Need for Speed Payback – the Fast and the Furious light mit Spaßpotential (Xbox One)

Es heißt ja das man seine erste große Liebe immer im Herzen behält und was Arcade-Rennspiele angeht kann ich das definitiv bestätigen. Als ich mir damals gegen Ende des letzten Jahrhunderts (ja ich bin alt) ziemlich zeitgleich das erste Need for Speed und  den zweiten Teil zulegte war es auf jeden Fall Liebe auf den ersten Blick, den die Spiele hielten was sie versprachen. Rasante arcadelastige Straßenrennen mit unglaublicher Geschwindigkeit, geilen Autos, toller Grafik, treibendem Soundtrack und auch damals schon mit der Möglichkeit sich mit der Polizei anzulegen. Über die Jahre konnte ich dann leider nicht immer alle Teile spielen aber bei „Underground“ und später bei „Most Wanted“ war ich wieder an Bord und die beiden Teilen gelten wahrscheinlich nicht umsonst als die besten der Reihe. „Most Wanted“ ist allerdings auch schon 12 Jahre alt und in der Zwischenzeit war ich leider auch nur noch Zuschauer und kein Teilnehmer mehr im Need for Speed Kosmos. Ich verfolgte interessiert die Entwicklung der Reihe die, wenn man nach den Bewertungen geht, stets zwischen sehr gut und ok schwankten. Der letzte Teil den ich mir zulegte war „The Run“ weil ich die Grundidee sehr ansprechend fand. Es war auch ein stabiles Rennspiel das durchaus Spaß gemacht hat, aber es konnte mich nicht so in den Bann ziehen wie damals, was mich erneut auf die Zuschauerränge trieb. Jetzt 6 Jahre später bin ich froh Mal wieder in den Need for Speed Universum eintauchen zu dürfen um zu sehen ob es es schafft mich zu fesseln und wieder zahllose Stunden hinter dem Steuer zu verbringen und pulssteigernde Rennen zu absolvieren oder ob es sich in die eher mäßig bewerteten und von den Fans nicht so geschätzten Teile der letzten Jahre einreiht.

Klischees mit solidem Unterbau

Erstmal zur, leider etwas klischeehaften und nicht unbedingt innovativen, Story, aber na gut the Fast and the Furious guckt man ja auch nicht wirklich wegen der tiefgreifenden Dialoge. Ihr spielt eine Crew bestehend aus dem jungen, coolen, weißen, Tyler „Ty“ Morgan (Racer, Drag) der sich selbst als der beste Rennfahrer der Stadt bezeichnet,  dem sprücheklopfenden, coolen, schwarzen Sean „Mac“ McAlister (Drift, Offroad), der toughen, schönen Quotenfrau Jessica „Jess“ Miller (Runner) und dem wortkargen, lässigen Mechaniker Ravindra „Rav“ Chaudhry (Tuning) die zu Anfang bei einem Coup beschissen und auseinandergerissen werden, um sich dann etwas später wieder zusammenzuraufen um sich zu rächen und der alles manipulierenden Organisation „the House“ den Gar auszumachen. Das ganze findet in dem Las Vegas Clone Fortune Valley und in dessen Umgebung in einer Open World statt, die optisch sehr schön daher kommt. Auch die Fahrphysik von Payback kann sich durchaus sehen lassen und sorgt für Fahrspaß, allerdings eher wenn man arcadelastigen Rennspielen zugeneigt ist, denn reales Fahrverhalten a là „Forza“ oder „GT“ sucht man hier vergebens. Nach dem Storyeinstiegstutorial und dem ersten Rennen findet ihr euch, wie bereits erwähnt, wieder als Crew zusammen um das „House“, das fast ganz Fortune Valley kontrolliert, in seine Schranke zu weisen. Dafür müsst Ihr diverse Rennen aus verschiedenen Kategorien, wie z.B. Drift, Offroad, Drag usw.  absolvieren. Durch Siege könnt Ihr dann eure Autos optisch und leistungstechnisch tunen oder Euch auch neue zulegen. An neue Wagen könnt ihr außerdem mit dem aus „Forza Horizon“ bekannten Wracksystem kommen. Die könnt ihr nach Hinweisen in der Welt finden und ihnen dann neues Leben einhauchen.

Fazit

Need for Speed Payback ist auf jeden Fall ein solider Arcaderacer der Spaß macht bzw. machen kann, je nachdem welche Ansprüche man hat. Die gewaltigen Actionszenen à la „Fast and Furios“ sehen optisch super aus, allerdings ist es sehr schade das man meistens kurz vor dem entscheidenden Augenblick das Steuer aus der Hand genommen bekommt. Nehmen wir als Beispiel einen Sprung bei dem ein Laster als Rampe dient. Man muss nur bis zu einem gewissen Punkt fahren und die technische Feinarbeit des die Rampe treffens wird einem nicht gegönnt oder zugetraut, was leider etwas demotiviert und einem den Spaß nehmen kann. Auch diverse kleine Bugs und etwas lange dauernde Wiedereinstiege nach Unfällen sind etwas nervig. Was die Langzeitmotivation angeht ist es Ansichtssache ob man den möglichen Grind den man benötigt um in den immer schwerer werdenden Rennen mithalten zu können gut findet oder nicht. Es gibt natürlich auch die Möglichkeit sich mit echten Geld und den, leider, inzwischen ziemlich selbstverständlichen Lootboxen nach vorne zu „arbeiten“, aber auch als ehrliche altmodischer Spielearbeiter kann man sich hier seinen Rennlorbeeren verdienen und dem „House“ zeigen was eine Harke ist. Ich persönlich mag Need for Speed Payback und denke ich werde auf jeden Fall noch ein paar Stunden hinter dem virtuellen Lenkrad verbringen. Da ich in den letzten Jahren leider nicht viel Rennspiele gespielt habe kann ich leider keine Vergleiche zu den aktuellen Marktführern ziehen, aber ich finde eh das Rennspiele auch immer schon viel mit persönlichem Geschmack zu tun hatten. Entweder man wird angefixt oder nicht, da können irgendwelche „Aber das ist hier schöner und da besser und dort schneller“ Argumente durchaus zweitrangig werden. Eines meiner absoluten Lieblingsrennspiele aller Zeiten ist zum Beispiel „San Francisco Rush“ auf dem N64 was auch nicht unbedingt ein Zuschauerliebling war mich aber für unzählige Spielstunden gefesselt hat und mir noch Heute ein Lächeln ins Gesicht treibt. Also wenn Ihr Lust auf einen durchaus spaßigen Arcaderacer mit netter Optik habt dann gebt Need for Speed Payback ruhig eine Chance.

Need for Speed Payback ist bisher für die Xbox One, die Playstation 4 und PC erschienen

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Ich hatte irre Visionen, während ich schlief: »Als wären nur noch Dope MCs im Radio aktiv!«. Hip-Hop ist wie Pizza, auch schlecht noch recht beliebt. Aber was auch immer ich anpranger' Ich bleib' doch nur Dein Handlanger, weil, ich lebe diesen Blödsinn und geh' darin auf wie Lötzinn! Du musst Hip-Hop lieben als wärst du immer nur Fan geblieben.

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