Die Lazy Lizzard Gang vorgestellt: „Wenn nicht mit Rap, dann mit dem Fangzahn.“

Während manche Künstler sich als rappender Schwamm oder Panda verkleiden, haben OG Kush Salamanda, 1 Schuppenkriechtier und Ol’ Dirty Waran die Lazy Lizzard Gang ins Leben gerufen. Die Eidechsen, die aus dem peruanischen Urwald stammen und mittlerweile eine Crew aus über 15 Reptilien um sich geschart haben, releasen diesen Monat noch ihr Tape „liebe (und kushpaffen) > kriege (und schusswaffen)“. Dabei machen sie genau da weiter wo sie aufgehört haben und spreaden weiter die eigenen Vibes. 

In ihrer ersten Single „Liebe > Kriege“ zum kommenden Tape gibt es eine Hommage an den Ende der 70er erschienene Song „Walking On The Moon“ von The Police. Dabei singt OG Kush Salamanda Teile der Hook auf englisch. Apropos Hommage: Der Titelsong vom Album „Wald“ der Lazy Lizzard Gang war eine Anlehnung an FlersVibe“. Schon bei der ersten Single, die nach der Debüt-EP „Willkommen im Dschungel“ erschienen ist, war klar, dass sich die Echsen inhaltlich treu bleiben.

Fühlst du nich den Wald? (…) Fass nicht meine Bäume an. Ich fackel auch nicht deine Träume ab. Was für Haute Couture? Ich trag ein Schuppenkleid von Mutter Natur.

Denn  Themen von den meisten Songs sind vor allem ihre Liebe zur Natur, das allgemeine Dasein als Echse im Dschungel und der Konsum von Ganja. Dazu kommen immer wieder die eigene Faulheit und pazifistische Gedanken. Dieser Wunsch nach Harmonie  zeigt sich auch auf den Aufritten, bei denen die Lazy Lizzard Gang spielt. Statt zu Moshpits oder einer „Wall of Death“ kommt es dabei zu einer sogenannten „Wall of Love“. Dabei teilt sich das Publikum in zwei gegenüberliegende Reihen auf, läuft aufeinander zu und die einzelnen Personen umarmen sich. Das klappt dabei so gut, dass nicht mal unbedingt auffällt, dass sich die einzelnen Zuschauer gar nicht kennen.

Musikalisch zeigt sich auch eine klare Linie. Während die Debüt-EP „Willkommen im Dschungel“ komplett von AsadJohn produziert war, sind mittlerweile auch andere Produzenten mit beteiligt. Dabei entsteht durch den gelungenen Einsatz von Autotune und Gesang ein angenehmes Klangbild. Unterstützt wird das von den modernen Beats und der Harmonie von Vocals und Instrumentals. Bei der schon erwähnten „Walking On The Moon“-Hommage „Liebe > Kriege“ gelingt vor allem die Vermischung von deutschen und englischen Zeilen. Durch Sound und Inhalt entsteht ein sehr entspannender Vibe, der sämtliche Songs und Alben der Lazy Lizzard Gang auszeichnet.

Inhalt, Sound und der außerordentliche Vibe ist die eine Sache, die sich bei allen Werken durchzieht. Eine andere wäre, dass auf den Tapes „Willkommen im Dschungel“ und auf „Wald“ jeweils ein menschliches Feature vorzufinden ist. Auf der EP war das Juicy Gay (der übrigens sehr starke Ähnlichkeiten mit Crocodile Ganja hat, der seit dem Album danach auf einmal Lazy Lizzard Gang-Member ist) und auf dem Debüt-Album der Österreicher Young Krillin. Auf dem kommenden Tape wird das Joey Bargeld sein.

 

„Spotify sagt wir haben Fans von Queens bis Frankfurt am Main“ (OG Kush Salamanda – „Mango“)

Mittlerweile ist das dritte Tape „liebe (und kushpaffen) > kriege (und schusswaffen)“ für Oktober angekündigt. Die schon erwähnte erste Single kommt dabei mit Ohrwurmhook und dem Auftritt von Schauspieler Bardo Böhlfeld (Schauspielhaus Wien) im Video. Passend zum Thema begleitet der Zuschauer ihn auf dem Weg Liebe zu finden. Die neuste Single „Mango“ kommt mit einem ähnlich erfrischenden Video-Konzept um die Ecke. Anstatt selbst zu performen oder menschliche Schauspieler zu engagieren, wird sich bei Film- und Fernsehen bedient. Unter anderem bei „Teenage Mutant Ninja Turtle„, „Jurassic Park“ und „Godzilla“ – voll unter dem Motto Echsen. Soundtechnisch und inhaltlich bleiben sich die Interpreten OG Kush Salamanda, Ol‘ Dirty Waran, Lil Lizzy und Killa Komodo wieder treu.

Heute is die neue Single „Zeit“ mit Menschen-Featuregast Joey Bargeld erschienen. Wann genau das für Oktober angekündigte Tape veröffentlicht wird, steht noch nicht fest. Dazu muss man aber auch sagen, dass der Output von drei Projekten in drei Jahren schon für menschliche Rapper eher hoch ist. Für die faulen Lizzards ist das natürlich nochmal eine ganz andere Nummer.

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