LP meines Lebens: Takt32

Welches ist dein Lieblingsalbum aller Zeiten? Diese Frage ist nicht sonderlich komplex, dennoch aber gar nicht so leicht zu beantworten.
Wir haben uns gefragt, welche eigentlich die Lieblingsalben der Künstler unserer Szene sind und direkt mal nachgefragt.
Takt32 steht seit Kurzem auch als Back Up von Kool Savas auf der Bühne, hat aber dennoch Zeit gefunden, mit uns über sein Lieblingsalbum, französischen Gangstarap und Authentizität zu sprechen. 

 

LP meines Lebens: Takt32

Welches ist deine LP deines Lebens, dein Lieblingsalbum aller Zeiten?

Takt32: Das ist nach wie vor „Mauvais Œil“ von Lunatic aka. Booba & Ali.


Wieso hast du dich für genau dieses Album entschieden?

Takt32: Weil es nach 18 Jahren immer noch Teil meiner Playlisten ist und ich das Album mindestens einmal die Woche pumpe ohne genervt davon zu sein. Außerdem ist es in meinen Augen ein zeitloses Werk, vor allem inhaltlich.

Kannst du dich an den Moment erinnern, als du die Platte zum ersten Mal gehört hast?

Takt32: Ich hab die Platte das erste Mal 2005 gehört, als ich nach Frankreich gezogen bin. Ein guter Freund hatte mir die als Vorzeigewerk für französischen Rap in die Hand gedrückt. Leider war die CD schon zerkratzt und manche Songs konnte ich nicht abspielen. Die Songs, die ich hören konnte, haben mich aber so gefesselt, dass ich mir das Album nur zwei Tage später im FNAC gekauft habe.


Wie viel deine erste Reaktion aus?

Takt32: 
Mein Französisch war anfangs nicht allzu gut, weshalb ich viel nachschlagen musste. Aber der Vibe der Platte begeisterte mich schon nach den ersten drei Tracks. Als ich dann nach und nach auch die Texte besser verstand, hab ich die Platte nicht mehr aus dem Kopf bekommen.

Wie hörst hörst du das Album aktuell noch?

Takt32: 

Ich höre immer wieder vereinzelt Tracks von „Mauvais Œil“ unterwegs. Meist digital. Jeden Monat ungefähr landet aber die CD in meinem Auto-CD-Player und dann gönne ich mir das komplette Album, sofern es die Zeit zulässt. Ich entdecke immer noch neue Perspektiven in den Songs. Ob das so gewollt war von Booba & Ali oder einfach nur an meiner Betrachtung liegt, sei dahin gestellt.

Konsumierst du Musik ausschließlich digital oder kaufst du Alben auch physisch?

Takt32: Ich kaufe nach wie vor CDs, höre aber zum Großteil digital Musik. Als Vinyl besitze ich so gut wie keine neuen Platten. Lediglich alte Rio Reiser und Jimi Hendrix Vinyls liegen noch bei mir und meinen Eltern. Diese höre ich aber auch eher digital.

Hast du einen Lieblingssong des Albums, wenn ja, welchen und wieso?

Takt32:„Pas l’temps pour les regrets“ ist mein Favourite, auch wenn die ganze Platte krass ist. Der Song ist einfach mit vielen Erlebnissen aus meiner Zeit in Frankreich verbunden und hat zudem durch seine zeitlosen Lyrics immer noch Bedeutung in meinem heutigen Leben.

Konntest du das Album je live erleben?

Takt32: Leider nicht und das ärgert mich bis heute.

Wieso kommen die Vorgänger/ Nachfolger Platten des Künstlers für dich nicht an dieses Album heran?

Takt32: In der Konstellation (Booba und Ali) gab es leider keine großen Folgeprojekte mehr, obwohl die Platte ja Gold gegangen ist und überall krass ankam. Ich glaube einfach, beide Künstler sind ab 2006 andere Wege gegangen, sowohl musikalisch, als auch inhaltlich, wie ich finde. Daher bleibt „Mauvais Œil“ ein unangefochtener Klassiker.

Inwiefern hat das Album auch Einfluss auf deine eigene Musik genommen?

Takt32: Es hat mir gezeigt, dass authentischer Straßenrap funktionieren kann. Auch auf großer Bühne. Vor allem hörte ich die Platte zu einer Zeit, wo Gangsta-Rap aus westdeutschen Reihenhaussiedlungen hierzulande in den Charts rumflog. Insofern hat mich „Mauvais Œil“ motiviert, weiter auf Authentizität zu setzen und sich nicht zu verbiegen in den Texten, nur damit man irgendjemand gefällt.


Würdest du jemanden kennenlernen, der noch nie von der Existenz dieser Platte gehört hat – wie würdest du die Platte bewerben? Wieso sollte man sie sich unbedingt anhören?



Takt32: Ich glaube jeder, der französischen Rap feiert, kommt an dieser Platte nicht vorbei. Es ist wie das amerikanische „2Pacalypse Now“ oder das deutsche „Der beste Tag meines Lebens“. Das Ding ist einfach ein Klassiker und auch, wenn man Französisch nicht so gut versteh oder sogar überhaupt nicht, reicht der Vibe und Sound der Platte schon aus, um das Album zu feiern. Gerade heute, wo Straßen- und Gangstarap wieder boomt, ist „Mauvais Œil“ ein gutes Beispiel für authentische und ehrliche Musik in diesem Genre, an welchem sich viele mal ein Beispiel nehmen sollten.

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Ist mittlerweile seit 3 Jahren bei BACKSPIN und hat die Leitung der Online-Redaktion inne. All ihre Fans sind maskuline Jungs, jaja.

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