Musik: Fashawn (aus BACKSPIN Mag #117)

„Guess I’m at a crossroads, lost hope and I lost quotes/ My heart smokes from the fire that ya’ll done provoked“ (Fashawn feat. Aloe Blacc & Nas – „Something to Believe In“)

Das ist die erste Bar aus „Something to Believe In“ auf „The Ecology“. Ich war einfach an einem Punkt, an dem ich meinen Glauben an Gott verloren hatte. Ich spürte seine Anwesenheit in meinem Leben nicht mehr. Allesfing an, zu vorhersehbar zu werden, zu langweilig. Also verlor ich meine Hoffnung und meine Worte. So viel Druck und der plötzliche Ruhm. Ich wollte fliehen. Aber ich hatte das Gefühl, die Welt hätte das provoziert, nicht ich. Ich war nur jemand, der den Stift nahm und ins Studio ging. Das ist einer meiner Lieblingssongs. Ich habe diesen Vers dreimal geschrieben. Als ich die erste Line dann hatte, wusste ich, das ist sie. Die würde ich Nas zeigen und hoffen, dass er darauf rappt. Ich könnte ewig über diesen Song reden.

Wer oder was in deiner Ökologie beeinflusste deine Lyrik am meisten?
Meine Mutter. Sie ist eine der eloquentesten Sprecherinnen und eine der artikuliertesten Personen, die ich je getroffen habe. Von ihr habe ich diesen Durst nach Wörtern und danach, zu lernen. Von meiner Mutter kommt meine Ausdrucksweise, wie ich Worte auswähle und sie verwende. Natürlich könnte ich auch die obligatorischen Rapper aufzählen, aber eigentlich kommt das alles von meiner Mutter.

Wer ist dein Lieblings-Lyricist oder die für dich beste Geschichte im Storytelling?
„Fetus“ von Nas. Das ist ein Song, in dem er Storytelling, Poesie und Personifizierung vorführt. Er bringt dich im Grunde durch seine Geburt. Das Austreten aus dem Vater, das Eintreten in die Mutter, die neun Monate im Bauch seiner Mutter und wie er zum ersten Mal seine Augen öffnet. Du fühlst dich, als ob du im Bauch seiner Mutter gewesen wärst. Er nimmt dich mit dahin. Er verwendet die Personifikation wie kein anderer Rapper. Oder „Last Words“. Da gibt es zu viele Songs. Deswegen ist Nas mein Favorit untern den Lyricists und Storytellern im Hip-Hop. Und aktuell mein Boss. Dame Dash würde es nicht gefallen, jemand anderes Boss zu nennen. Deswegen: Shout-out an meinen Partner Nas!

Kurze Schlussnotiz: Bei allem Respekt für versierte Lyrics, Poesie und personifizierendes Storytelling – das „Versace“- Schild war das Einzige, das Fashawn auf eigenen Wunsch behalten hat.

Interview: Viktoria Weber

 

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