Donkong im Producer Spotlight: „Je schräger, umso besser.“

Seit über zehn Jahren machen Thomas und Johannes Musik und haben dabei schon mit Künstlern wie Casper oder Xavier Naidoo zusammengearbeitet. Im Duett fungieren sie unter dem Namen Donkong und konnten mit Remixen Größen wie Major Lazer beeindrucken. Wie es zu den Arbeiten an „Xoxo“ kam und worin sich ihre Arbeitsweisen unterscheiden, erklären sie lieber selbst.

Name: Thomas, Johannes (Cop Dickie)

Alter:  30, 28

Wohnort: Chemnitz, Mannheim

Produziert seit: 15 Jahren, 12 Jahren

Equipment:  Macbook Pro 2015 i7, RME UCX, Adam A7X + SUB7, Bitwig / Logic, Komplete, Serum,

Favorite Breaks: Lyn Collins„Think About It“

Favorite Hip-Hop Songs: The Roots„Game Theory“, Kanye West„Street Lights“, Foreign Beggars„Contact“, The Streets„On The Edge Of A Cliff“

Favorite Non Hip-Hop Songs:  Portishead„Silence“, Camo & Krooked„Broken Pieces“, Sigrid„Don’t Kill My Vibe“

Favorite Hip-Hop Producers:  Kanye West

Favorite Non Hip-Hop ProducersNoisia, Skrillex

Aktuelle Produktionen: „Animals EP“

T = Thomas

J = Johannes

Wie seid ihr zum Produzieren gekommen?

T: Ich hab früher selbst gerappt, aber über Modem-Internetverbindung Instrumentals zu laden dauerte ewig, also habe ich angefangen selbst welche zu bauen. Irgendwann hab‘ ich Rap aufgegeben, weil ich nicht ausdrücken konnte, was ich fühle. Dann hab ich nur noch Beats gemacht.

J: Mein Bruder hat früher immer in unserem Hobbykeller Beats gebaut und sich ein kleines Studio eingerichtet. Ich bin dann übers Schlagzeug spielen da reingerutscht und konnte nicht mehr aufhören.

Was sind eure Einflüsse? Wer inspiriert euch?

T: Ich höre sämtliche schräge Musik. Je schräger umso besser. Ich finde darin immer wieder neue Konzepte Songs zu strukturieren oder Ideen zu musikalischen Themen und allen voran wird das Sounddesign umso wichtiger je mehr man sich von Popmusik entfernt.

J: Eigentlich alles bei mir. Ich höre alles Mögliche durcheinander und wenn ich was cool finde will ich das auch machen. Das ist das was ich „Inspiration“ nennen würde. Das sind größtenteils sehr melancholisch angehauchte Sachen. Im Moment läuft z.B. Christian Löffler hoch und runter.

Wie unterscheidet sich eure Arbeit, wenn ihr gemeinsam an einem Projekt sitzt?

T: Einer sitzt auf der Couch, der andere am Rechner. Das gute daran ist, dass man vorm Bildschirm meist zu nah dran ist, um das große Ganze des Songs zu erfassen. Während der andere schon ein Stück weiter ist und den Song in seiner Gesamtheit weiter konzipiert und Ideen liefert, die es zu einem stimmigen Endprodukt rücken. Wir machen aber auch viele Songs getrennt und schicken nur mp3’s in verschiedenen Stadien rum. Johannes ist da meist der musikalischere und ich eher so der Soundtüftler.

Thomas, du hast schon an Caspers „Xoxo“ mitgewirkt. Wie lief da die Zusammenarbeit ab? 

Über ICQ und Skype. Wir haben uns sehr viel darüber ausgetauscht, was für Musik wir cool finden und welche Elemente von bestimmten Alben in das Album einfließen sollten. Dieser Prozess hat sich über zwei Jahre hingezogen, bis es eine Menge Demos gab, mit denen Cas dann zu seinem neuen Label gewechselt hat. Am Ende haben es 5 davon auf das fertige Album geschafft.

Cop, vor über drei Jahren Jahren hast du mit Sorgenkind die „Sommerloch EP“ gemacht? Welche Rapprojekte können wir in Zukunft von dir erwarten?

Wir sitzen quasi seit der „Sommerloch EP“ an einem Album, das jetzt wohl endlich mal das Licht der Welt erblicken wird, wenn alles glatt geht! Ansonsten produziere ich in letzter Zeit nicht allzu viel für Rapper, hab‘ aber vor da wieder mehr Fokus drauf zu legen.

Wie wichtig ist für euch das Equipment?

T: Ich finde Equipment ist wie eine Werkzeugkiste. Selbst mit einer kleinen Kiste mit den wichtigsten Tools, kann man die meisten Arbeiten sehr gut ausführen. Für manche Fälle gibt es dann Spezialwerkzeug. Das sind dann aber nur die letzten 15 Prozent.

J: Outboardgeräte spielen für mich keine allzu große Rolle. Wenn dann quasi „digitales“ Equipment. Das ist schon sehr wichtig und Teil des Workflows. Es kann aber ultra spannend sein, mal komplett rauszukommen und in fremden Umgebungen zu basteln.

Mit wem würdet ihr gerne einmal zusammenarbeiten?

Bausa, Sero, Lakmann, Marteria, Sigrid, Sevdaliza, SG Lewis

Welchen Song hättet ihr gerne produziert?

Noisia„Mantra“

Welche eurer eigenen Produktionen mögt ihr am liebsten und warum?

T: „Black Magic“ – weil er so eine starke Melodie hat und den Club kaputt macht.

J: Ich mag unseren „Avvah Remix“ am liebsten, jedenfalls zum zu Hause entspannt hören

Woran arbeitet ihr gerade?

In erster Linie an mehr eigenen Songs, aber auch an verschiedenen Collabos. Shoutout an Voicians, London Nebel und Marten Hørger <3.

Raptechnisch sind gerade drei Alben in der Mache: Dissythekid, Sorgenkind und Die Boys.

Die Facebookseite von Donkong

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Von der 606 zur 040. Genauer gesagt aus einem Nest mit Partnerstädten in den USA und Brasilien, über die älteste Stadt Deutschlands zu BACKSPIN.

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1 Comment

  1. Copycat

    7. März 2018 at 8:52

    Mensch, ihr habt ja richtig innovative Ideen!
    Producer pushen durch 1 kleinen Steckbrief, Kurzinterview und Hörprobe! Da kam ja noch keiner drauf!

    Oder etwa doch…? -.-

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