Fast money & fast cars – DJ Muggs & Meyhem Lauren über „Members Only“

Meyhem Lauren

Das erste Mal, als ich auf Meyhem Lauren (geb. James Rencher) aufmerksam wurde, tat ich das gar nicht wegen seiner Musik. Ich, als mittelmässiger Hobbykoch, bin großer Fan von „Fuck That’s Delicious“, der VICELAND Show, in der Meyhem, genau wie Big Body Bes und The Alchemist immer wieder neben Hauptprotagonist Action Bronson auftauchte. 

Nach kurzer Zeit wurde ich auf seinen bis dato größten Hit aufmerksam: „Got the Fever“, eine Graffiti Hymne straight outta Queens inklusive KRS-One Sample und Spray-Action im Video, war sowas wie der Dosenöffner für den mittlerweile 36-jährigen New Yorker. Das Video war Teil der 2012 vom complex magazine kuratierten „25 Best Songs About Graffiti“ Liste und hat bis heute knapp 1.3 Millionen Klicks zu verbuchen.

 

„Members Only“

Am 06.09. veröffentlichte er zusammen mit Cypress Hill Hausproduzent und New Yorker Legende DJ Muggs eine 4-Track starke EP, welche auf den Namen „Members Only“ hört. Es ist nicht das Erste gemeinsame Projekt der Beiden: Mit „Gems from the Equinox“ wurde ein 2017 ein Langspieler ins Leben gerufen, welcher diverse Features mit sich brachte (darunter 3x Action Bronson und B-Real). Das zweite Projekt der Beiden, die „Frozen Angels“ EP, welche etwas weniger als ein Jahr später erschien’, kam komplett ohne Feature aus. 

Die Mischung ist jedenfalls an Realness kaum zu überbieten. Muggs liefert auf „Members Only“ versiert treibenden, blechigen Sound, den Meyhem Lauren mithilfe seiner symphatischen Rawness gut zu nutzen weiß. Das Besondere an dem Release ist die Kooperation mit dem Classic Car Club aus Manhattan, welcher sich für den größten Teil an optischen Elementen in den vier Videoauskopplungen verantwortlich zeigt. 

Keine besonders große Überraschung also, dass sich vier Tracks lang alles um Sportwagen dreht: „Wir wussten, dass wir ein Projekt über Autos machen werden, weil es diese Kooperation gibt.“, sagt Muggs, und erklärt während unseres Gesprächs fortlaufend, wie sich der Sound der EP zusammensetzt: 

„Es gibt zwei Wege, wie ich Autos fahren möchte. Der eine ist Schnell, der andere sehr langsam.“ 

Der schnelle Weg wird vor allem bei der ersten Videoauskopplung deutlich: „Wavy“ funktioniert auf seine Art und Weise, weil Muggs bereits gesamplete Sounds, wie Polizeisirenen und laute Motorengeräusche, immer wieder mit einfließen lässt. Die schweren, blechigen Drums sind mindestens genau so präsent wie Meyhems Stimmeinsatz selber. Nebendarsteller: Ein Vintage Lincoln Continental, ein Bentley und ein Aston Martin Vantage.

 

„Fast money and fast cars I really live this“

Die zweite Videoauskopplung „GT3“ ist eine Hymne für Fans der gleichnamigen Fahrzeugkategorie. Das Soundbild wirkt trotz weiterer Motorengeräusche der Sportwagen leichter, die Drums sind vergleichbar leise (aber grimey), was Meyhems Stimme mehr Raum gibt, um sich etwas auszuleben. Im Video sieht man die beiden New Yorker in GT3s herumfahren und sich zwischendurch Pizza holen. 

 

Der Rapper weiß, wie er in die Produktionen eintauchen kann, weil das Ganze ein Entstehungsprozess ist. „Das Arbeiten mit Muggs hat mich ein Stück weit aus meiner Komfortzone rausgeholt und mir neue Einflüsse für meinen Style gegeben – das ist inspirierend auf mehreren Ebenen.“ Muggs fügt hinzu: „Wir lernen beide immer noch voneinander und wir wachsen zusammen daran – das ist wichtig, wenn man zusammen an einem Projekt arbeitet.“ Beide sehen sich inzwischen längst als Teil einer Familie.

„New cake, new chips, new cars, new houses, new whips“

Lyrisch bewegt sich Meyhem Lauren während der gesamten EP gewohnt selbstsicher zwischen Wortspielen, Representing, Autos und Lifestyle. Den Spagat das alles auf eine sympathische, humorvolle Art zu tun, gelingt ihm auf den vier Tracks vollkommen, auch wenn das Themenspektrum nicht das Allergrößte ist oder gar neue Maßstäbe setzen möchte. „Blue Chinese“ stellt die zuletzt erschienene Auskopplung dar.

„Me and Muggs is takin‘ over now, it ain’t no stoppin‘ it
My life consist of sippin‘ champagne while I’m watchin‘ profit flip“ („Blue Chinese“)
 

Wer „Members Only“ hören möchte, kann das hier unter anderem hier tun:

 

Bilder: Kosten

The following two tabs change content below.
Triff mich U1 Endhaltestelle und ich erzähl dir was von Hip-Hop.

Erzähl Digger, erzähl

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.