Music: Silla (aus der BACKSPIN MAG #111)

Hört man den Album-Titel von Sillas aktuellem Werk, „Die Passion Whiskey“, könnte man vermuten, der Berliner Rapper berichtet von einem Leben mit Alkoholexzessen, schnellen Autos und leichten Frauen. Wenn man dann aber den Maskuliner trifft und mit ihm spricht, wird sehr schnell etwas anderes deutlich. Denn nicht nur sein Erscheinungsbild hat sich verändert, auch Mental scheint er erwachsener und stabiler geworden zu sein. Nicht ganz unschuldig daran dürfte sein Mentor und Label-Chef Fler sein, dessen Ruf Silla 2011 zum neu gegründeten Label Maskulin folgte. „Bei Maskulin bekomme ich die nötige Unterstützung, die ich brauche, um mich auf die Musik konzentrieren zu können“, sagt er über die Voraussetzungen, die er hatte, um sein neues Studio-Album aufzunehmen.

Neben der Musik brachte er sich dann aber auch körperlich in eine Topverfassung. Fler bezeichnet ihn liebevoll als „weißen 50 Cent“, und das beschreibt nur ansatzweise, was Silla innerhalb von zehn Wochen aus sich gemacht hat. Sein zehn-wöchiges Fitnessprogramm ging dabei Hand in Hand mit seiner Arbeit am fünften Solo-Album. „Es war echt cool, sich selbst zu disziplinieren“, berichtet der Berliner von seiner Zeit mit strengem Verzicht auf Alkohol und anderen Genussmittel sowie das tägliche Training mit einem Personalcoach. Aber er wird trotzdem der Musik treu bleiben und jetzt nicht plötzlich das Lager zum professionellen Bodybuilding wechseln, Fans können also beruhigt sein.

Diese Zeit war aber auch für den Kopf und sein Selbstbewusstsein mehr als wichtig. Silla beschreibt sich selbst als „eine Person der Extreme, die vorher häufig mal über die Grenzen hinausschoss“. Doch der Hunger nach Erfolg scheint nun größer zu sein als sein jungenhaftes Verhalten. Dabei griff er auch zu ungewöhnlichen Schritten wie dem Release-Datum, das mitten in die Tour zum Album fiel. Auch Rückschläge bringen ihn nicht mehr so schnell aus der Ruhe, war doch ein Videodreh mit Chris Macari in Paris geplant – und ausgefallen. Der französische Regisseur, der auch schon einem Videoclip von Fler internationalen Charme verlieh, hatte kurzfristig abgesagt. Ein Plan B lag schon bereit und das Split-Video zu „Rap Casablanca/KKK“ wurde dann eben in Hannover gedreht. Selbst wenn Silla immer beteuert, ihm ginge es um die Musik und nicht um die Chartposition: „Am Ende des Tages ist alles Business“.

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