Musik: Raekwon (aus BACKSPIN Mag #117)

1994 gab es eine Flut auf Staten Island, bei der viele Tapes in eurem Studio zerstört wurden. Wäre das Album fast nicht erschienen?

Alter, wir haben eine Menge Musik verloren, als das Studio überschwemmt wurde. Es waren krasse Songs dabei, die nie jemand hören wird. Ich hatte zu dem Zeitpunkt aber noch nicht viel eingerappt. Im Grunde genommen waren es Skizzen und Rohversionen von Tracks, an denen wir noch mal gründlich arbeiten wollten. Es waren nicht nur Songs von „Cuban Linx“, sondern vor allem Beats. Ich glaube, RZA hat viele Instrumentals verloren, die er in der Zeit produziert hat.

Später bist du nach New Jersey gezogen und hast gemeinsam mit dem Rest des Clans in einem Haus gelebt, der Wu Mansion. Wie kam das?

Als wir so richtig erfolgreich wurden, entstand die Idee, eine Villa zu kaufen – die Wu Mansion. Das war so um 1996. Dort nahmen wir „Wu-Tang Forever“ auf. Wir wollten näher beieinander sein, damit wir uns voll auf die Musik konzentrieren konnten. Das haben wir gemacht. Wir hingen miteinander herum, haben Ideen entwickelt und konnten sie direkt umsetzen. Allerdings war es zu weit weg von unserer Hood. Ein paar von uns haben sich dort nicht so wohl gefühlt. Ich meine, die Wu Mansion war nie mein Hauptwohnort oder so. Ich hatte dort zwar ein eigenes Zimmer, doch es war mehr so etwas wie ein Rückzugsort für mich. Vor allem, wenn wir den ganzen Tag Musik gemacht haben und ich völlig erschöpft war.

 

Als 1999 dein zweites Soloalbum „Immobilarity“ erschien, gab es einen Bruch im Hinblick auf die Produktion: Es gab darauf keine Beats von RZA. Wieso?

Das ist so ähnlich wie auf meinem neuen Album „F.I.L.A.“. Du musst verstehen, ich bin MC. Das heißt, ich bin ein Künstler, der wächst und sich weiterentwickelt. RZA und ich haben jahrelang zusammengearbeitet. Ich war an einem Punkt angelangt, an dem ich das Gefühl hatte, in einem Käfig gefangen zu sein. Ich wollte da raus und meinen Horizont erweitern. Wie gesagt, es war mir schon immer wichtig, mit anderen Rappern und Produzenten Musik zu machen. Natürlich hatte der Wu- Tang Clan seinen eigenen Style, aber gleichzeitig wusste ich, dass wir mehr können. Als Solokünstler habe ich die Möglichkeit genutzt, das zu zeigen. Ich wollte nicht in einer Schublade feststecken.

Kurz darauf hast du dich von Loud Records getrennt und bist zu Universal gegangen. Bereust du diesen Schritt aus heutiger Sicht? Immerhin hattest du da auch gute Zeiten …

Nein, das würde ich so nicht sagen. Ich meine, Loud Records hat versagt. Ich bin mit meinem dritten Album „The Lex Diamond Story“ dann zu verschiedenen Labels gegangen. Ich wusste ja, dass es Interessenten gibt. Universal hat mir dann den besten Deal angeboten. Mit der Promo, die sie für mich gemacht haben, bin ich aber sehr unzufrieden gewesen.

 

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Razer

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