Nachruf auf Mac Miller: Der Unbedachte

Durch die Gefilde von Rap zu führen und seine emotionale Tiefe und Bedeutung zu beschreiben ist kein leichtes. Künstlerische und kreative Leichtigkeit symbolisiert im allgemeinen ein positives und beschwingtes Lebensgefühl. Ein Gefühl, welches ein Song, Mixtape oder Album trägt und so zum Soundtrack eines Lebens wird und einschneidende Augenblicke repräsentiert. So oder so ähnlich, lässt sich die Größe beschreiben, die Malcolm McCormick aka. Mac Miller mit seiner Musik bis zuletzt auf den Hip-Hop hinterlässt – ein Nachruf.

Ein hintergründiger Junge

Früh übt sich, wer ein Meister werden will. Schon im zarten Alter von sechs Jahren, widmet Mac sich dem Gitarren, Bass, Schlagzeug und Klavierspiel und formt so sein Interesse und Verständnis von Musik. Aufgewachsen in gutbürgerlichen Umständen in „The City of Champions“ Pittsburgh im Bundesstaat Pennsylvania, kommt auch er nicht an einer Sozialisierung durch den gegenwärtigen popkulturellen Einfluss von Hip-Hop vorbei. So beginnt er mit voranschreitendem Alter, sein bis hierhin autodidaktisches musikalisches Können, durch Reimformen und Songwriting zu ergänzen.

Die ersten Duftmarken setzte er mit „But My Mackin’ Ain’t Easy“ oder The Ill Spoken, ein Rap-Duo bestehend aus ihm und Beedie (Brian Benjamin Green), einem befreundeten Rapper aus der Untergrundszene Pittsburghs. Schon hier wurde der Tonus, von damals noch Easy Mac, auf dem Mixtape „How High: The Mixtape“ deutlich. All dass, inmitten der prägendsten Momente eines jungen Menschen, der High School Jahre. Eben diese Zeiten, für die wir alle irgendwie einen eigenen Soundtrack hatten oder haben. So sind diese, der federführende Einfluss auf seine ersten großen relevanten Tapes und Alben, welche sich ebenso akkurat in diese Zeit fügten. Niemand muss an die Nonchalance von „Nikes On My Feet“ erinnert werden. Diese unbekümmerte Echtheit auf dem Mixtape „K.I.D.S“, legten den Grundstein für seine Relevanz als Ausnahme-Rapper.

Mit Optimismus gegen die Abhängigkeit

Fortan ging alles ganz schnell. Der erste richtige Major-Deal platzte und ein Vertrag mit dem Indie-Label Rostrum Records winkte. Eine Unabhängigkeit, welche zum Gewinn wurde. Aufgrund eines ausbleibenden Ausverkaufs und der eigenen Glaubwürdigkeit wuchs das Ansehen des jungen weißen Rappers weltweit. Damit bewies er, dass er den Hip-Hop verstand. Etliche EPs und Mixtapes erschienen, bis die Zeit reifte, für ein erstes echtes physisches Album – „Blue Side Park“. Diese spielerische Unbedachtheit katapultierte sein Debüt an die Spitze der Billboard-Charts in den USA. Und das bei einem Independet-Label. Ein High School-Kid zeigte es allen. Der Rest ist Geschichte.

Mac Miller wurde zum Superstar innerhalb der Szene, fand aber auch außerhalb dieser immer wieder statt. Mit all dem Licht des Showgeschäfts folgte auch Schatten. Ein offenes Geheimnis. Dies spiegelte sich nicht nur in seinem Privatleben, sondern auch im Rap wieder. Doch eines blieb dabei niemals aus: seine Weiterentwicklung als Musiker. Er experimentierte viel und löste sich mehr und mehr von stereotypischen, jugendlichen Eigentümlichkeiten. Sein Rap wuchs heran, ebenso wie der Junge Malcolm auch. Zuletzt mit „Swimming“, ein von Jazz und Soul-Referenzen durchzogenes Album, was anders daher kam, aber eine Handschrift besaß.

Nun hat ein Symbol für Schaffenskraft mit nur 26 Jahren, die große Bühne und das Licht der Welt verlassen. Zu früh. Doch eines wird bleiben: Die Leichtigkeit und Freude, die Rap haben kann und durch ein Talent, wie das von Malcolm McCormick, ewig währen wird. Der Hip-Hop verneigt sich.

 

 

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