Producer Spotlight: Hudson Mohawke (aus BACKSPIN #117)

Abgesehen von solchen positiven Beispielen gibt es doch sicher auch die weniger positiven, oder? Die, in denen du dich plötzlich mit Musikern in einem Raum wieder findest, wo die Chemie, vornehm ausgedrückt, nicht unbedingt in Flaschen abgefüllt werden müsste?

Du spielst sicher auf das Interview von Lunice und mir zusammen mit Future an, oder? (erneutes allgemeines Gelächter) Ja, das stimmt schon. Manchmal ist es wirklich nicht ganz leicht, gemeinsam auf eine Wellenlänge zu kommen, wenn man aus völlig verschiedenen Welten kommt und sich überhaupt gar nicht kennt. Und speziell mit Future war es auch einfach eine allgemein blöde Situation, weil wir am Abend zuvor in New York noch wirklich fest auf die Kacke gehauen haben. Wir saßen dann quasi noch halb besoffen in diesem Studio herum und hatten zu funktionieren, während wir praktisch vor laufender Kamera ausnüchtern mussten. Das war tough! Dazu kam dann noch, dass Future wirklich so absurd high war, wie ich es noch nie bei einem Menschen erlebt hatte. Ich wusste bis dahin gar nicht, dass man überhaupt so high sein kann. Wahnsinn! Also nichts gegen Future. Ich finde ihn unterhaltsam und mag seine Musik. Aber das war wirklich eine strange Situation …

Gab es im Gegenteil denn auch überraschend erfreuliche Zusammenkünfte, bei denen du einen dir bis dato persönlich unbekannten Kollegen aus dem Musikgeschäft vor dir stehen hattest, der viel umgänglicher war, als du es im Vorfeld erwartet hattest?

Ja, auf jeden Fall! Mit Pusha T war das eine echt angenehme Überraschung. Wenn man sich so anhört, was er in seinen Texten alles von sich gibt, denkt man jetzt nicht unbedingt, dass er besonders easy ist. Ist er aber tatsächlich! Pusha T ist, ohne zu übertreiben, einer der nettesten Rapper, mit denen ich bisher in diesem Business zu tun hatte. Ein extrem auf dem Boden gebliebener, talentierter und freundlicher Mensch.

Pusha T ist ja bekanntlich auch auf dem Remix deines Megahits „Chimes“ vertreten. Warst du vom Erfolg dieses Songs selbst verblüfft? Wie war das denn so für dich, als plötzlich Apple ankam und den Beat für die weltweite Mac- Book-Kampagne haben wollte?

Das war krass! Ein Weltkonzern in der Größenordnung von Apple klopft ja nicht jeden Tag an deine Tür. Allerdings war ich jetzt nicht unbedingt erstaunt über das Interesse per se, denn der Song wurde davor schon für eine Handvoll anderer Dinge kommerziell genutzt.

Und du hast jetzt ein lebenslanges MacBook- Abo bekommen, oder wie dürfen wir uns das genau vorstellen?

Nicht ganz, nein. Allerdings habe ich von Apple eine MacBook-Sonderanfertigung bekommen. Ich habe denen praktisch gesagt, was ich so an speziellen Wünschen und Ideen hätte und das wurde dann extra für mich zusammengebaut. Ich will jetzt aber nicht zu sehr ins Detail gehen, sonst wird das wieder zu nerdig …

 

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