The Breed: „The Breed ist kein Dogma für reinen Hip-Hop Sound.“

The Breed sollte Deutschrapfans seit einigen Jahren schon ein Begriff sein. Denn neben Reaf und Maestro gehört auch er zum engen Produzentenkreis des Alles oder Nix und Kopfticker Records Camps. So ist er jedenfalls schon für den einen oder anderen Hit von Xatar, Plusmacher oder auch Schwesta Ewa verantwortlich. Letztes Jahr feierte der Produzent mit der Veröffentlichung von „The Beauty and the Breed“ sein Solodebüt. Zwölf Monate später steht mit „Sexbox“ bereits die nächste Beatplatte „Sexbox“ vor der Tür. Und der Name ist Programm. Die LP kommt mit einem gewissen G-Funk Charme, der immer wieder an den typischen AON Trademarksound erinnert, doch dieses Mal hat die Platte ein wenig mehr R’n’B Sexappeal im Gepäck. Wir sprachen mit ihm über die „Sexbox“, die Herangehensweise an seine Beats, Trap und seine Lieblingskünstler.

Name: The Breed
Alter: 
Wohnort: Funkayfornia
Produziert seit: 2014
Equipment: Cubase, diverse analoge Synths, Talkbox, Guitar
Favorite Breaks: Impeach the President
Favorite Hip-Hop Song: Snoop Dogg – „Ain’t no fun“
Favorite Non-Hip-Hop Song: Tom Browne „Funkin for Jamaica“
Favorite Hip-Hop Producers: DJ Quik, Dr. Dre, Organized Noise, Jake One
Favorite Non Hip-Hop Produer: Quincy Jones

Wie bist du zum Produzieren gekommen? Was hat dich dazu gebracht? 

Bei uns auf Funkayfornia produzieren einfach alle. Da fängst du schon als Mini-Breed an, Musik zu machen. Das ist quasi gar nichts Besonderes dort.

Wie würdest du deinen Style beschreiben?

G-Funk Music. Soulish, groovy, music you can ride, dance or f*ck to.

Und was waren deine Einflüsse, Inspirationen?

Parliament bis Dr. Dre.

Was steht bei deinen Beats zuerst? Melodie, Bassline, oder die Drums?

Meistens gibt es zuerst eine Melodie und dann kommt der Rest. Ist aber auch immer abhängig davon, was es für ein Song werden soll. Bei einer trockenen Boombap Nummer beispielsweise, können auch die Drums zuerst stehen. Generell ist aber der Ausgangspunkt häufig schon eher eine Chord-Progression oder Melodie.

Und welche Rolle spielt da das Equipment für dich?

Equipment ist überbewertet. So lange ein ordentliches Keyboard im Studio steht und die Latenzen keine Probleme bereiten, ist alles machbar. Wichtiger ist, dass man versteht, wie welches Equipment funktioniert und warum man es verwendet. Dann kannst du vieles auch mit anderen Mitteln erreichen. Auch ohne teures Equipment. Das beste Stückchen Gear ist sowieso das eigene Ohr und wie man damit umgeht.

Für welchen Künstler würdest du gerne einmal einen Beat bauen?

Anderson Paak.

Wenn du einen Remix machen dürftest, ob Hip-Hop oder nicht, welchen Song würdest du nehmen?

Wahrscheinlich irgendetwas aus der 80’s Boogie Phase.

Produzierst du nur Hip-Hop Beats oder auch für andere Genres? 

The Breed ist kein Dogma für reinen Hip-Hop Sound. Wenn du einige Songs auf den Beatplatten hörst, dann ist es teilweise schon sehr weit weg vom klassischen Rapsound. As long as it got soul, Breedy is in!

Was zeichnet deine Beats aus und macht sie besonders?

Das müssen die Hörer sagen. Ich glaube, dass es vielleicht die Art ist, wie das klassische „Sample-Drums-Prinzip“ wenig Anwendung findet und dafür eigene Kompositionen an die Stelle der Samples geraten. Und am Ende trotzdem die klare Referenz zum typischen „Sample-Sound“ bleibt. Vielleicht ist es auch der vermehrte Einsatz von Talkbox. In Deutschland ist sowas bis jetzt ja noch eher eine Neuheit.

Du hast in der Vergangenheit schon mehrmals mit dem Alles oder Nix und Kopfticker Records Camp zusammengearbeitet. Wieso gerade diese Camps?

Der Sound der Künstler hat einfach super zu den Beats gepasst.

Arbeitet ihr immer zusammen im Studio oder schickst du die Beats auch einfach mal ab? Wie wichtig ist dir die persönliche Zusammenarbeit mit den Künstlern?

Mit einem Rapper ist die persönliche Zusammenarbeit sehr wichtig. Am besten die Vocals selber aufnehmen und dabei noch Einfluss auf den Song nehmen und ihm den letzten Feinschliff verpassen. Mit manchen Künstlern ist es aber auch manchmal so, dass Beats geschickt werden. Das wird zum Glück aber immer weniger. Das hat irgendwie nicht so richtig was mit Musik machen zu tun, sondern fühlt sicher eher nach reinem Business an.

Erzähle mir die Idee hinter deiner kommenden Beatplatte „Sexbox“. Wie bist du auf den Titel gekommen?

Es sollte diesmal etwas mehr Richtung R’n’B gehen und auch mehr Talkbox Einsatz geben. Da war irgendwie der Name „Sexbox“ als Kombination aus Sex (für R’n’B) und Box (für Talkbox) der perfekte Titel. Eigentlich steht auch die „Sexbox“ für einen coolen Nachtclub, in dem du mit der Platte eine Nacht verbringen kannst. Und dort gibt es eben von schmutzigen Girls-Parties bis zu Poker spielenden Gangstern im Hinterzimmer einfach alles.

Zieht sich der Sound einheitlich durch die ganze LP oder hast du auch mal rumexperimentiert?

Es ist schon ein konsequenter Sound, der nur durch zwei bis drei etwas düstere Beats kurz aufgelöst wird. Ansonsten ist das eben Musik zum Sex haben (lacht).

Und der beste Song der Platte ist…?

„Girls Party“. Auf den Backing-Vocals im Song singt Jessica Wahls. Das ist ne Knaller-Frau und gute Freundin. Sie war früher Mitglied bei den No Angels und hat schon mehr Platten verkauft als jeder Deutschrapper (lacht). Sie ist aber einfach ne coole Sau und singt ab und an auf meinen Produktionen.

Inwiefern unterscheidet sich denn nun „Sexbox“ von deiner früheren Platte „The Beauty and the Breed“?

Es ist die konsequente Weiterentwicklung. Wer die „The Beauty and the Breed“ Platte mochte, wird auch die Neue mögen. Der Sound ist vielleicht ein bisschen weniger klassisch Boombap, aber der Vibe ist nach wie vor der Gleiche.

Wie ist eigentlich deine Haltung zu Trap und seinen Beats?

Dieser Trap ist Teil des Hip-Hop Sounds. Du kannst ihn halt seelenlos Star Wars „Bijuuub, Bijuuub“ machen oder halt in cool mit guten Sounds und ein wenig Seele. Trap ist am Ende nur ein bestimmter Groove von Hi-Hats und einem gewissen Tempo. Wenn du es so willst, ist „Girls Party“ auch Trap.

Masterst du deine Beats selbst?

Nope. Lex Barkey, bester Mann im Game und einfach ein Bombentyp.

Findest du, dass Produzenten immer noch zu wenig Beachtung geschenkt wird?

Simples Ja.

Ist es langfristig dein Ziel, international zu produzieren? Gab es da schon Anfragen oder erste Kollaborationen?

So etwas passiert von allein. Das ist jetzt kein festes Ziel. Wenn du gute Musik machst, dann hört das die Welt schon.

Wie siehst du die Zukunft der Hip-Hop Szene?

Es wird alles weiter weg gehen vom Album hin zum Singlebusiness. Musikalisch werden wir demnächst wieder eine Hinwendung zu musikalischeren Songs mit mehr lyrischer Tiefe und politischen Inhalten erleben. Der Kendrick Lamar Sound auf Deutsch quasi.

Welche Künstler findest du national zurzeit interessant? 

T-Ser aus Wien feiere ich.

Und international? Wen findest du da spannend?

Kendrick Lamar, Joey Bada$$ und Anderson Paak!

Kannst du von deinen Beats leben?

Ja.

Welche Projekte stehen in naher Zukunft bei dir an?

Es wird gerade an neuen Plusmacher Sachen gearbeitet, aber auch noch an mehreren anderen Sachen. Lasst euch überraschen! Auch die nächste Beatscheibe soll noch dieses Jahr releast werden.

Und wer ist momentan der beste Rapper in Deutschland?

Ein ganz Neuer, den noch keiner kennt. Aber der ist echt gut und ihr müsst ihn alle auschecken.

Die letzten Worte gebühren dir…

Habt Sex, Punks!

Sexbox“  auf Vinyl könnt ihr hier kaufen!

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