halten, was einen teilweise zu erschlagen droht, doch genau das möchte ich als Rollenspieler doch haben: Viel zu entdecken. Die Gebiete fesseln mit ihrer dichten Atmosphäre, wechseln von romantischer Idylle bis hin zu bedrohlicher Kulisse. Dragon Age: Inquisition wirkt dabei zu keiner Zeit überladen oder hektisch und sorgt für eine realistische Inszenierung dieser Fantasywelt.

Das Fazit

Grafisch macht Dragon Age: Inquisition alles richtig und sieht, abgesehen von einigen Aussetzern, absolut fantastisch aus, was dieses Spiel zu einem Referenztitel in Sachen Atmosphäre macht. Der Sound erfindet das Rad nicht neu, jedoch bietet der Soundtrack die passende Untermalung zu dem Geschehen auf dem Monitor und passt sich perfekt an die atmosphärische Spielwelt an. Das Gameplay ist eine Symbiose bzw. ein Kompromiss aus beiden Vorgängern. Es wird versucht die Taktik mit der Action zu verbinden, was zu einem leider belanglosen Kampfsystem führt, dem Spielgeschehen aber nicht schadet. Dragon Age: Inquisition ist für alle Rollenspiel-Fans ein absolutes Muss und lässt die Fehler des zweiten Teils vergessen. Ich spreche hiermit eine unbedingte Kaufempfehlung aus.

Titel: Dragon Age: Inquisition
Genre: Rollenspiel
Release: 20. November 2014
Publisher: Electronic Arts
Wertung: 8/10

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Ivan zählt zur gestandenen Garde der BACKSPIN GANG und zeichnet vor allem für das Marketing verantwortlich. Der 1979 geborene Hamburger aus Eimsbüttel engagiert sich darüber hinaus als Kamera-Assistent und hilft, wo er nur kann. Neben seiner Leidenschaft für traditionsreichen New Yorker Boom Bap begeistert er sich für die Graffiti-Kunst.

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