Musik: Fashawn (aus BACKSPIN Mag #117)

„Blud take off the red gold and green/ Them man are soft just like ice cream, seen?/ Start moving correctly/ If you don’t wanna upset me, you get me?” (Skepta – „Shutdown“)

Keine Ahnung. In Oakland sagen sie „blud“. Oder ist die Gang in L.A. gemeint? Lass mich ein wenig nachdenken. Es ist nicht Kardinal Offishall … Keine Ahnung.

Das ist von Skepta, einem Grime-Rapper aus London. Ich nde es interessant, dass du aus- schließlich an Rapper aus den USA gedacht hast. Sagt dir Grime etwas?

Nein, nicht wirklich. Aber den Namen Skepta habe ich schon gehört. Als ich aufwuchs, hatte ich nicht allzu viel Berührung mit Künstlern aus anderen Ländern. Die längste Zeit meines Lebens habe ich nicht einmal Rap aus New York oder von irgendwo anders gehört. Ganz einfach aus dem Grund, dass ich aus Kalifornien komme. Ich habe kein Biggie-Album gehört, „Illmatic“ habe ich zum ersten Mal 2004 gehört. Die Leute denken wahrscheinlich, dass ich seit 1994 Nas-Fan bin – das stimmt nicht. Weil ich aus Kalifornien komme, wir sind sehr territorial. Ich stamme aus einer Gang-Kultur. Du entscheidest dich für eine Seite und vergisst alles andere. Erst mit „Boy Meets World“ begann ich, mich für die Welt zu öffnen.

„Peace to da Berg for repping rawness to Hollis/ A mix of Phil Collins and Nasir Jones/ With the best of both worlds contained in his palms” (Cronite – „Journey”)

Wer zur Hölle ist das? Keine Ahnung. Ist er Albanier? Queens? Warum Hollis? Dieser Typ kommt entweder aus Queens oder „da Berg“. Pittsburgh? Ich habe keinen blassen Schimmer, wer dieser Typ ist, aber ich respektiere definitiv seine Lyrik.

Das ist Cronite, ein deutsch-kroatischer Rapper aus Nürnberg, Bayern. Er rappt auf Englisch, was es in Deutschland nicht oft gibt. Es gibt aber Leute, die sagen, deutscher Rap oder generell jeder Rap, der nicht aus den USA kommt, sei kein echter Rap, sondern eine Kopie …

Ich habe gerade einen Song aufgenommen, der „Copycat“ heißt. Manchmal ist es eine Kopie. Wenn ich als Amerikaner nach Deutschland komme, dann will ich eure Geschichte hören, wie ihr Musik und Sound versteht. Ich will keine Imitation dessen hören, was wir zu Hause machen. Aber andererseits ist es auch schwer, den Erfinder nicht zu imitieren. Für mich ist es auch schwer, Nas nicht zu imitieren. Beziehungsweise ist es unmöglich für mich, mein Ding zu machen, ohne den Einfluss zu merken.

„If skills sold, truth be told, I’d probably be/ Lyrically, Talib Kweli/ Truthfully, I wanna rhyme like Common Sense/ But I did five mill’ I ain‘t been rhyming like Common since“ (Jay Z – „Moment of Clarity“)

Sean Carter, Jay Z. Sehr einfach. Wir alle kennen seine Ökologie. Aber hier gibt er zu, dass er nicht auf dem Skill-Level eines Talib Kweli reimen kann – doch kann Talib Kweli auf kommerzieller Ebene keine fünf Millionen verkaufen. In Wirklichkeit will Jay Z reimen wie Common Sense und Talib Kweli. Er wäre gerne ein Conscious- Rapper. Er ist es wahrscheinlich auch, aber damit verkauft man eben nicht so viele Platten.

 

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Razer

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