Pro Evolution Soccer 2016

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Um meine folgende Einschätzung dieses Spiels besser einordnen zu können, muss ich eines vorweg schieben: Ich bin seit dem ich Konsole spiele ein riesen Fan der FIFA-Reihe und denke, dass da eigentlich wenig bis nichts drüber geht – zumindest für den Anspruch, den ich an ein solches Spiel habe. Dennoch habe ich die letzten Jahre Pro Evolution Soccer immer eine Chance gegeben, sei es mit dem anzocken der Demo oder sogar der Vollversion. Immer war ich danach enttäuscht und zum Teil leider sogar amüsiert über die Darstellung einer sogenannten Fußballsimulation. Dieses Jahr war das anders.

Fangen wir ganz einfach an. Die Menüführung und Darstellung der Spieloptionen, die einem zur Verfügung stehen:  Solide. Sieht ganz schick aus, ist funktional und einfach zu bedienen. Alles in Ordnung.

Dann begebe ich mich in den Freundschaftsspiel-Modus und die Probleme beginnen. „Ach ja, da war ja was!“ – als verwöhnter FIFA-Spieler bin ich es gewohnt, dass ich ca. 500 Ligen und jedes Team dieser Ligen zur Verfügung habe. Grundsätzlich auch immer mit den offiziellen Logos, Kadern, Spielstätten und Trikots. Dies ist bei Pro Evo leider nicht gegeben. Zwar stehen einem Ligen wie die Spanische, Französische, Italienische, sowie eine Südamerikanische zur Verfügung, aber leider bei weitem nicht so viele wie beim Klassenprimus. Unterschlagen darf man jedoch nicht, dass Konami sich die Rechte an der UEFA Champions League, der Europa League sowie weiterer internationaler Clubwettbewerbe gesichert hat. Eine schöne Sache. Nun gut – weiter geht’s.

Spieleinstellungen, also Taktiken, etc. lassen sich problemlos einstellen. Dann geht es zum Herzstück – dem Gameplay.

Grafisch ist Pro Evo zum Teil sogar stärker als die Konkurrenz von EA SPORTS. Zumindest wenn es um bekannte Gesichter geht, also die Akteure der Top-Clubs. Kaum ist der Ball angestoßen, merkt man aber bereits einen himmelweiten Unterschied zwischen FIFA und Pro Evo. Während EA SPORTS dem Spieler versucht jegliche Freiheiten zu lassen und ihn in jede Ecke des Feldes auf alle erdenklichen Weisen zu gelangen, erscheint es bei Pro Evolution Soccer alles ein wenig statischer. Bewegungen sind eingeschränkt und wirken ein wenig hölzern. Auch die Optik des laufenden Spiels erinnert bei den Kollegen von FIFA deutlich mehr an eine realistische TV-Aufnahme, als in diesem Fall. Aber genau das ist der springende Punkt: Pro Evolution Soccer soll etwas komplett anderes sein, als FIFA. EA versucht das realistischste Fußball-Spiel aller Zeiten zu sein – mit Erfolg. Pro Evo interpretiert das Ganze anders und setzt den Spielspaß an oberste Stelle. Das spiegelt sich nicht nur in der gesamten Aufmachung wider, sondern zeigt sich auch in der KI und der Ballphysik. Während man sich bei EAs Interpretation die Kugel minutenlang hin und her schieben muss, um eine halbwegs gute Chance zu kreieren, hat Konami das deutlich einfacher gestaltet. Es geht Schlag auf Schlag, Spieler stoßen in die Schnittstelle, ein guter Pass und der virtuelle Akteur steht frei vor dem Keeper, zum Einschuss bereit. Sehr erfrischend finde ich diese Entwicklung.

Natürlich ist FIFA 16 gegenüber Pro Evo 16 immer noch das sich deutlich näher an der Realität bewegende Spiel, gewinnt das Battle um Lizenzen und schnürt sicher das bessere Gesamtpaket – jetzt kommt das Aber – Pro Evolution Soccer 16 macht sich. Es wirkt auf mich, als habe Konami einen leicht veränderten Ansatz gewählt und versucht nun seine eigene Nische auf dem Markt der Fußball-Simulationen zu finden. Spaß macht das Teil alle Mal. Wenn einem Namen, Logos, Trikots, etc. nicht so wichtig sind, ist es definitiv eine alternative zu dem Klassenprimus von EA SPORTS.

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Calvin ist seit 2015 teil des Teams, schafft mehr als 20 Klimmzüge am Stück und verzweifelt jedes Wochenende aufs Neue an seinen Handball-Teamkollegen. Wenn er nicht im Dauerlauf das Treppenviertel auf und ab rattert, schreibt er leidenschaftlich gerne Reviews.

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