Producer Spotlight – Kid Sublime

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Der vielseitige Musikproduzent aus Amsterdam kommt mit seinem Album „Hot Water Music“ an den Start. Neben Hip-Hop Produktionen mit Seele kann Kid Sublime aber auch House, Techno und R n‘ B. Wir sprachen mit ihm über seinen Produktionsstil, Hip-Hop und Musik im Allgemeinen.

Wie bist du zum Produzieren gekommen? Wer hat dich dazu gebracht?

Ich habe mit ungefähr sieben Jahren angefangen Schlagzeug und Klavier zu spielen. Als ich in die Pubertät kam, fing ich an, mich an den Turntables und 4-Trackern zu probieren um Mixtapes zu machen. Mit 17 arbeitete ich im Fat Beats Record-Store in Amsterdam wo mir dieser Kerl namens Jan Demiere zeigte, wie man eine MPC 60 benutzt… Von da an übernahm ich selbst.

Wie würdest du deinen Style beschreiben und hat er sich über die Jahre verändert?

Ich mache viel unterschiedliche Musik… Soulful House, Techno…Singer / Songwriter-Zeug und Hip-Hop. Es wird immer „soulful“ sein. Man kann nicht wirklich von Veränderung sprechen. Ich versuche lediglich besser in dem zu werden, was ich mache.

Glaubst du, dass dein Equipment eine große Rolle dabei spielt, wie deine Beats klingen?

Auf jeden Fall. Ich hab schon viele Sampler ausprobiert: SP1200, MPC 60, Rack-Sampler… Aber geblieben bin ich bei der MPC 3000. Ich liebe es, sie zu benutzen. Auch das Mischpult macht viel aus und ich benutze viele verschiedene Synthesizer um unterschiedliche Stimmungen zu erzeugen. Das Samplen von Aufnahmen hilft natürlich auch immer dabei einen bestimmten Vibe einzufangen.

Wie haben sich deine Produktionen im Laufe der Zeit weiterentwickelt? Gibt es bestimmte Routinen, die du immer machst, wenn du einen Beat baust?

Meistens beginne ich damit, etwas mit dem Sampler zu choppen. Danach baue ich darauf auf. Zuerst muss ich den Groove richtig hinbekommen, dann kommen Piano, Basslines, Strings, Live-Percussion, Vocals. Für eine straighte Hip-Hop Produktion benötige ich nur den Sampler und eine Aufnahme.

Welche deiner Produktionen magst du selbst am liebsten und warum?

Mmmmh…das ist schwierig. Ich denke, das wäre „Somethin‘ about your love“ mit Nicky Guiland. Der Song ist von meinem ersten Album „Basement Soul“. Außerdem mag ich „Clap Hands“ mit Frank n Dank und „The Loop“, ein Bigroom Techno-Track. Es ist meine eigene Musik, also lasse ich lieber die Leute entscheiden, was sie mögen.

Denkst du, dass ein Street-Rapper eher einen anderen Sound braucht als zum Beispiel ein Conscious Rapper? Wenn ja, warum?

Ich mag den Kontrast. Gib einem Straßen-Typen etwas richtig souliges oder umgekehrt. Es funktioniert, wenn der Produzent und der MC eng verbunden sind.

Wie wichtig ist es dir eigentlich, was ein Rapper oder Sänger auf deinen Beats sagt?

Solange sie gut klingen, ist es mir wirklich egal. Ich muss ihnen nur abnehmen können, was sie sagen oder singen.

Wie siehst du Hip-Hop heutzutage (positiv/negativ)?

Hip-Hop ist ein Spirit für mich. Wenn du ein B-boy oder ein B-girl bist, dann ist es das, Punkt. Zulu Nation, Native Tongues… Love, Peace und Unity und einfach Spaß haben und sich selbst durch die Elemente ausdrücken. Das ist eine reichhaltige und schöne Sache. Für mich ist das etwas spirituelles.

Was Rap-Musik betrifft: Ich weiß es nicht. Ich mag Poeten, MCs… Den amerikanischen Rap, der im Radio läuft, mag ich nicht so gerne. Es gibt so viele neue Talente auf der Welt. Sie müssen nur angehört werden.

Woran arbeitest du gerade? Was kommt Neues von dir?

Gerade habe ich mein House-Album “ The Love Dance Ritual“ fertiggestellt. Jetzt werde ich eine neue EP für den Dancefloor in Angriff nehmen, für die Discjockeys. Ich habe auch etwas Musik für Vursetyl gemacht und das Album mit Tableek von Maspyke wird bald erscheinen.

Ich werde jetzt erstmal an mehr songlastigerer Musik arbeiten, R n‘ B Sachen für Sänger und Songwriter.

Wenn du heute einen Remix machen dürftest, ob Hip-Hop oder nicht, welchen Titel würdest du wählen?

Kid Sublime’s i am chillin‘ my ass off in Bali“ Remix.

Welche anderen Musikstile reizen dich und warum? Ist Rap eine eher limitierte Musikrichtung?

Ich stehe einfach auf gute Musik. Rap-Musik ist auf ihre Weise limitiert, wenn du sie zum Beispiel mit Jazz vergleichst. Aber auch diese Basicness und Limitierung kann wiederum sehr kreative Dinge bewirken.

Name: Kid Sublime

Alter: 34

Wohnort: Amsterdam

Produziert seit: 1999

Equipment: Mischpult, MPC 3000, Computer und viele Synthesizer

Favorite Breaks: Alles was funky ist. „God made me funky“ von den Headhunters kommt mir da in den Sinn.

Favorite Hip-Hop Songs:Father Time“ von Saukrates, „The Love Song“ von den Bush Babees, „B.Y.S.“ von Gang Starr

Favorite Non Hip-Hop Songs: So viele…. Ich digge gute Musik.

Favorite Hip-Hop Producers: Jay Dee, Pete Rock, Prince Paul, Paul C, DJ Premier, Pharell, RZA, Diamond D, Q-Tip, Madlib, Georgia Anne Muldrow

Favorite Non Hip-Hop Producers: Larry Heard, I.G Culture, Dego, Moodymann, Osunlade

Aktuelle Produktionen: Schaut euch einfach mal meine Discogs-Seite an. Da stehen so einige!

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Sebastian ist ein "Real Hip-Hop Kid" und seit Ende 2015 Teil der BACKSPIN Gang. Er ist zuständig für Interviews, Konzertberichte und Artikel auf der Website. "Hip-Hop is not on the Radio!" #allesbackspin

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