Music: Jabee (aus BACKSPN #115)

Hip-Hop hat sich schon lange einem Alter genähert, in welchem die Eltern nicht mehr die Beatles oder Stones hören. Whodini und N.W.A heißen die Soundtracks, und wenn das Gras einmal alle ist, fragt man die eigenen Kinder. „Ich stamme aus einem Haushalt, in welchem beide Elternteile Hip-Hop hörten“, erzählt Jabee. „Hip-Hop steckt in uns, und wir werden ihn nicht mehr los.“ Bei Hipstern und Trendsettern ist er sich dann auch gar nicht mehr sicher, ob sie im Privaten überhaupt Rapmusik hören: „Ihr Auftreten wirkt gekünstelt.“

Es muss die Originalität von Jabee gewesen sein, welche Murs veranlasst hat, ihn unter seine Fittiche zu nehmen. Dass er damit einen Stempel aufgedrückt bekommt, stört ihn nicht: „Ich bin seit Jahren aktiv, und nun erfüllt sich ein Traum. Murs ist ein echter Fachmann. Ich kann meine Erfahrungen mit seinem Fachwissen abgleichen.“

Erfahrungen hat Jabee genug. Auf seinem letzten Album „Everything Was Beautiful and Nothing Hurt“ erscheint El-P, als wäre das die normalste Sache der Welt. „Das war einfach ein Titel, von welchem ich dachte, er könne gut auf mein Album passen“, sagt er selbstbewusst.

Bei seiner Beatauswahl ist er wiederum wählerisch: „Ich höre regelmäßig großartige Produktionen. Diese bewegen mich aber nicht gleich dazu, etwas aufzunehmen.“ Wenn nicht gerade die Berliner Messengers bei ihm als Sample herausstechen („Funky She“), folgen seine Produktionen dem großen Strom der Veröffentlichungen.

Seine besondere Note ist seine Herkunft, Oklahoma City. „Wir haben keinen großen Anführer in der Rap-Industrie, wie das in anderen Staaten der Fall ist. Also mussten wir uns vieles selbst beibringen.“ Das hat nicht automatisch zu einer eigenen regionalen Stilistik und Reimtechnik geführt. Achtet man auf die Texte, „ findet man darin Wörter und Formulierungen, welche typisch für Oklahoma sind und welche nirgendwo anders auftauchen“, erklärt Jabee. „Ich verwende die Wörter und erzähle die Geschichten, mit welchen sich die Menschen in Oklahoma identifizieren. Schließlich mussten wir uns selbst entwickeln und haben auf dem Weg auch andere Kulturen aufgesogen, um dort anzukommen, wo wir heute sind: in einer eigenen, in sich geschlossenen Kultur. Darin möchte ich wachsen und derjenige sein, auf den die Leute stolz sein können.“ B

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