Nazar – “Irreversibel”

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Nachdem sein letztes Album „Camouflage“ Gold ging, hat Nazar ein neues Album in der Pipeline. Es trägt den Namen„Irreversibel“ und wurde am 13.05.2016 veröffentlicht. Zwischen diesen beiden Alben ist, mal abgesehen vom Goldstatus, viel passiert. Nazar war medienpräsent. So war er zum Beispiel das Werbegesicht des österreichischen Fußballbundes. Aber auch Negatives bekam Nazar ab – Sticheleien von Rappern wie Bushido und Farid Bang und Anzeigen von der österreichischen Politikerspitze.

Laut eigener Aussage hat Nazar mit „Irreversibel“ was Neues probiert. Beim ersten Mal Hören fällt einem schnell auf, dass er wütender und angriffslustiger agiert als auf den Vorgängern:

Ich bin Gold gegang’ und lasse nur Erfolge für mich sprechen, Mein Schweigen wurd’ zu Platin, ich hab Feinde die dem Staat dien’, also fick diese fiktiven Beefs, ich streite nicht auf Smartscreens

(“Intro”).

Die Beats, die unter anderem von Abaz, Joshimixu und DJ Desue stammen, erinnern stark an die Produktionen auf „Narkose“. Sie gehen in eine eher trapige Richtung und sind wahnsinnig gut ausproduziert. Thematisch spiegelt das Album hauptsächlich das Leben auf den Straßen Wiens wider. So gibt es zum Beispiel den Song „C’est la vie“, dieser behandelt dieses Thema komplett. Auch seine ursprüngliche Herkunft findet wieder mal ihren Platz: „Teheran“ (feat. Mosh36 & Milonair). Zusätzlich haben es auch zwei deepe Tracks auf das Album geschafft: „Quadrat & Kreis“ (feat. M.A.M) und „Signal“. Und eben diese beschränkte Themenauswahl finde ich schade, so hat er auf den Vorgängern doch bereits gezeigt, dass er mehr kann. Denn so wird das Album schnell langweilig, und man hat das Gefühl, dass man alles bereits gehört hat. Ein absolutes Highlight ist aber der Song mit Sido: „Mein Viertel“. Wie der Name bereits verrät, handelt es sich hierbei um die Fortsetzung des Klassikers „Mein Block“ – neu sind die Geschichte und die Umgebung. Doch das Feeling bleibt dasselbe:

Mein Bezirk, mein Viertel, meine Welt, meine Straße mein Zuhause mein Block, kann schon sein, dass dir das alles nicht gefällt, aber Bruder, das ist nur in deinem Kopf“.

Die letzte veröffentliche Single „Zackig die Patte“ (feat. Kurdo) ist ein weiteres Highlight, da Nazar und KU sich dort perfekt in den Beat einreihen und bestens miteinander harmonieren. Thematisch trotzdem nichts Neues:

Ich hol mir heute was ich nie hatte, also Bitch gib mir zackig die Patte“.

Nazar hat es in meinen Augen nicht geschafft, etwas Neues zu kreieren. Er geht in eine neue Richtung, nur hat man leider alles schon irgendwo gehört. Insgesamt ist „Irreversibel“ grundsolide. Es hat seine Schwächen – hauptsächlich sind diese aber die langweilige Themenauswahl. Denn Beats, Features und Flows sind ohne Abzüge zu genießen. Auch dass er es geschafft hat, einen waschechten Klassiker in Form vom Nachfolger auf seinem Album platzieren zu können, ist wirklich lobenswert. Für das nächste Album würde ich mir, wie gesagt, mehr Themen wünschen. Allerdings sollte diese Wut, die er in sich trägt, immer noch dieselbe sein wie hier.

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