BACKSPIN Mag #107: M.E.D.

Medaphoar alias M.E.D. meldet sich nach längerer Funkstille mit einem neuen Album zurück. Sechs Jahre gingen ins Land seitdem das fast gänzlich von Madlib produzierte „Push Comes to Shove“ das Licht der Welt erblickte und sich in den Katalog des Independent-Labels Stones Throw Records aus Kalifornien einreihte. Nun erscheint mit „Classic“ ein neues Lebenszeichen des Nick Rodriguez aus Oxnard, einer Küstenstadt unweit von Los Angeles. Ebenfalls aus dieser Gegend stammt sein Freund Madlib, der erneut einen großen Teil der Beats zum Album beisteuert. Leider sehen sich die beiden nicht mehr besonders häufig, wie M.E.D. zugibt. „Es wird schwerer, ihn zu treffen, er hat ja unzählige Projekte am laufen“, sagt er. Allerdings versuche man, so häufig wie möglich miteinander zu kommunizieren. „Er schickt mir seine Beats“ fährt er fort, „ich suche mir dann den aus, mit dem ich arbeiten möchte, nehme meine Raps auf und schicke es ihm zurück.“
Und gerade dieses Beats picken ist ein Grund, warum die Produktion der Platte sich etwas in die Länge zog, bereits seit 2006 wurde an den Tracks gebastelt. M.E.D. erkennt aber auch noch eine andere Ursache für die Verzögerung. Bei Stones Throw, so berichtet er, hätte reine Rapmusik in den letzten Jahren keine besonders übergeordnete Rolle gespielt. Mit Aloe Blacc und Mayer Hawthorne hatte das Label zwei heiße Pop-Eisen im Feuer, die erstmal geschmiedet werden mussten. All die Jahre dazwi- schen sind nicht spurlos an ihm vorbei gegangen, „ich habe mich nicht nur als Künstler weiterentwickelt, auch als Mensch habe ich mich verän- dert“ erzählt er nachdenklich und betont, dass ihm die aktuellen Aufnah- men besonders am Herzen liegen: „Ich war dieses Mal besonders aufgeregt, ich wollte mir den Arsch aufreißen und allen beweisen, was ich als Rapper kann.“ Mit „Blaxican“ befindet sich auf „Classic“ nach M.E.D.s Aussage sein persönlichster Song, ein Track, der die Spannungen zwi- schen Mexikanern und Schwarzen im südlichen Kalifornien thematisiert und denen er hiermit entgegentreten möchte. Der Mord an einem seiner Freunde aus Kindheitstagen veranlasste ihn dazu, dieses Lied zu verfassen. „Allerdings ist jeder Titel auf „Classic“ ziemlich persönlich“, ergänzt er noch, „sie tragen alle einen Teil von mir in sich.“ Wie es mit einem neuen Lootopack-Release aussieht, vermochte er jedoch nicht zu sagen „Ich hoffe aber, dass da noch mal was entstehen wird.“ Dafür kündigt er einen Beitrag zu Madlips „Medicine Show“-Reihe an. Immerhin.

Text: Thies Brandt

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