Producer Spotlight – BENDMA

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 Wie bist du zum Produzieren gekommen? Wer hat dich dazu gebracht?

Ich hab als 14 jähriger das Rappen angefangen und wollte meine eigenen Beats. Im Endeffekt kaufte ich mir eine MPC 2000 und wusste nicht was Midi ist. Da es noch keine Youtube-Tutorials oder sowas gab hab ich mir dann alles selber beigebracht.

Wie würdest du deinen Style beschreiben und hat er sich über die Jahre verändert?

Anfangs wollte ich, wie jeder um das Jahr 2000, wie DJ Premier klingen. Mittlerweile hab ich zwischen trappigen Drums und souligen Pads meinen Sound gefunden.

Glaubst du, dass dein Equipment eine große Rolle dabei spielt, wie deine Beats klingen?

Na klar. Ich liebe meine Boxen weil sie schon in der Vorproduktion die Wahrheit sagen und ich somit auch Kompressoren und EQs kreativ einsetzen kann und nicht nur um Sounds aufzupolieren. Dazu kommt die enge Zusammenarbeit mit Firmen wie Native Instruments oder Antelope. Dadurch kann man sich mehr aufs Musikmachen konzentrieren und nicht auf das „womit mach ich jetzt was“ und klingt auch alles. Man ist einfach sicherer im Sound.

Wie haben sich deine Produktionen im Laufe der Zeit weiterentwickelt? Gibt es bestimmte Routinen, die du immer machst, wenn du einen Beat baust?

Ich dreh n riesigen Joint und guck was passiert. Es kommt drauf an, ob ich mit einer Idee anfange oder einfach so lange einen Sound suche, bis mir was einfällt. Dann spiele ich so viele Spuren ein wie es nur geht und räum dann alles für ein Arrangement auf.

Welche deiner Produktionen magst du selbst am liebsten und warum?

Marsimoto – „Trippin“! Ich hab zwar an 4-5 Songs mitgearbeitet auf dem aktuellen Marsi-Album, aber hier haben Beat und vor allem Text mich und meinen Sound am besten reflektiert.

Denkst du, dass ein Street-Rapper eher einen anderen Sound braucht als zum Beispiel ein Conscious Rapper? Wenn ja, warum?

Bullshit. Die Kunst ist es, auf alles rappen zu können und trotzdem geil zu klingen. Ich mag diese Verbohrtheit und Angst vor was Anderem im deutschen Hip-Hop nicht so. Wir brauchen Eier!

„Ich dreh n riesigen Joint und guck was passiert.“

Wie wichtig ist es dir eigentlich, was ein Rapper oder Sänger auf deinen Beats sagt?

Ich kriege immer mal Vorwürfe gemacht, weil irgendwelche Künstler irgendwen dissen. Ich halte mich da raus aber achte auch schon darauf, dass keiner was gegen meine Jungs sagt. Sonst fliegt er raus. Ich kann aber auch nicht für alles Verantwortlich gemacht werden.

Wie siehst du Hip Hop heutzutage (positiv/negativ)?

Positiv! Es gibt so viel Vielfalt und immer wieder neue Genres bzw neue Sounds und Flows. Ich Feier das tot! Wenn Hip-Hop sich nicht entwickeln würde, wäre er tot. Ich feier sogar die alten Backpacker / Baggy-Jeans Größe 42-Träger, die immer rumheulen wenn was neues kommt. Auch das gehört zu Hip-Hop. Ich find das alles super so.

Woran arbeitest du gerade? Was kommt Neues von dir?

Ich hab eine kleine Platte gemacht die Anfang 2016 kommt und mit verschiedenen Künstlern gearbeitet. 2016 wird schon wild.

Wenn du heute einen Remix machen dürftest, ob Hip-Hop oder nicht, welchen Titel würdest du wählen?

Ühhh, schwierige Frage… Hildegard Knef, glaub ich. Da gabs ja jetzt auch son Sampler. Aber mich fragt ja keiner…

Welche anderen Musikstile reizen dich und warum? Ist Rap eine eher limitierte Musikrichtung?

Ich mag auch Trap und Soul und R&B aber im Endeffekt ist alles auch schon im Rap vorhanden. Ich mag aber auch mal Musik, die schneller als 110 bpm ist. Vor allem wenn es dunkel wird.

Danke für deine Zeit.

Name: BENDMA

Alter: 29

Wohnort: Green Berlin

Produziert seit: 2005

Equipment: Ableton, Native Komplete , Roland System 1 , Antelope Orion , KS Digital AMD 25 , Ipad
Favorite Breaks: Pühh.. schwierig. Hab früher beim Sammeln nicht so aufs Beschriften geachtet. Aber James Brown hat immer ne geile Snare parat!
Favorite Hip-Hop Songs: Camp Lo – „Luccini“, Sean Price – „Boom Bye Yeah“, Busta Rhymes – „Gimme Some More“.

Favorite Non Hip Hop Songs: James Blake – „Life Round Here“

Favorite Hip Hop Producers: Troyboi , Hudson Mohawk , Flying Lotus

Favorite Non Hip Hop Producers: Rick Rubin Quincy Jones

Aktuelle Produktionen: Marsimoto – „Trippin“

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Sebastian ist ein "Real Hip-Hop Kid" und seit Ende 2015 Teil der BACKSPIN Gang. Er ist zuständig für Interviews, Konzertberichte und Artikel auf der Website. "Hip-Hop is not on the Radio!" #allesbackspin

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