Musik in Kürze: Vega (aus der BACKSPIN MAG #111)

Es ist schwarz. Das ist das erste, was man mitbekommt, wenn man von „Nero“ hört. 360 Tage sind nicht viel Zeit, genau so lange ist es erst her, dass „Vincent“, das letzte Album von Vega erschien. Überraschend kletterte es auf Platz 5 der deutschen Charts und weckte Hoffnung, dass der Nachfolger mindestens genau so erfolgreich wird. Tatsächlich schaffte es „Nero“ auf Platz 2. Vielmehr geht nicht. Aufgenommen wurde das Album im wirklichen „Niemandsland“, in einem kleinen Studio in der Nähe Frankfurts. Abgeschottet, damit die ganze Konzentration dem Album gewidmet werden kann. „Diese Gegend hier ist Gallien wegen mir“, rappt Vega in einem der Songs. Wer jetzt denkt, dass sich der Albumtitel mit diesem Zitat ja quasi von selbst erklärt, liegt falsch. „Nero“ heißt gleichermaßen auch „Schwarz“ auf italienisch, was definitiv die Lieblingsfarbe des Künstlers ist. Deutlich erkennbar an der Gestaltung des Albums, des „Freunde von Niemand“-Logos, des Merchandise, und vielem mehr. Mindestens genau so düster ist die Stimmung, die das Album verkörpert. Kraftvoll rappt der Frankfurter seine Zeilen. Wer auf der Suche nach Partyhits ist, sucht hier vergeblich. „Ein bisschen wie Tagebuch schreiben“ ist es für ihn, erzählt er im Interview. Und auch auf die Frage, wieso seine Texte immer einen recht bitteren Beigeschmack besitzen, erhält man eine Antwort: „Zu 100 Prozent glücklich bist du sowieso nie“, erklärt er. Der Stil seiner Musik sei dadurch nur schwer zu beeinflussen. Der Mensch verbringe viel mehr Zeit damit, negative Dinge zu verarbeiten als positive. Bei der musikalischen Untermalung wurde viel auf Gitarren und Piano gesetzt, das Album passt hervorragend zum Januar, dem Releasemonat. Eines wird man bei Vega eben nie vermissen müssen: Authentizität. „Meine Anhänger sind für mich wie Familie, das Wichtigste“, erklärt der Frankfurter weiter im Interview. Thematiken wie Ehre und Loyalität finden sich auch auf dem Album wieder, hier geht es also nicht um vermeintlich krasse Battle- Rhymes. „Ich will meine Musik machen, Geld verdienen und meine Ruhe haben“. Allein bleibt der „Kaiser ohne Krone“ auf seinem dritten Studioalbum nicht. Neben Freunde-von-Niemand- Kollegen Bosca, Timeless, Johnny Pepp und Liquit Walker hat er sich zusätzlich noch RAF Camora, Motrip, PA Sports, Bizzy Montana, David Pino und KC Rebell mit ins Boot geholt.

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