Producer Spotlight – Gibmafuffi

„Ach weißt du, wenn dich der Ott-Ticker deines Vertrauens fragt wie viel du haben willst, antwortest du „gibmafuffi“. Wenn dich Doris in der Spielo fragt, wie viel sie in Kleingeld wechseln soll, dann sagst du „gibmafuffi“ – das ist einfach so eine daher gesagte Floskel.“ 

Um die erste Frage, die sich bei seinem Namen stellt, gleich mal zu beantworten.

Gibmafuffi ist jedoch ein Name, den man schon mal gehört haben sollte, spätestens nach dem Release seiner „Spielschulden“ LP Ende Januar. Ein Jahr lang hat sich Gibmafuffi Zeit gelassen, um sein Debütalbum fertig zu stellen und präsentierte ein 18 Songs starkes Instrumentalalbum über WSP Entertainment, auf dem auch zwei Features zu finden sind: von Döll – Freund und Fan, sowie Eloquent von Sichtexot.

Seit 2010 hat er Liebe für das Beatmaker-Business und liefert uns schon seit einiger Zeit gelungene Produktionen wie beispielsweise „Maggo“ von Mädness. Grund genug für uns ihn mal in das BACKSPIN Producer Spotlight zu stellen.

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Wie bist du zum Produzieren gekommen? Wer hat dich dazu gebracht?

Vor 5 Jahren war ein guter Freund bei mir zu Besuch (Grüße an Paul!). Er hatte seine MPC 1000 dabei und zeigte mir die Arbeitsabläufe. Später waren wir dann noch in einer Bar etwas trinken. Als wir dann nach Hause gekommen sind, ist er schlafen gegangen und ich hab mich an die MPC gesetzt. Als er morgens aufgestanden ist, hatte ich zwei gar nicht mal so schlechte Beats fertig. Er war erstaunt und ich hatte ein neues Hobby gefunden. Hab die 2 Beats sogar noch bis heute auf Platte, die wird aber niemand zu hören bekommen.

Wie würdest du deinen Style beschreiben und hat er sich über die Jahre verändert?

Ich feier halt nach wie vor den 90er Jahre Eastcoast-Sound. Damit bin ich auch aufgewachsen. Warmer und organischer straighter Sample-Boombap. Mein Sound hat sich eigentlich über die Jahre nicht verändert, da ich einfach das baue, was mir selbst am besten gefällt. Das wird sicher auch die nächsten Jahre so bleiben.

Glaubst du, dass dein Equipment eine große Rolle dabei spielt, wie deine Beats klingen?

Definitiv spielt das Equipment eine Rolle, aber die Sample-Auswahl ist viel entscheidender. Man sollte auf jeden Fall nicht glauben, dass man verrücktes oder teures Equipment braucht, um gute Beats zu machen. Die „Trinkhallenromantik“ EP hab ich damals nur mit meinem Mac und einer MPD 26 zusammengeschustert.

Gibt es bestimmte Routinen, die du immer machst, wenn du einen Beat baust? Wie lange brauchst du für einen Beat?

Im Laufe der Jahre haben sich feste Routinen entwickelt. Ich fange zum Beispiel immer mit den Drums an. Das verwundert oft Leute die mir dabei zuschauen, aber für mich ist das einfach logisch. Sind verschiedene Samples zusammengesucht, kann eine Skizze recht schnell entstehen. Das ganze dann auszuarbeiten kostet am meisten Zeit.

Welche deiner Produktionen magst du selbst am liebsten und warum?

Den „Maggo„-Beat finde ich immer noch sehr geil. Den Roger & Shu Remix höre ich auch oft. Erinnert mich an die gute alte Topf-Zeit. Irgendwie mag man doch alle seine Produktionen, da man weiß wie viel Liebe und Zeit in die ganzen Sachen gesteckt wurde.

Wie wichtig ist es dir eigentlich, was ein Rapper oder Sänger auf deinen Beats sagt?

Das ist allein Sache des MCs. Natürlich wird die Atmo eines Beats eingefangen und oft als Inspiration genutzt. Da ich nur extrem starke Rapper über meine Beats gehen lasse, hab ich da vollstes Vertrauen. Für mich ist es eher wichtig, dass ein technisches Mindestmaß eingehalten wird. Beim Rest lasse ich mich gerne überraschen.

„Freue mich aber natürlich auch über die Rückbesinnung insgesamt, was Samples angeht.“

Wie siehst du Hip Hop heutzutage (positiv/negativ)?

Spannender als je zuvor! Es gibt so viele Richtungen, die ihre Daseinsberechtigung haben. Höre privat auch in alle Richtungen. Kann ein Synthie-Brett für einen Straßenrapper genauso feiern, wie ein neues Hiob Album. Freue mich aber natürlich auch über die Rückbesinnung insgesamt, was Samples angeht.

Woran arbeitest du gerade? Was kommt Neues von dir?

Habe vor mit 1 – 2 MCs eine EP zu machen. In welchem Rahmen das Ganze passiert, bleibt aber noch abzuwarten. Habe keinen Zehnjahresplan aufgestellt. Mal sehen welche Möglichkeiten sich so ergeben.

Wenn du heute einen Remix machen dürftest, ob Hip-Hop oder nicht, welchen Titel würdest du wählen?

Ich glaube, das wäre „Maggo„. Mädness ist technisch so ein unfassbar versierter MC und hat einfach eine Stimmgewalt wie ein Megaloh. Remixe sowieso sehr gerne meine eigenen Beats, weil ich gerne versuche eine Schippe draufzulegen.

 

Name:  Gibmafuffi

Alter: 28

Wohnort: Offenbach

Produziert seit: 2010

Equipment: Playstation 1

Favorite Break: Led Zeppelin – When The Levee Breaks

Favorite Non Hip-Hop Song: Cid Rim – Poellau

Favorite Hip-Hop Producers: Dexter, Brenk, Fidmella, Klaus Layer, Melodiesinfonie, Figub, Dave Sparkz, Markus B, FloFilz, Twit One

Favorite Non Hip-Hop Producers: Breakbot

Hier könnt ihr seine aktuelle LP „Spielschulden“ bestellen.

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Endlich ist wieder ein Mädel da! Luisa ist seit 2016 Teil der BACKSPIN GANG. Die ehemalige Marktforscherin macht das, was sie am besten kann und analysiert für euch den Hip Hop-Markt und sucht nach den wichtigsten News.
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