Monatsmeinung: Jan Böhmermann bringt Polizistensohn zurück

Mittlerweile ist es beinahe Routine: Zum dritten Mal zauberte Jan Böhmermann für sein Sendungs-Comeback am Donnerstag sein Rap-Alter Ego Polizistensohn aus dem Hut. Und auch dieses Mal löst Deutschlands Chef-Satiriker wieder einmal Diskussionen in der Rap-Szene aus.

Ist das reine Parodie? Oder doch irgendwo ernst gemeint?

Und dann ist da noch der aufgesetzte Slang eines Mittelschichts-Comedians, der für reichlich Diskussionsstoff sorgte. Bereits mit dem ersten Auftauchen “Ich hab Polizei” im Jahre 2015 hagelte es unter anderem direkte Kritik von Marcus Staiger aufgrund einer von ihm vorgeworfenen anmaßenden Art der Adaption eines Auftretens, zu dem er zu wenig Verbindung habe. Es folgten Diskussionen in Interviews Böhmermanns wie auch Dritter. Kontra gab es auch seitens einer ganzen Reihe von Rappern wie Fler, Haftbefehl oder Xatar und natürlich zahlreichen Rap-Fans. Zum Hit wurde das Phänomen dennoch und auch der dritte Rap-Ausflug schnellte an die Spitze der deutschen YouTube-Trends. Aber warum? Aus ironischem Hören oder weil der Blasserdünnerjunge tatsächlich gute Songs schreibt? Genau das richtige Thema also, um unserem neuen Format “Monatsmeinung” einen würdigen Kick-Off zu verleihen und in der Redaktion einen Spiegel der Meinungen zum Polizistensohn einzuholen.

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    Lukas G.: "Böhmermann gibt sich weitaus mehr Mühe, in Sachen Rap, als andere Satiriker oder Komödianten und geht über 'Yoyoyo alter' im Thomas Gottschalk Flow hinaus. Er rappt sehr solide, hat ordentliche Texte, sauber produzierte Songs und krasse Videos."  - /10
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    Marvin: "Irgendwie cool, wenn einer der bekanntesten deutschen Fernsehmoderatoren nebenbei noch offensichtlicher Rapfan ist. Musikalisch ist Polizistensohn aber irgendwie nicht das Gelbe vom Ei und führt nur dazu, dass noch mehr Menschen Rap 'witzig' finden." - /10
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    Jonas: "Künstlerisch, musikalisch und inhaltlich hat diese ganze Polizistensohn-Nummer kein wirklich hohes Niveau und ist deswegen in keinerlei Hinsicht für mich von Relevanz.“ - /10
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    Yannick W.: "Wer heute noch ironisch Straßenrap hört, der wird sich die Songs zurechtrücken, ebenso, wie die Hip-Hop-Hardliner. Für den Rest bleiben richtig gut geschriebene Konzept-Rap-Songs mit einem etwas unangenehmen, aufgesetzten Akzent. Im Falle Polizistensohn passiert die Parodie aber mit einer merkbaren Wertschätzung der Kultur. Und was für Über-Videos immer." - /10
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    Jakob: "Ich bin kein Fan von Parodien, sie sind mir egal. Aber Böhmermann kann das ja machen - und er macht das ja auch ganz gut. Aber mehr als einmal hören muss ich das trotzdem nicht." - /10
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    Anastasia: "Um ganz ehrlich zu sein-, Respekt an die überraschend gute Ausführung." - /10
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    Carina: "Auch so einer findet heutzutage seinen Platz in der Hip-Hop Szene. Provokant, wie sein letzter Track, aber ich bezweifle, dass er es damit dieses Mal wieder bis zu Frau Merkel schafft. Der Beat könnte sie vielleicht aber auch mitreißen." - /10
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    Kevin: "Man sollte es als das ansehen, was es ist: Unterhaltung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Jan Böhmermann ist der progressivste Fernsehmacher, den wir in Deutschland haben – es wäre fahrlässig und ignorant, wenn er sich nicht mit Rap beschäftigen würde. Dass er dies auch gern und regelmäßig tut, bekommt man nicht zuletzt immer wieder durch das Echo innerhalb der Rap-Szene zu spüren. Mal positives, mal negatives Echo. Hier geht es nicht um Authentizität, sondern um eine möglichst gute Parodie/Imitation/Darbietung. "Recht kommt" unterhält mich und bringt mich zum schmunzeln, da ich immer wieder erahnen kann, wo Flow, Wortwahl etc. ihren Ursprung haben. Die BWL-Studenten, die sich nun herrlich darüber beömmeln können, dass all die Rapper ja "gar nicht richtig reden können" – für die nur Mittelstands-Rap seine Berechtigung findet – sind viel eher das Problem; aber wen jucken die?" - /10
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    Peter: "Textlich kann Herr Böhmermann - oder das Team hinter den Lyrics - mit der deutschen Szene mitschwimmen. Allerdings hinterlässt sein nachgemachter Dialekt, der unverweigerlich an eine Haftbefehl-Parodie erinnert, einen faden Beigeschmack. Dass das 2018 noch funktioniert ist, ärgert mich." - /10
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    Niko: "Ich bin grundsätzlich eher ein Freund von den Dingen die ein Jan Böhmermann macht. Bin sicherlich nicht immer einer Meinung, finde es aber sehr gut, dass er den Finger in die Wunde legt. Egal, wie wenig er selber Kritik an sich zulässt. Sich Rap als Instrument anzunehmen, um daraus Entertainment zu machen, ist heutzutage Gang und Gäbe. Und wenn man ihn länger verfolgt, sollte seine Liebe für diese Kultur schon bewusst sein, als Fan. Darum ist es am Ende nicht verwerflich, wenn er einen Rap-Song macht. Er muss sich dann halt nur mit den üblichen Qualitätsstandards messen. Einen großen Unterschied, zu Künstlern, die Musik nur machen, um Hits zu produzieren, was heute auch Gang und Gäbe ist, sehe ich da dann nicht mehr so richtig… Und wenn sich jemand Hip-Hop annimmt, um sich darüber lustig zu machen oder es für seine Welt zu benutzen, ist das nur ein Zeichen dafür wie sehr Hip-Hop in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Gut oder schlecht…"  - /10
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    Sabrina: "Böhmermann als Polizistensohn ist wie ein Kaugummi, der unangenehm zäh wird, wenn man zu lange darauf rumkaut. Was beim ersten Track noch der Wow-Effekt war, lässt mich bei 'Recht kommt (K.O. in KA)' genervt zurück." - /10
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    Josh: "Ich feier' ihn, aber was soll dieser aufgesetzte Kanackenslang? Damit macht er es leider allen wacken deutschen 'Entertainern' gleich." - /10
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    Oliver: "Ich finde es nicht cool. Ich mag nicht, wie der Polizistensohn rappt und ich verstehe seine Intention nicht. Meint er es ernst? Möchte er in Wahrheit Gangsta Rapper sein? Oder möchte er Gangsta Rap verarschen? Was auch immer, ich finde es wack. Lass Rap in Ruhe." - /10

Was hälst du von Jan Böhmermanns Rap-Alter-Ego?

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