Megaloh – „Regenmacher“ (Review)

Regenmacher

Das zweite Major-Release ist da. Nach „Endlich Unendlich“ folgte nun „Regenmacher“. 2013 schaffte der Berliner mit „Endlich Unendlich“ Platz 9 in den Charts und heimste Lob von allen Seiten ein. Nun, drei Jahre später, sind die Erwartungen an den Rapper aus Moabit dementsprechend hoch. Ich habe mir „Regenmacher“ angehört und versuche nun zu klären, ob er die gesetzte Messlatte überspringen konnte.

Schon im Intro „Regenmacher“ wird eines klar: Rappen hat Megaloh seit 2013 nicht verlernt. Auf einem von Bläsern getragenen, sehr treibenden Kopfnicker-Beat ertönen die ersten Lines des Langspielers, mit denen Megaloh erst einmal eine Runde Image-Pflege betreibt (ob es wirklich Pflege ist – dazu später mehr):

„Sie fragen mich, kann ich inzwischen von der Mucke leben?
Könnt mir noch immer um vier Uhr morgens im Bus begegnen.“

Produzent Ghanaian Stallion rollt dem Moabiter auf „Regenmacher“ einen Beatteppich aus, bei dem sich afrikanisch-anmutende Melodien mit hammerharten Trap-Brettern abwechseln. Diese Mischung stimmt. Megaloh weiß mit beiden Arten von Beats etwas anzufangen und seine Stimme optimal einzusetzen. Besondere Erwähnung sollte hierbei „Wer hat die Hitze“ finden. Für mich eine absolutes Album-Sternstunde. Mit einer Kombination aus Lässigkeit und Ignoranz flext Mega über den Beat und zeigt mal eben Rap-Deutschland wie Trap geht. Dazu kommt Trettmann, der dem Song dann den letzten Schliff gibt. Apropos Features …

… auf dem Papier lesen sich Jan Delay, Tua, ASD, MoTrip, Max Herre, etc. super, auch die Songs mit den Gästen sind allesamt solide. Allerdings fehlt mit da eine Überraschung. Es ist alles zu naheliegend. Nehmen wir zum Beispiel „Ernte Dank“, auf dem Megaloh Unterstützung von Sänger Maxim und MoTrip bekommt. Maxim singt die Hook und MoTrip rappt einen Part. Beide liefern ordentliche Auftritte ab. Aber eben nur ordentlich.

Da wären wir dann wohl direkt bei meinem Problem mit dem gesamten Langspieler. Es ist mir alles zu rund. Zu glatt. Bei mir bleibt nach einigen Rotationen einfach enorm wenig hängen. Ich halte „Regenmacher“ absolut nicht für ein missglücktes Album, finde jedoch, dass man sich mit dem zweiten Major-Release einfach ein wenig mehr hätte  trauen können.

Die angesprochene Problematik hängt natürlich nicht nur mit dem musikalischen Ergebnis, sondern auch mit der Künstler-Persönlichkeit zusammen. Es fällt enorm schwer, Megaloh in eine Schublade zu stecken, ein klares Image zu definieren. Außer die Bodenständigkeit, über die sich der Berliner MC zweifelsohne definiert, gibt es wenig Punkte, an denen man sich in Bezug auf die Künstlerpersönlichkeit festhalten kann.

Heutzutage ist es meiner Meinung nach sehr wichtig, ein Image zu haben, ein Alleinstellungsmerkmal, eine Attitude,  mit dem man sich von den restlichen Rappern im Game abhebt – zumindest wenn man kommerziellen Erfolg haben will.

Dieses Album stellt die Weichen für Megalohs Rap-Zukunft. Entweder aufschließen zu den Big Playern im Spiel, oder weiterhin ein wenig unter dem Radar schweben. Qualitativ hat „Regenmacher“ auf jeden Fall das Zeug dazu, dem Berliner zum großen Durchbruch zu verhelfen. Jedoch gibt es da die bereits angesprochene Image-Schubladen-Misere. Hoffen wir, dass diese Mega nicht im Weg stehen wird. Schließlich haben wir es hier mit einem der talentiertesten Rapper des Landes zutun.

Megaloh
VÖ Datum: 2. März 2016
Verkaufsrang: 38
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Calvin ist seit 2015 teil des Teams, schafft mehr als 20 Klimmzüge am Stück und verzweifelt jedes Wochenende aufs Neue an seinen Handball-Teamkollegen. Wenn er nicht im Dauerlauf das Treppenviertel auf und ab rattert, schreibt er leidenschaftlich gerne Reviews.

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