Producer’s Spotlight mit L’Orange

Producer L’Orange releaste gestern sein neuestes Album „The Night Took Us In Like Family“, zusammen mit Rapper Jeremiah Jae, das ihr euch hier vorab anhören und natürlich auch kaufen könnt.

Dies nahmen wir uns zum Anlass, diesem Talent mal ein paar Fragen zu seiner Persona zu stellen und genaueres zu seinem Produzenten-Dasein zu erfahren.

Hometown: North Carolina

Equipment: MPC 2500, SP303, Technic 1200

Fav. Hip-Hop-Song: Pacifics – Digable Planets

Fav. Non-Hip-Hop-Song: Lady – Regina Spektor

Fav. HH-Producers: Dan The Automator, Madlib, J Dilla, Kev Brown

Fav. Non-HH-Producers: Dangermouse

Aktuelles Release: The Night Took Us In Like Family

 

Wieso hast du mit Produzieren angefangen? Wer hat dich dazu inspiriert?
Ich wollte den Leuten was mitteilen, aber wusste nicht wie. Jedes Mal als ich einen Satz zu Papier brachte, kam es rüber wie eine Parodie. Malen und Bildhauern konnte ich auch nicht. Ich hab’s geliebt Musik zu spielen aber meine Gedanken in mehreren Schichten zu arrangieren, gefiel mir dann doch mehr.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben? Hat er sich über die Jahre verändert?
Mein Stil war zu Beginn übertrieben unruhig und ohne Richtung. Heute ist er immer noch ziemlich busy, aber mit eher absichtlicher Planlosigkeit.

Meinst du, dass dein Equipment eine große Rolle spielt, was deinen Sound angeht?
Yeah. Mein Equipment ist mein wichtigster Partner. Versucht man etwas zu erzwingen, hört man es direkt raus und es klingt lieblos und leer. Es ist auf jeden Fall wichtig, auf deine Tools zu hören und sie zu respektieren.

Wie haben sich deine Produktionen im Laufe der Zeit entwickelt? Hast du eine bestimmte Routine beim Beats bauen?
Normalerweise kletter ich einfach hinter meine MPC, wenn ich mich entweder selbstverliebt oder eben selbst-hassend fühle und versuche, diese Emotionen in den Songs zu verarbeiten, die am Ende aber irgendwie meistens relativ ähnlich klingen. Ich versuche mich beim Produzieren auch noch darauf zu fokussieren, was der Hörer fühlt, wenn er meine Mucke zum ersten Mal laufen lässt.

Welchen deiner Beats feierst du am meisten? Wieso?
Der Song „Imaginary Friend“ auf dem Album „The Mad Writer“ ist wahrscheinlich mein Lieblingstrack von mir. Es mag vielleicht nicht mein bester Beat sein, aber er steht voll und ganz für meinen Style. Ich höre ihn an und weiß, dass es ihn ohne mich so nie gegeben hätte. Das mag vielleicht wie eine offensichtliche Annahme eines Produzenten klingen, aber mit lediglich 12 Noten, die man zur Verfügung hat, ist das Korsett, in dem wir stecken, eben doch weniger eng als manche denken.

Achtest du darauf, welche Inhalte ein Künstler auf deinen Beats verbreitet?
Schon, aber ich achte dann schon mehr auf das Verhältnis zwischen Beat und Lyrics. Ich bin dafür bekannt, die Beats unter den Verses auszuwechseln, falls mich die Ehe der Beiden am Ende doch nicht komplett überzeugt.

Was denkst du über den heutigen Hip-Hop?
Es wird jede Menge gute Musik gemacht. Ich verfolge weniger das Genre Hip-Hop, sondern eher die einzelnen Künstler, die kreativ und individuell in dieser Kultur ihr Unwesen treiben.

Bist du der Meinung, dass ein, sagen wir, Street-Rapper einen anderen Sound braucht, als ein Conscious-Rapper? Falls ja, warum?
Hip-Hop ist einzigartig, da es von zwei verschiedenen Quellen generiert wurde: Dem Produzenten und dem Rapper. Die Kombination aus beiden ist der Schlüssel. Es ist mittlerweile eher selten einen Künstler zu finden, der sich selbst als „Street-“ oder „Conscious“-Rapper bezeichnet, weil keiner einfach in eine Schublade gesteckt werden und man eher unique sein will.

Wenn du einen Remix zu einem Song deiner Wahl machen könntest, welchen würdest du wählen?
Das ist eine schwere Frage. Die Songs, die ich liebend gerne remixen würde, sind eben schon perfekt so wie sie sind.
Hast du Interesse an anderen Musikgenres, außerhalb von Hip-Hop? Empfindest du Rap als limitiert?
Ich liebe Musik so sehr wie ich sie hasse. Jeder, der dir erzählt, dass er nichts als Freude empfindet bei dem Handwerk das er praktiziert, ist ein guter Lügner und naiv.
Rap als Genre ist flexibel, da es Teil einer Kultur ist. Diese Kultur ist stets geprägt von Wachstum und Innovation, auf großartige Art und Weise. Mich interessiert es sehr, wohin es sich entwickelt und bereits entwickelt hat. Eine Kultur kann halt nicht fundamentalistisch in Begrenzungen gehalten werden.

Woran arbeitest du aktuell?
Momentan bin ich an diesem Album fokussiert. Aber da ich letztes Jahr bereits zwei Instrumental-Projekte hatte, denke ich, dass ich innerhalb diesen Jahres erneut mit einem MC zusammenarbeiten werde.

The following two tabs change content below.
Hausinterner Flachwitz-Generator!

Neueste Artikel von Benjamin (alle ansehen)

Razer

Erzähl Digger, erzähl

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.