Anzeige: Odell Beckham Jr. und Kontra K über Sport, Motivation und Erfolg

Odell Beckham Jr

Manchmal reicht nur ein Track aus, um einen Rapper über Nacht zum Star zu machen. Ähnlich erging es dem mittlerweile zum wahren Football-Superstar gereiften Odell Beckham Jr. vor ungefähr fünf Jahren, als er auf legendäre Art und Weise einen Touchdown gegen die Dallas Cowboys erzielte. Der one handed catch des Wide Receivers sollte nicht nur als Catch des Jahres, sondern für viele auch als bester Fang aller Zeiten in die Footballhistorie eingehen. Seitdem hört man recht viel über den Ausnahmesportler, der Shaquille O’Neal als seinen „Onkel“ bezeichnet. Doch egal, was man über den gar nicht mal so großen, ehemaligen New York Giant hört: Beinahe alles hat mit seinem unbändigen Willen, Disziplin und Erfolg zu tun. Ein Rapper aus Deutschland, auf den diese Attribute ebenfalls zutreffen, hört auf den Namen Kontra K. Ihn begleitet nun schon jahrelang ein beinahe unglaublicher Erfolg. Nummer Eins Alben, ausverkaufte Tourneen, Festivals vor Tausenden von Menschen und Headlines in sämtlichen Gazetten. Eine Songzeile des Berliner Rappers stellte sich dabei als eine gern genommene, wenn auch mittlerweile abgegriffene Headline heraus: „Erfolg ist kein Glück“. Was liegt also näher als die beiden mal miteinander bekannt zu machen? Im Rahmen einer Nike-Kampagne haben beide in einem Zehlendorfer Gym zusammengefunden, um über ihre Fachgebiete zu sprechen: Erfolg, Rap, Disziplin und Sport.

OBJ

Ihr zwei habt euch schon gestern getroffen, oder?

OBJ: Ja?

Kontra K: Haben wir? (beide lachen)

Odell, warum ist es so wichtig für dich, Leute wie Kontra K zu treffen?

OBJ: Ich wähle einfach aus, wen ich mag. Im Grunde jeden, der motiviert und zielorientiert ist. Ich mag gute Strukturen. Die meisten sind also gute Menschen und Kontra K ist auch ein guter Mensch. Wir haben das Abendessen gestern Abend sehr genossen und ich wollte heute nur hierher kommen, um zu sehen, wie er arbeitet, jeden Tag aufsteht und andere Leute motiviert. Das ist sehr inspirierend für mich.

Kontra, du hast vor, selbst ein Gym zu eröffnen, oder?

Kontra K: Ja, ich habe viele Pläne (lacht). Alle Wege führen nach Rom. Ich habe ein paar Jungs, die weniger Möglichkeiten als ich haben und ich möchte meine Kraft und Partner wie Nike nutzen, um ihnen mehr Chancen zu geben, als sie im Moment haben. 

»Nicht jeder hat die Möglichkeit,  jeden Tag Sport zu treiben.«

Für wen soll dieses Gym sein?

Kontra K: Für alle! Für alle, die nicht Monat für Monat ein Fitnessstudio bezahlen können. Nicht jeder hat die Möglichkeit, in die Boxliga zu gehen oder jeden Tag Sport zu treiben. Vielleicht finden wir ja auch ein paar Box-Talente. Mit dem Boxen geht es in Deutschland derzeit bergab, aber ich glaube dennoch, dass wir viele Talente haben. Außerdem sind die Trainings-Methoden in Deutschland größtenteils veraltet. Also suche ich auf der ganzen Welt, um zu sehen, was wir besser machen können. Wir können etwas von Footballern lernen, aber auch von Läufern, von Fußballspielern und so weiter. Unsere Trainingsmethoden sind zu alt, daran möchte ich arbeiten.

Also ist das eine ziemlich coole Sache für dich, jemanden wie OBJ zu treffen? Kannst du etwas von ihm lernen?

Kontra K: Ja, er ist eine große Inspiration. Sieh dir an, was er geschafft hat! Meine Jungs hier können einen Blick auf ihn werfen und sehen, was sie erreichen können, wenn sie hart arbeiten. Und sie können sehen, dass es möglich ist. Normalerweise bekommen sie nur mit, was um sie herum geschieht und das war’s. Wenn sie ihn aber sehen und was er erreicht hat, dann werden sie vielleicht noch härter arbeiten. Die haben da keine Scheuklappen und können noch einiges lernen.

OBJ: Umgekehrt versuchen wir im Football auch eine Menge aus dem Boxsport einfließen zu lassen, wie zum Beispiel ihre Bewegungsabläufe. Du kannst dir Details nehmen, sie lernen und in viele andere Sportarten integrieren. Du kannst Fußball im Football nutzen, du kannst Basketball im Football nutzen. Du kannst jede Sportart als Teil deiner Sportart nutzen. Und außerdem ist es toll zu sehen, was Kontra K tut, denn er gibt Menschen eine Chance, die nicht die gleichen Möglichkeiten haben wie er. Ein Motto, nach dem ich lebe, ist, dass es nicht darum geht, den Gipfel des Berges zu erreichen. Es geht darum, wie viele Leute den Weg mit dir bestreiten. Wenn du es an die Spitze schaffst und nur du da oben bist, hast du ein einsames Leben vor dir. Mit einem Haufen Leuten, die das gleiche wollen wie du, wirst du eher Erfolg haben als alleine. Das, was er tut, ist also ziemlich phänomenal. Hoffentlich kann Nike ihm dabei helfen und ihm die richtigen Ressourcen geben, um einen Ort für Leute zu schaffen, die – ich will nicht sagen, weniger wohlhabend sind – aber einfach nicht die Mittel haben, die es braucht, um dorthin zu kommen, wo sie hin wollen. Jeder braucht Hilfe in dieser Welt.

OBJ

Während er ein Gym eröffnen möchte, versucht du krebskranken Kindern, hungernden Menschen und der Make A Wish Foundation zu helfen. Warum ist das euch beiden so wichtig? Ihr habt doch generell schon sehr viel um die Ohren.

Kontra K: Du kannst nicht einfach rausgehen und nehmen und nehmen und nehmen. Du musst etwas zurückgeben. Wenn du immer nur nimmst, dann …

OBJ: … es ist Karma!

Kontra K: Ja, das ist Karma! Und du musst etwas zurückgeben!

OBJ: Außerdem denke ich, dass er nur für die Art von Leuten spricht, zu der wir beide uns auch zählen. Ich brachte meine Mutter dazu, auf der Autobahn anzuhalten, als ich etwa fünf Jahre alt war, um einem Obdachlosen Geld zu geben. Wir fuhren mit 100km/h und ich schrie: „Halt an!“ und ging zurück, um ihm Geld zu bringen. Sobald man das Gefühl hat, alles erreicht zu haben, als gäbe es nichts mehr, was man gewinnen kann, ist das Einzige, was man noch tun kann, anderen etwas zurückzugeben. So wachsen auch andere durch dich – das spürt man. Ich habe immer denen zurückgegeben, die weniger haben als ich.

Was würdest du heute tun, wenn du als Kind keinen Sport getrieben hättest?

OBJ: Das ist eine schwere Frage. Es gab nie einen Plan B. Plan A war irgendein Sport. Ich wollte irgendwo professionell spielen – da gab es keine Zweifel. Es gab niemanden, der mich aufhalten konnte. Es ist also sehr schwer für mich, darüber nachzudenken, was ich heute tun würde. Ich  habe mein komplettes Leben dem Sport verschrieben, um dort hinzukommen, wo ich heute bin. Ich meine, es gibt noch viele andere Dinge, die ich heute tun könnte. Ich bin wohl talentiert.

»Wenn ich kein Sportler wäre, würden wir wahrscheinlich einen Track zusammen machen.«

Rappen zum Beispiel?

OBJ: Wenn ich kein Sportler wäre, würden wir wahrscheinlich einen Track zusammen machen (lacht). Musik ist meine Leidenschaft. Ich liebe es, aber ich habe mich nie wirklich damit beschäftigt – außer als ich jünger war. Ich habe alles dem Sport gewidmet, aber vielleicht werde ich irgendwann darauf zurückkommen.

Kontra K: Ich schließe mich ihm an. Es gab keinen Plan B. Ich habe hart dafür gearbeitet und wollte es einfach. Ich wollte es mehr als die anderen und jetzt bin ich hier. Ich glaube, ich habe die Mentalität aus dem Sport übernommen. Wenn du unsauber trainierst oder zu faul bist oder  gar nicht erst trainierst, wirst du keinen Erfolg haben und im Kampf kassieren. Es gibt immer jemanden, der besser ist als du. Also musst du trainieren, trainieren, trainieren. Es ist bei jeder Arbeit das Gleiche. Wenn du deine Arbeit liebst, bist du bereit, alles dafür zu geben. Ich liebe meine Arbeit, ich liebe meine Musik und ich gebe jeden Tag alles. Jetzt bin ich hier und versuche irgendwie, dem Sport und der Musik etwas wiedergeben zu können. Deshalb bin ich hier.

 

Warum ist es eurer Meinung nach so wichtig, als Kind Sport zu treiben?

OBJ: Ich denke, es gibt dir Struktur. Kinder ohne Struktur sind normalerweise diejenigen, die in Schwierigkeiten geraten, weil sie nichts haben, wofür sie morgens aufstehen. Bei mir war alles durchgetaktet. Schule von 7:00 bis 16:00, Training ab 16:30, danach nach Hause und Hausaufgaben machen. Struktur gibt dir eine Balance im Leben. Ich merke das immer nach der Saison. Es ist deutlich schwerer, deine Routine aufrechtzuerhalten, wenn du auf einmal so viel Freizeit hast.
Also stelle ich mir für die nächsten sechs oder sieben Wochen selbst einen Trainingsplan auf. Dann habe ich einen Zeitplan, der sicherstellt, dass ich um 8:00 wach bin, um 8:30 frühstücke, von 9:00 bis 13:00 trainiere, Pause bis 16:00 mache und danach noch einmal bis 19:00 trainiere. Vielleicht gehe ich danach noch einmal joggen oder doch einfach nach Hause, entspannen und am nächsten Tag geht’s von vorne los. Mit einem Zeitplan fällt es mir einfach leichter, meinen Pflichten nachzukommen und irgendwie auch, mich aus Schwierigkeiten rauszuhalten. Es gibt dir einfach Balance.

Kontra K: Sport bringt dir Fairness und Teamgeist bei. Wenn du auf der Straße unterwegs bist und Scheiße baust oder nicht zur Schule gehst, ist das alles andere als gut. Ich glaube, dass der Boxring sehr wichtig für mich und meine Entwicklung war. Es gab da immer diesen einen Typen, der stärker war als du. Im Ring hast du keine Freunde oder Cousins, die dir Rücken geben.

OBJ: Da hilft dir niemand.

Kontra K: Ja, nur deine Leistung zählt – sonst nichts. Man muss sich also alles verdienen und das ist auch, was der Sport dir beibringt. Du musst etwas tun. Du kannst nur das erreichen, was du auch bereit bist, dafür zu geben.

OBJ: Es gibt einen Grund, warum ich diesen Sport so sehr liebe. Ich bin sehr teamfähig, aber es hat etwas mit einem selbst zu tun. Ich meine, jeder kann dich coachen und dir Ratschläge geben. Es spielt keine Rolle. Es gibt nur dich und diese Person. Für mich ist es wie Tennis. Ich habe Monfils gegen Djokovic gesehen. Monfils hat dort mit sich selbst gekämpft. So ist das bei Einzelsportarten. Nicht mein Team hat verloren, sondern ich. In meinem Sport hängt man davon ab, dass der Quarterback einen schlechten Ball wirft oder der Receiver einen fallen lässt. Es braucht nur eine Person, die einen Fehler macht. Man muss lernen, sich noch mehr aufzuopfern als in den Einzelsportarten.

Kontra K

Ihr seid in euren Jobs beide extrem erfolgreich. Was motiviert euch überhaupt, tagtäglich an eurer Karriere zu arbeiten? Geld kann das ehrlich gesagt nicht sein.

Kontra K: Geld ist nicht alles. Ich glaube, wir haben die Frage gerade schon beantwortet. Es geht darum, zurückzugeben. Alles zu haben und alles kaufen zu können, was man möchte… das ist nicht der Antrieb, weiterzuarbeiten. Es geht um den Plan nach dem Plan.

OBJ: Es geht nur um die Legacy. Es geht darum, deinen Familiennamen auf der ganzen Welt berühmt zu machen und genauso auch andere Leben zu verändern. Für mich geht es nicht um Geld. Ich habe das Gefühl, dass ich zwei Millionen Dollar, zweihundert Millionen Dollar oder zwei Milliarden Dollar haben könnte und ich mit den zwei Millionen Dollar immer noch alles tun könnte, was ich will. Geld allein wird dir niemals weiterhelfen und dich dorthin bringen, wo du hinmöchtest. Und wenn es das tut, dann wirst du das in anderen Momenten deines Lebens zu spüren bekommen. Es ging mir nie um das Geld. Es ging immer um das Vermächtnis. Es ging um das Gewinnen, es ging um Meisterschaften, um Statistiken, was auch immer. Es geht wirklich die ganze Zeit um das Vermächtnis.

Hast du jemals darüber nachgedacht, es wie dein ‚Onkel‘ Shaquille O’Neal zu machen und neben deiner aktiven Karriere als Sportler zu Rappen und auch Musik zu veröffentlichen?

OBJ: Ich glaube, ich würde mich da schnell in Schwierigkeiten bringen. Es ist einfach sehr schwer für mich, Musik zu machen und alles so sagen zu können, wie ich es gerne würde, ohne dass es mir jemand krumm nimmt oder sogar gegen mich verwendet.

Ich habe mal gesagt, dass ich einen Track veröffentlichen werde, der wahrscheinlich fünf oder sechs Minuten dauert. Einfach straight Realtalk, mit allem, das ich durchgemacht habe, wie ich meine Welt sehe. Es geht um meine Perspektive, mein Leben. Das wird auf jeden Fall passieren.

Vielleicht mit Kontra K.

OBJ: Ja, er kann einen Part haben (beide lachen).

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