Review: NBA2K19 Watch the Throne (Xbox One)

Ich erinnere mich gerne an 1999, das Jahr in dem der Dreamcast erschien. Der was, werden sich wahrscheinlich einige oder traurigerweise wohl die meisten der Leser hier fragen. Der Dreamcast, die letzte Konsole, die Sega herausgebracht hat und auch die erste, die Zugang zum Internet bot. Also theoretisch, so richtig gut geklappt hat das leider nicht, aber es war möglich und zwar vom ersten Erscheinungstag an und nicht wie bei der Playstation 2 theoretisch, irgendwann, vielleicht, ein bisschen. Vielleicht bemerkt ihr den leichten (unterschwelligen) Groll meinerseits gegen die Playstation 2, die letztendlich verantwortlich war für den leider relativ schnellen Tod meines heißgeliebten Dreamcasts und das nur aufgrund des Namens und nicht wegen irgendwelcher Vorteile, denn der Dreamcast war Minimum gleichwertig. Aber egal, durchatmen,  das Thema würde hier zu lange dauern und wäre wahrscheinlich auch zu nerdig, deshalb weiter im Text.

Warum ich überhaupt auf den Dreamcast komme? Weil das die Konsole war auf dem damals der erste Teil von NBA2K erschien, der mich direkt in seinen Bann zog. Eigentlich wollte Sega EA damit beauftragen ein Basketballspiel für den Dreamcast zu entwerfen. Aber da die in ihrer gewohnt bescheidenen Art darauf bestanden, dafür die Exklusivrechte für alle Sporttitel auf dem Dreamcast zu bekommen, sah Sega sich nach einer Alternative um und vergab den Auftrag an Visual Concepts, die mit der 2K Reihe einen jahrelangen Siegeszug auf dem Feld der Basketballspiele antreten sollten. Seit nunmehr fast 20 Jahren gilt NBA2K als Basketballprimus und EA konnten mit ihrer NBA Live Reihe nie mehr als Platz 2 erreichen. In den letzten Jahren wurde allerdings immer mehr am 2K Thron gerüttelt, da Visual Concepts sich in der Führungposition vielleicht etwas zu sicher wähnte und EA immer etwas mehr aufholen konnte. Ob NBA2K19  weiterhin den Thron verteidigt oder ob der König im Sterben liegt, dafür könnte NBA2K19 ein entscheidender Indikator sein.

Als erstes Mal zu den Fakten. NBA2K19 sieht echt gut aus und kommt mit einer ungeheuren Fülle verschiedenster Modi daher. Wirklich viele, sehr viele Modi, die alle eine Menge Potenzial für großen Spielspaß bieten. Da wäre der, inzwischen in fast jedem Sportspiel allgegenwärtige, Karrierestorymodus, der einen als ungedrafteten Spieler den Umweg über die chinesische Liga in die NBA beschreiten lässt. Das macht wirklich viel Spaß, ist sehr atmosphärisch geworden (z.B. Originalkommentatoren in Mandarin) und 2K hat eine gute Balance zwischen Zusehen und Mitspielen gefunden. Außerdem konnte man auch noch tolle Schauspieler wie z.B. Anthony Mackie (Avengers, Altered Carbon), Haley Joel Osment (The Sixth Sense, Silicon Valley), Michael Rapaport (Atypical, White Famous) gewinnen, die das ganze natürlich noch zusätzlich aufwerten. Verlässt man sein Appartment, dann kommt man in sein, in NBA2K18 eingeführtes, Viertel, in dem man sich die Zeit mit Einkaufen, Trainieren, Ingame-Währung verdienen usw. vertreiben kann. Außerdem kann man von hier aus den 5 vs. 5 Modus starten und sein eigenes 3-Mann-Team inklusive Trikots usw. erstellen. Wie ihr seht gibt es selbst in diesem einen Modus schon unglaublich viele Möglichkeiten, sich zu beschäftigen bzw. Untermodi. Dazu gesellen sich dann noch Blacktop, 2KU (das Tutorial/Training), „Mein Team“ und „Meine Liga“. „Meine Liga“ bietet auch eine Story-Variante, von der ich aber wegen ihrer unheimlich langen und nur in Textform vorhandenen drögen Dialoge abraten möchte. Wenn ihr managen wollt, dann haltet Euch lieber an die normale „Meine Liga“-Variante, denn die bietet alles, was das Herz begehrt inklusive alter NBA-Jahrgänge.

Fazit

Obwohl ich NBA2K damals unglaublich gefeiert und wirklich extrem gezockt habe und mir der Titel auch nach 19 Jahren immer noch wohlige Erinnerungen bereitet, konnte ich die letzten Titel leider nicht wirklich viel spielen. Auch NBA Live hat schon lange keine meiner Konsolen mehr gesehen. Deswegen kann ich leider keine Vergleiche ziehen, sondern nur meine Meinung zu NBA2K19 kund tun. Nach all den Jahren wiedermal die Basketballstiefel zu schnüren und intensiv in das virtuelle  Geschehen einzugreifen macht mir wirklich Spaß und Lust auf mehr. Das Gameplay ist nach wie vor super und die Atmosphäre in den Stadien echt gut umgesetzt. Die KI ist anpruchsvoll, kann gut mithalten und der neue „Entfesselt“-Modus („He´s on FIRE“. Na, wer kennts noch?) ist ein tolles Gimmick, das die Gruppendynamik eines Teams echt gut einfängt. Da ich eher der Typ „Zu-Hause-alleine-gegen-die-CPU – Spieler“ bin und  nur wenig online spiele, weil mir die immer weiter um sich greifende Pay to Win Kultur echt auf den Sack geht, kann ich den Online Grind nicht beurteilen.  Nur meine persönliche Meinung, dass ich dieses Konzept einfach ätzend finde, bzw. man die Spieler dann einfach trennen sollte. Die Leute können sich ja gerne alles erkaufen statt es ehrlich zu erspielen, wenn sie es dann unbedingt möchten bzw. einfach nicht die Zeit haben oder investieren können oder wollen.  Aber dann gebt ihnen einen eigenen Server oder  trennt sie anders von den Leuten, die sich alles erarbeiten wollen und nicht ihre Kohle dafür rauswerfen möchten oder können und z.T. gar keine Chance haben in ähnlichem Tempo zu leveln. Oder bietet es zumindest an.  Das ist ein Thema, das man sicherlich stundenlang diskutieren und da auch verschiedenster Meinung sein kann, aber solange dieses Cheaten für Geld salonfähig bleibt und ehrlich zockende Spieler dadurch immer mehr die Motivation genommen wird, werde ich meine Meinung nicht ändern. Nicht umsonst sind Lootboxen in Belgien inzwischen illegal bzw. als Glücksspiel definiert.  Aber zurück zum Thema, wenn ihr Lust auf eine cooles, atmosphärisches Basketballspiel mit einem tollen Gameplay habt, dann kann ich euch NBA2K19 nur ans Herz legen.

 

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Ich hatte irre Visionen, während ich schlief: »Als wären nur noch Dope MCs im Radio aktiv!«. Hip-Hop ist wie Pizza, auch schlecht noch recht beliebt. Aber was auch immer ich anpranger' Ich bleib' doch nur Dein Handlanger, weil, ich lebe diesen Blödsinn und geh' darin auf wie Lötzinn! Du musst Hip-Hop lieben als wärst du immer nur Fan geblieben.

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