Redaktionscharts: Unsere Top 5 Alben im Februar

Ganz so viele Releases wie der Januar hatte der gerade vergangene Monat nicht zu bieten trotzdem gab es wieder so einiges an neuem Material für die CD-Regale und mp3-Player von Deutschrap-Fans. Wir haben insgesamt zehn neue Alben und EPs der vier Wochen besprochen und bewertet, hier gibt es jetzt die fünf, die uns am meisten überzeugen konnte. Doch wie immer zuerst die Vertreter, bei denen es nicht ganz für unser Ranking gereicht hat: In Sachen Straßenrap haben es im Februar Platten von Capital, Twin, Kurdo und Sinan-G nicht in die Top 5 geschafft, auch EstAs zweites Album könnte sich gegen die teils starke Konkurrenz nicht ganz durchsetzten. Für die einzelnen Reviews der Top 5 klickt einfach auf das Cover:

 

Platz 5: Pillath – „Onkel Pillo“     6,4/10 Punkten

Onkel-Pillo-Pillath

 

Ganze sechs Jahre mussten Fans auf neue Zeilen von Ruhrpott-Rap Koryphäe Pillath warten. Während der Duo-Partner Snaga in den Jahren nach dem letzten Kollaboalbum fleißig weiter releaste, zog Pillath sich nahezu komplett aus der Rapszene zurück. 2014 machte dann schon sein Live-Comeback Hoffnung auf eine neue Platte. Letzten Monat war es dann soweit, auch bei der BACKSPIN Gang kommt das Album recht gut an. Neben den bereits bekannten Punchline-Gewittern serviert „Onkel Pillo“ auch einige deepere Anspielstationen. Bei einigen in der Redaktion kommt das ziemlich gut an, andere wünschen sich mehr von den aggressiven Songs. Am Ende kann allerdings jeder der Platte irgendwo etwas gutes abgewinnen. Fazit: „Mensch wat is der Pillo sympathisch!“ (Aron) Gut das er wieder da ist.

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Platz 4: Prinz Pi – „Im Westen Nix Neues“     6,9/10 Punkten

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Stolze 14 Studioalben hat Friedrich Kautz unter seinen beiden Künstler-Pseudonymen schon auf die Beine gestellt. Ein Jahr, nachdem er sein acht Jahre verschollenes Alter Ego Prinz Porno für das Album „pp=mc2“ ausgegraben hatte und dafür fast ausschließlich Zuspruch bekam, widmet sich der Berliner nun wieder dem Hauptprojekt Prinz Pi. Der frische Langspieler „Im Westen Nix Neues“, der „mehrmals über die HipHop-Szene hinauswächst“ (Edoardo) kann die Redaktion zwar zu großen Teilen überzeugen, kaum jemand findet ersthafte Kritikpunkte. Allerdings muss sich die Platte dem direkten Vorgänger „pp=mc2“ stellen, Letztere sehen in dem Fall alle voraus. Trotzdem: „Für Prinz Pi Fans bestimmt eine riesen Freude es durchzuhören“ (Luisa)

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Platz 3: Chima Ede – „2023“     7,4/10 Punkten

Chima Ede Cover 2023

 

Lange mischt Chima Ede noch nicht aktiv in der Hip-Hop Szene mit. Das erste eigene Release gab es im vergangenen Herbst mit der gratis EP „Lebenslust“, nun gibt es das erste physische Release des Weddingers auf die Ohren. Er selbst bezeichnete sich als ein Teil der Zukunft im deutschen Rap, eine Aussage, die auch die BACKSPIN Gang unterstützen kann. Für die meisten stellte die EP, auf der deepe Texte und trappige Beats miteinander kombiniert werden, eine der größten Überraschungen des Monats dar. Thematisch kann man die EP in zwei Teile aufteilen: „Zunächst ruhige, reflektierte Nummern, aber dann der Bruch zu den kraftvollen Songs.“ (Elena)  Als nächste Etappe steht für Chima Ede der erste Langspieler an, nach 2023 kann man sich aber sicher „auf Chima Ede auf Albumlänge“ freuen (Zino).

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Platz 2 : Chefket – „Nachtmensch Akustik EP“     7,6/10 Punkten

chefket nachtmensch akustik ep

 

Ziemlich genau ein halbes Jahr nachdem „Nachtmensch“ auf Albumlänge erschien, legte Chefket nach. Die erste Akustik Version zum Titel „Kater“ wurde schon im letzten Spätsommer veröffentlicht, die kam so gut an, dass der Wahlberliner gleich eine ganze EP in diesem Stil auf die Beine stellte. Die fünf Songs kommen auch in der Redaktion ziemlich gut an. Chefket „wirkt unplugged noch ehrlicher und roher“ (Aron) Aufgenommen wurde alles mit der Unterstützung von drei weiteren Musikern in den Berliner Red Bull Studios. Mit den fünf Neuauflagen reicht’s damit für einen knappen Platz 2 im Februar Ranking und „ein eindeutiges ‚Daumen hoch'“ (Sebastian) für die EP.

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Platz 1: Nimo – „Habeebeee“     8/10 Punkten

Nimo cover 475

 

Auf Platz 1 landet in unserem Februar-Ranking einer der wohl vielversprechendsten Newcomer des beisherigen Jahres. Celo & Abdis jüngstes Signing, der Stuttgarter Nimo, stelle mit dem Mixtape „Habeebeee“ zum ersten Mal seinen Sound vor. Das scheint auf Anhieb sofort ziemlich gut zu klappen, nur durch digitale Verkäufe reicht es für Platz 10 in den Charts, von kritikern gibt es fast nur Lob für den Nachwuchs-Rapper. Stilistisch orientiert sich Nimo eher an unseren Nachbarn in Frankreich als an den USA, einer unserer größeren Kritikpunkte an „Habeebeee“ ist die teils etwas zu offensichtliche Inspirationsquelle. Mit 23 Tracks ist das Mixtape außerdem „vielleicht ein wenig zu lang“ (Luisa). Am Ende schmälert das die Qualität des durchaus beeindruckenden musikalischen Einstands kaum. Kurz und knapp: „Die Zukunft des deutschen Gangster-Rap fußt in der Melodik und genau da steht Nimo an der Avantgarde.“ (Edoardo)

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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