Redaktionscharts: Top 5 Alben im Januar

Der erste Monat des Jahres ist gelaufen und hatte direkt einige ziemlich hochkarätige Releases zu bieten. Im Rahmen unseres Soundchecks machen wir uns deshalb jede Woche zu allen deutschsprachigen Platten Gedanken, die frisch das Licht der Welt erblickt haben. Am Ende eines Monats gilt es dann, die besten Alben der vergangenen vier Wochen zu küren. Im Januar erwies sich das als ziemlich schwierig, schließlich konnte Deutschrap zum Jahresbeginn direkt in drei von vier Wochen die 1 erobern. SSIO, Summer Cem und Azad kletterten alle zum ersten Mal in ihrer Karriere an die Chartspitze, nur David Bowie machte den deutschen Sprechgesangsartisten den perfekten Monat in den Charts kaputt. Doch auch außerhalb vom großen Medientrubel konnten kleinere oder jüngere Künstler für frischen Wind in der Hip-Hop-Szene sorgen, auch sie dürfen in unserem Ranking natürlich nicht unbeachtet bleiben.

Bevor wir nun zum Ranking kommen, gibt es vorab wie immer ein paar Vertreter, die das Top 5-Ranking der BACKSPIN Gang knapp verpasst haben: Trotz guten Bewertungen hat es unter anderem für Vega & Bosca, Plusmacher, Trettmann, Crack Ignaz, Kianush, Laas Unltd. oder B-Tight nicht für eine Platzierung in den obersten Rängen gereicht.

 

Platz 5: Sendemast – „State of Flavour 2“     (7,2/10 Punkten)

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Mit „State of Flavour 2“ präsentieten die drei Funkverteidiger Pierre Sonality, The Finn und DJ Ronny Montecarlo ihr zweites Crew Album und den direkten Nachfolger vom 2012 erscheinen „State of Flavour“. Mit ihrer Platte können Sendemast die Gang ausnahmslos überzeugen. Auch wenn es manchmal „etwas zu sperrig“ (Niko) daherkommt, finden besonders der außergewöhnliche Rapstyle und die smoothen Beats viel Anklang in der Gang. Am Ende reicht es damit für den fünften Platz mit einem „fortschrittlichen, einfallsreichen, und hungrigen „(Edoardo) Album.

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Platz 4: Lakmann – „Aus dem Schoß der Psychose“     (7,3/10 Punkten)

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Lange hat Lakmann auf sein zweites Soloalbum warten lassen. Durch einige Gastauftritte und besonders das Crew-Projekt mit Witten Untouchable stiegen die Anforderungen an den Nachfolger vom 2012er Untergrund-Klassiker „2 Gramm gegen den Stress“ beinahe ins Unermessliche. Aber Lakmann enttäuschte kaum jemanden und lieferte mit ADSDP einen würdigen Nachfolger. Auch wenn das Album in den Augen von nahezu der gesamten Gang mit sage und schreibe 20 Tracks ein wenig zu lang geraten ist, gibt es keine Ausfälle zu beklagen, der entscheidende „Ausreißer nach oben“ (Yannick H.) fehlt allerdings auch. Schlussendlich bedeutet das für Lakmann einen knappen und dennoch wohlverdienten vierten Platz im Ranking der BACKSPIN Gang.

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Platz 3: 3Plusss – „Auf der Stelle“     (7,4/10 Punkten)

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Eine EP schafft es auch in diesem Monat unter unsere besten Releases. Mit „Auf der Stelle“ lässt 3Plusss insgesamt sieben neue Songs auf die Welt los, der Ton fällt hierbei allerdings bedeutend ernster aus, als noch auf dem letzten Soloalbum „Mehr“ (2014). Mit den Veröffentlichungen als Meskalin Maskulin zusammen mit donetasy braucht man das neue Werk vom Ex-Eypro Künstler schon beinahe gar nicht mehr vergleichen. Doch das Konzept geht für die meisten der BACKSPIN Gang auf. Während für den einen wenig hängen bleibt (Niko), sieht der andere den „Soundtrack der Generation Y“ (Shana). Auch dafür, dass die EP wenig kalkuliert scheint, heimst 3Plusss Punkte ein. Damit reicht es bei einem wirklich knappen Rennen für einen Platz auf dem Treppchen und viel Vorfreude auf das kommende Album in der Redaktion.

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Platz 2: SSIO – „0,9“     (7,9/10 Punkten)

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So eng das Rennen auf den vergangenen Plätzen war, so klar hat sich die Spitze von den anderen abgesetzt. Auf Platz 2 schafft es SSIO mit seinem Zweitling „0,9“. Die Erwartungen nach dem Instant-Classic „BB.UM SS.N“ waren hoch, die Wartezeit von fast 3 Jahren war sehr lang. Doch gut Ding will Weile haben und so schafft SSIO es auch mit dem zweiten Solo-Album zu überzeugen. Einziger Kritikpunkt einiger in der Gang: fehlende Innovation. Denn mit „0,9“ hat SSIO quasi „ein zweites BB.UM SS.N“ (Aron) erschaffen. Dennoch reicht es, auch dank des Beat-Teppichs von AoN-Hausproduzent Reaf, für einen deutlichen zweiten Platz im Januar-Ranking.

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Platz 1: Azad – „Leben 2“     (8,1/10 Punkten)

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Es war mit Sicherheit das mit großem Abstand am meisten erwartete Album des bisherigen Jahres. Die Rede ist von Azads seit sechs Jahren angekündigtem neuen Werk,„Leben 2„, dem Nachfolger seines Debüts aus dem Jahr 2000. Die Fallhöhe für „Deutschraps Vater“ war bei einer Erwartungshaltung, wie es sie im deutschen Hip-Hop selten gegeben hat, ziemlich groß. Der Bozz meistert diese Hürde jedoch sehr gut und verursacht bei einigen aus der BACKSPIN Gang beim Hören sogar „Gänsehaut“ (Shana; Yannick). Kritik gibt es aber auch ein wenig. Dass die Platte wenig Fortschrittliche mit sich bringt, wird dem Altmeister angekreidet. Nichtsdestotrotz sichert sich AZ den ersten Platz im ersten Monat von 2016 und somit auch schon früh eine gute Ausgangsposition für die Jahresbestenlisten.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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