Music: DJ Vadim / Homeboy Sandman / Brother Ali (aus der BACKSPIN MAG #110)

Wenn man über „First Of A Living Breed“, den Titel seines ersten Albums auf Stones Throw Records nachdenkt, könnte man Homeboy Sandman als überheblich bezeichnen. Aber wenn man ihn danach fragt, sieht man ein, dass an der Sache etwas dran ist: „Ich kann mich als erster einer lebenden Art bezeichnen, weil ich Künstler bin.

Genauso wie ein Schriftsteller, Journalist, Maler oder Zimmermann erschaffe ich etwas Neues, was vorher nicht existiert hat. Wenn das dann auch noch aus Vollkommenheit und Liebe heraus entsteht, dann sehe ich mich wirklich als Teil oder sogar als erster dieser besonderen, lebenden Art.“ Homeboy Sandman richtet sich gegen einen großen Teil der Gesellschaft, der in seinen Augen eine schlechte und kitschige Attitüde hat und Geld zu sehr liebt: „Diese Leute haben vor allem Angst und kennen kein richtiges Vertrauen. Auch wenn die kreativen Köpfe in der Unterzahl sind, können wir diese breite Masse anführen und noch etwas erreichen.“ Das sind große, bedeutende Worte. Aber Homeboy Sandman bringt es auf den Punkt, wenn er sagt, dass niemand auf der Welt so reime und rappe wie er: „Das mag auf den ersten Blick tatsächlich überheblich wirken, aber es ist so. Das ist mein Selbstbewusstsein. Und wenn jemand eines meiner Alben hört, wird er niemals sagen, dass das totaler Mist ist, weil etwas dahinter steckt.“ Homeboy Sandmans Musik spiegelt die unterschiedlichen Perspektiven wider, die er schon hatte: Im Rapgeschäft ist er schon länger dabei, aber sein Leben hat auch ganz andere Seiten. Einerseits hat er schon Armut und Drogenprobleme erlebt, andererseits hat er aber auch Jura studiert und Kinder unterrichtet: „Für meine Inspiration nutze ich die Dinge, die um mich herum geschehen. Einiges möchte ich loben, anderes möchte ich verbessern. Letztendlich schreibe und rappe ich über mein Leben. Ich bin einer von diesen Typen, die hoffen, noch etwas aussagen zu können.“ Deswegen streut Homeboy Sandman uns mit seiner Musik nicht etwa schläfrigen Sand in die Augen, sondern reicht uns stattdessen eine volle Platte an Eklektizismus – kein Song klingt wie der andere: „Meine Musik ist Integrität, Innovation, Kreativität, Verantwortlichkeit und einfach crazy Dopeness.“ Word. Wer weiß – Homeboy Sandman hat in seinem Leben schon so oft die Perspektive gewechselt –, vielleicht ist die nächste Station ein Dasein als Schrift- steller? Wir sind gespannt.

Auf der nächsten Seite geht es weiter mit Brother Ali.

The following two tabs change content below.
Orginaler Pottboi! Ich liebe das 45er Areal, doch hass‘ mich nicht. Ich komm‘ vorerst nicht zurück zu dir.

Seiten: 1 2 3

Erzähl Digger, erzähl

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.