Back2Tape: Von der PVC-Matte bis zur großen Bühne – Michael Rosemann im Portrait

Michael Rosemann

In Kooperation mit Porsche begab sich Niko 2018 auf Spurensuche der deutschen Hip-Hop-Geschichte. Innerhalb von fünf Tagen machte Niko in sechs deutschen Städten Halt und überquerte dabei 2300 Kilometer. Herausgekommen ist eine filmische Dokumentation, die die lebendige Geschichte prägender Figuren der Kultur darstellt. Mit Gästen wie Samy Deluxe, Curse, Toni-L, Namika, Falk Schacht und Scotty76 skizziert „Back to Tape“ ein abwechslungsreiches Bild von Hip-Hop, das vor allem eins verdeutlicht: Das Lebensgefühl und die Liebe für die Kultur.

Zwei Jahre später hat sich Niko erneut auf dem Weg gemacht. Mit dem Blick auf die wichtigsten Details der Kultur, führt „Back2Tape“ Niko diesmal quer durch Europa. Berlin, Paris oder London sind nur ein paar der Städte, denen Niko einen Besuch abstattet. Was schweißt Rapper, Graffiti-Maler, DJs und Breakdancer zusammen? Und was macht das Lebensgefühl von Hip-Hop so besonders? Diesen und weiteren Fragen geht Niko in „Back2Tape“ – in Kooperation mit Porsche – auf den Grund. Heute führt ihn der Hip-Hop-Roadtrip nach Berlin. Von ersten Breakdance-Erfahrungen auf PVC-Matten bis zu großen Welttourneen: Als Mitglied der Flying Steps brachte Michael Rosemann Breakdance in die großen Theatersäle, ohne dabei die Ursprünge der Kultur aus den Augen zu verlieren.

Aufgewachsen in Berlin-Moabit lernte er schon früh die Intensität der Hip-Hop-Kultur kennen. Sein erstes Interesse galt allerdings zunächst dem Graffiti. Doch schnell kam die Einsicht, dass ihm sowohl die finanzielle Mittel für die Beschaffung der Dosen, als auch das künstlerische Talent fehlten, um sich in der Szene einen Namen zu machen. Stattdessen entdeckte Mikel 1991 Breakdance für sich, was ihn seit den Versuchen in seinem ersten Workshop-Besuch nicht mehr loslässt. Doch bis hin zu den großen Bühnen sollte es noch ein langer Weg sein. Stetige Kontinuität und der unbedingte Wille, sich in -und außerhalb der Hip-Hop-Szene einen Namen zu machen, begleiteten seinen Umgang mit Hürden, die es im Laufe seiner Karriere als Tänzer zu überwinden galt. Nach dem besagten Workshop, den er gemeinsam mit einem Kumpel besuchte, landete Mikel Anfang der 90er-Jahre bei den “City Rockers“. An sechs Wochenenden trafen sich Jugendliche und führten ein Projekt-Konzept durch, bei dem die Hip-Hop-Kultur in Gänze abgebildet werden sollte. DJs, Rapper, Graffiti-Künstler und Breakdancer versammelten sich unter dem Motto “Halt! Keine Gewalt!”: Die Initialzündung für Mikel. Nach seinem zunächst schüchternen Auftreten ohne jeglicher Breakdance-Erfahrung, machte er schnell Fortschritte und sich einen Namen in der Breakdance-Szene Berlins. Schnell wurde er Teil der Flying Steps. Doch bis dahin ging es erst mal nur um den lokalen Fame. Damit Geld zu verdienen war bis zum Battle of the Year 1995 utopisch. Bei seinem ersten Besuch des bedeutenden Contests konkurrierten die Flying Steps mit der damaligen Breakdance-Elite und konnten sogar die deutsche Meisterschaft für sich gewinnen. Ab dem Moment an war klar, dass Breakdance für Michael mehr ist, als nur ein Hobby. Nach abgeschlossener Ausbildung zum Siebdrucker, drehte sich von nun an alles um Breakdance. 

“Ich kann es immer noch nicht fassen, dass man sein Hobby zum Beruf gemacht und nach so vielen Jahren immer noch Erfolg hat.”

Mit ihrem Ansatz, jeden Abend eine andere Show als zuvor zu liefern, konnten die Flying Steps weitere große Erfolge feiern. So kamen nach 1995 zahlreiche gewonnene Battle of the Year Meisterschaften hinzu sowie Erfolge beim Red Bull Beat Battle. Außerhalb der Hip-Hop-Szene ist es aber ihre Show „Flying Bach“, die Michael Rosemann und seine Gruppe bei Jung und Alt bekannt machte. Mit Neuinterpretationen der Musik aus dem „Wohltemperierten Klavier“ von Johann Sebastian Bach schafften die Flying Steps die Fusion zwischen Klassik und Moderne und somit auch Breakdance auf ein neues Level zu heben. Langandauernde Tourneen und mehr als 500.000 Besucher weltweit belegen den Erfolg.

Flying Steps Academy

Back to Tape / Porsche / Markus Schwer

“Flying Steps Academy”: Each one, teach one

Aber nicht nur die eigenen Shows gehören zum Tagesprogramm der Flying Steps. 2007 gründeten sie mit 35 Dozenten und über 1.800 Schülern die größte Tanzschule ihrer Art. In der Flying Steps Academy unterrichten Mikel und die weiteren Dozenten sämtliche moderne Tanzstile, die vom klassischen Breakdance sogar bis zum Ballett reichen. Im Fokus steht allerdings die Breakdance-Ausbildung, die Hand-in-Hand geht mit einem Bildungsprogramm, welches eine allumfängliche Breakdance-Expertise liefert. So lernen die Schüler direkt alle relevanten Begrifflichkeiten und die präzise Ausführung der Tanzschritte kennen. In einer vom DIY-Gedanken geprägten Kultur, ist trotzdem stets Raum für Individualität und Kreativität.

Nach all den Jahren als aktiver Breakdancer, bleibt die Hip-Hop-Kultur sein größter Motivator. Denn egal ob im Jugendzentrum oder im Theatersaal: „Der Hip-Hop-Gedanke ist immer da, weil wir den Leuten in erster Linie immer zeigen, wie kunstvoll unsere Kultur ist“.

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