Promotion:G-Shock feat. HardyBlechmann (aus BACKSPIN #115)

Sido, Preppers und Atomuhren

Vor einiger Zeit war ich in London, um Maharishi-Designer Hardy Blechman zu treffen und mit ihm über seine G-Shock- Kollaboration „Lunar Bonsai“ zu sprechen. Das Spannende an der Person Blechman ist, dass er als einer der Experten für Tarnfarben gilt und sein oberstes Ziel darin besteht, diese vom Image des Militärischen zu befreien.

Diese schon leicht spleenige Fachexpertise er- weitert Blechman aber noch durch eine Kom- ponente, die er mit Sido gemeinsam hat. Beide sind fasziniert von der sogenannten „Prepper“- Kultur. Prepper sind Menschen, die sich auf das Ende der Zivilisation vorbereiten. Varianten, wie die Menschheit zugrunde gehen könnte, gibt es tausende: Atomkriege, Meteoriteneinschläge, biochemische Ausrottung usw. In der Popkultur wurden diese Endzeit und postapokalyptischen Szenarien immer gerne aufgegriffen in Filmen wie „Mad Max“, „Terminator“, „Planet der Affen“, „12 monkeys“, „Die Klapperschlange“, „I am Legend“, oder auch „Wall-E – der letzte räumt die Erde auf“. Außer bei „Wall-E“ sind die Szenarien eigentlich immer sehr gewalttätig. Was angesichts des totalen Zusammenbruchs aller industriellen, technologischen und sozialen Infrastrukturen auch relativ logisch erscheint. Das ist der Grund, weshalb alle Preppers neben den Kidneybohnen im Bunker auch blaue Bohnen für Kanonen haben.

Genau das findet Hardy Blechman schrecklich. In seinen Visionen sollten alle Menschen pazifistische Prepper sein. Recht nachvollziehbar. Wer hat schon Bock, für sein Essen Leute töten zu müssen? Das ist allerdings eine Seite des Szenarios,

“Zehn Jahre Laufzeit – G-Shock und Hardy Blechman verleihen der „Lunar Bonsai“ Ausdauer         die siede Überhaut nicht teilt, da er gerade den Aspekt der Selbstverteidigung in einer postapokalyptischen Welt besonders spannend findet.”

 

In Blechmanns Vision sollten, Pepper am besten jetzt schon Saatbanken anlegen, damit ausreichend Saatgut vorhanden ist, um die Felder wieder neu zu bestellen. Und damit der pazifistische Prepper das immer pünktlich gewippt bekommt, braucht er eine Uhr – und genau da hat Blechman bei seinem Design der „Lunar Bonsai“ angesetzt.

Das Besondere ist nämlich, dass die G-Shock- Uhren Batterien haben, die zehn Jahre halten sollen. Da diese Uhren allerdings ihre zeitgenauen Signale von einer Atomuhr erhalten, könnte es zu Problemen kommen, wenn der einzige Atomuhr- Funkturm in Main fingen bei Frankfurt getroffen wird. Hoffen wir, dass wir diese Szenarien nicht werden erleben müssen.

Text: Falk Schacht | Fotos: G-Shock

 

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G-SHOCK & MAHARISHI

G-Shock und Maharishi veröffentlichen mit der „Lunar Bonsai“-Uhr eine neue Kollabo der beiden Firmen. Der Maharishi-Designer Hardy Blechman, führender Experte in Sachen Tarnfarben, stand uns für ein Interview zur Verfügung. Dabei geht es um seinen philosophisch- konzeptionellen Ansatz und seine Faszination für die „Prepper“.

 

Herr Blechman, was ist der Unterschied zwischen der aktuellen Kollabo von G-Shock und Maharishi sowie den vorherigen Zusammenarbeiten?

Wir haben bisher drei Kollabos mit G-Shock gemacht, und jede Kollabo war unterschiedlich, aber diese ist bis jetzt die beste. G-Shock hat eine neue Drucktechnik entwickelt, mit der man jetzt alle Teile einer Uhr bedrucken kann.

Sie interessieren sich für „Prepper“, also Menschen, die sich für den Weltuntergang „präparieren“. Was fasziniert Sie so daran?

Es sind vor allem die übergeordneten Dinge, die es für mich relevant und interessant machen. Ich bin aber vor allem von den pazifistischen Preppern fasziniert. Die Old-School- Prepper, die ihr Essen in einen Bunker packen und dann Waffen kaufen, um die Bunker zu beschützen – das klingt nicht nach dem richtigen Weg. Ich möchte nicht der einzige Nach- bar im Dorf sein, der Essen hat, um dann den anderen beim Sterben zuzuschauen, wenn sie versuchen, in mein Haus einzudringen. Ich n- de es spannender, in Saatbanken und Essensbanken zu investieren. Wir brauchen gute Saat für gutes Essen. Es müssen auch Informationen bereitgestellt werden, wie man vernünftig selber anpflanzt und wie man Selbstversorger wird, sollte es zu einem Umwelt- oder Wirtschaftskollaps kommen. Oder wenn eine Sonneneruption die Erde trifft und all unsere Stromnetze zerstört. Wenn irgendwas davon passiert, wäre es besser, wenn die Menschen nicht mit Waffen, sondern mit Informationen darüber ausgestattet sind, wie sie sich selber ernähren können. So wie wir es vor einigen tausend Jahren auch gemacht haben. Das interessiert mich. Solche Informationen zu teilen, wäre positiv. Selbst wenn die Gesellschaft nicht zusammenbricht, wäre so etwas immer noch gut. Geh’ in den Garten, geh’ spazieren oder in den Wald und pflück’ ein paar Früchte. Wir haben diesen Park in London, wo Beeren und Brennnesseln wachsen, die man essen kann. Und ich denke, dass der Großteil der Leute, die da durchlaufen, niemals etwas davon essen würden. Die laufen lieber zum Supermarkt und bezahlen drei Pfund für einen Korb Beeren, anstatt sich zu bücken und die aus der Natur zu pflücken. Das ist seltsam. Es scheint so, als wären wir überhaupt nicht mehr mit der Natur verbunden. Wir reden nicht darüber, die Schulen fokussieren sich nicht darauf, und deshalb scheint das für mich notwendiges Wissen zu sein, das es zu vermitteln gilt. Ich verbinde mit Preppern keine gewalttätigen Dinge. Die alten Prepper sind zwar bis an die Zähne bewaffnet und vermitteln den Eindruck, dass man sich auf die Zukunft mit Waffen vorbereiten muss, aber ich denke nicht so. Ein pazifistischer Prepper ist nicht daran interessiert, sich selber zu bewaffnen.

Was glauben Sie ist der Grund dafür, dass die Gesellschaft heute so ein oberflächliches Verhältnis zur Natur hat?

Ich versuche, in meinem Leben eine engere Verbindung mit der Natur zu haben. Ich denke, ich habe eine Art P icht, mit meiner Arbeit für Maharishi diese Informationen zu verbreiten. Ich gehöre zu dem Teil der Bevölkerung, der daran interessiert ist, das Volk zu ermutigen, sich wieder mit der Natur in Verbindung zu setzen. Während der andere Teil immer noch dabei ist, alles auszubeuten. Es ist so, als würden die Leute denken, dass sie niemals sterben müssen. Als hätte das, was wir unseren Körpern antun, keinen Effekt auf uns. Ich bin damit aufgewachsen, womit alle aufgewachsen sind. Ich sehe die Leute auch rauchen und trinken und Drogen nehmen. Ich bin denselben Versuchungen ausgesetzt wie alle anderen auch. Aber je länger ich mir das anschaue, desto mehr fällt mir auf, dass die Leute den Planeten so behandeln, wie sie ihren eigenen Körper be- handeln. Ich fände es gut, wenn ich es schaf- fen würde, dass es nicht mehr uncool ist, im Streetwear-Sektor über die Umwelt, einen gesunden Körper oder einen heilen Planeten zu sprechen.

Denken Sie, dass es mit solchen Kollabos wie zwischen Streetwear-Marken und G-Shock möglich ist, den Leuten dies bewusster zu machen?

Weiß ich nicht. Ich wache nicht morgens auf und denke, das ist jetzt meine Lebensaufgabe. Aber ich sehe, dass ich die Pflicht habe, jede Möglichkeit zu nutzen, dieses den Leuten mit- zuteilen. Wir reden ja auch gerade miteinander darüber.

Zum Abschluss: Ihr Profilbild auf Facebook zeigt den Künstler Joseph Beuys, warum?

Für mich ist er deshalb bekannt, weil Andy Warhol einen Druck seines Bildes in Tarnfarben gemacht hat. Und das ist wahrscheinlich einer meiner Lieblings-Warhol-Drucke. Einer hängt in meinem Büro, einer in meinem Studio und einer in meinem Haus. Ich mag die Arbeit von Beuys, ich weiß nicht wirklich, ob er selber die Tarnfarben erforscht hat, aber Warhol hat ihn auf immer mit Tarnfarben verbunden.

Interview: Falk Schacht Fotos: Niko Hüls

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