Kwam.E: Nichts ohne Phunk!

Kwam.E

Über Nacht wurde „Bist du Down“ ein globaler Hit. Gemeinsam mit Ace Tee stand Hamburger Rapper Kwam.E plötzlich im Spotlight.  Zahlreiche EPs und Touren später veröffentlichte er am 4. Oktober nun seine EP „Izza“. Höchste Zeit also, euch Kwam.E vorzustellen. Wir sprachen mit dem Rapper über die Anfänge, Einflüsse, den plötzlichen Erfolg und seinen Phunk.

Wer ist Kwam.E?

Geboren 1995 in Hamburg, wuchs Kwam.E als jüngster Spross der Familie im östlichen Teil der Hansestadt auf. Musikalisch geprägt wurde er von seinen Geschwistern, zu denen der Altersunterschied enorm war. Seine ältere Schwester orientierte sich dabei musikalisch eher an R&B, wohingegen sein großer Bruder 2Pac und anderen „harten Stuff“ pumpte.

„Die haben mir einmal gesagt, das ist cool, das hört man heutzutage“.

Dass sein ältester Bruder Bosman ebenfalls rappte, erfuhr Kwam.E nur durch einen Zufall, bei dem er ein altes Tape von ihm fand. Bosman ermutigte ihn daraufhin, selbst mit dem Schreiben zu anfangen und so entstanden Kwam.Es erste Gehversuche. Seinen ersten kompletten Track schrieb der Hamburger auf den Song „The Day of Old“ von Paris, der Teil einer CD von DJ Ben Kenobi war. Damals noch auf englisch textend, schrieb der junge Kwam.E einen Song über die gute alte Zeit. Bruder Bosman war von dem Song überhaupt nicht begeistert und empfahl ihm, fortan nur noch über authentische Storys zu rappen. 

Kwam.Es Anfänge und Einflüsse

Kwam.E blieb dran und überzeugte kurze Zeit später seinen Bruder. Er hatte damals keine Möglichkeit seine Lieder aufzunehmen, doch der Drang zu rappen wurde fester Bestandteil seines Lebens. Zu Hause feilte er die nächsten Jahre an seinen Skills. Im Kopf malte er sich schon aus, die Songs vor einer jubelnden Crowd darzubieten. Kwam ging regelrecht in der Hip-Hop-Kultur auf und spürte eine große Verbundenheit. Dabei sprach den Hamburger besonders die Old School an, die für ihn in den 70ern beginnt. 

„Ab da fand ich alles geil. Die Tänze, der Sound, die Samples. Alles, Alter! Jazz, Funk, Soul bis zu Hip-Hop, bis 1999.“

In den 2000ern aufgewachsen kam Kwam.E nicht an Nelly, Usher und Co. vorbei. Trotz seiner Liebe für die alte Schule, verschloss er sich nicht den Entwicklungen der Musik. Eine Einstellung, die sich bis heute nicht verändert hat. Hauptsache der Beat hat Phunk!

 

Alles auf eine Karte

Neben seinem großen Bruder spielt noch eine weitere Person eine wichtige Rolle in Kwams Künstlerleben. Eloquent , der passionierte Rapper aus Wiesbaden prägte den damals jungen Kwam.E nachhaltig. Nicht nur die Wortgewandtheit beeindruckte Kwan, er bekam durch Eloquent auch Einblicke in die deutsche Underground-Szene. Er merkte schnell, dass er mit seiner Vision von Hip-Hop nicht alleine ist. In Hamburg lernten sich die beiden bei einem Gig von Eloquent im Waagenbau kennen. 

„… und ich wollte wissen, ob ich es drauf hab.“

Kwam.E war als Besucher bei der Show und rappte Eloquent nach der Show seine Parts vor. Der Wiesbadener war sofort von der Energie des 18-jährigen beeindruckt. Er bot Kwam daraufhin an, ein Video von dem Part auf seiner Facebook Seite hochzuladen. Die positive Resonanz auf dieses Video war der ausschlaggebende Punkt für ihn, alles auf eine Karte zu setzen. 

Bist Du Down?

So richtig ins Rollen kam Kwams Karriere dann 2017. Die damals noch unbekannte Ace Tee war auf der Suche nach einem englischen Rap-Part für ihren Song und fand Kwam.E über Facebook. Die beiden harmonierten und spielten auch ein paar gemeinsame Shows. Nach ein paar Monaten Funkstille meldete sich Ace Tee erneut mit der fertigen Hook zu „Bist Du Down?“. Beide hatten die Sprache ihrer Texte in der Zwischenzeit unabhängig voneinander auf Deutsch gewechselt und vollendeten den Song gemeinsam. Der Song ging durch die Decke und blickt mittlerweile auf über drei Millionen Aufrufe bei YouTube zurück. 

„Es war krass. Es war echt ein krankes Gefühl, so. Ich wusste gar nicht, wie ich das alles aufnehmen soll. Ob ich mich da als Star sehen soll oder nicht.“

Der große Erfolg ließ den damals 21-jährigen härter an seiner Musik arbeiten. Er wusste um die Vergänglichkeit von Hypes und schnellen Erfolgen. Mit der „Tee Time“-EP sorgte er gemeinsam mit Ace Tee zügig für Nachschub. Die beiden konnten das vorhandene Potenzial jedoch nicht voll ausschöpfen.

Start der Solo-Karriere

Anfang 2018 veröffentlichte Kwam schließlich seine erste Solo-EP „Whut Da Phunk“. Produziert von Classic.der.Dicke sollte das Projekt zeigen, dass Kwam.E auch als Solokünstler bestehen kann. Seitdem ist der Rapper konstant am releasen. Auf ein Soloalbum lässt er aber noch warten. Die Leute haben seinen Phunk noch nicht verstanden, so der Hamburger.

Wer hat den Phunk?

Funk ist nicht gleich Phunk. Die Anfänge des Funks reichen bis in die Siebziger und von da an entwickelte er sich in viele verschiedene Stile. Kwams Phunk ist anders. Kwams Phunk ist der mit „ph“, wie der von Redman und Erick Sermon. Er wuchs mit deren Musik auf, verinnerlichte sie. Für ihn seien das die Pioniere des wahren Phunks. Gerne würde er diesen Style in Deutschland etablieren, auch wenn viele ihn noch mit Boom Bap assoziieren. 

„Diesen Sound, den ich widerspiegle, das ist hundertprozentig Phunk und auch kein Hip-Hop, auch kein Boom Bap, auch kein Oldschool. Das ist mein Genre. Das ist mein Ding!“

Ihn auf den Phunk zu reduzieren, wird dem Mümmelmannsberger aber auch nicht gerecht. Seine Features mit Rapkreation, Big Pat von BHZ oder die neue Single „Roadrunner“ mit Naru haben gezeigt, dass Kwam auch abseits dieses Sounds funktionieren kann. Er verschließt sich dem modernen Sound nicht, sondern feiert es genauso wie seinen Phunk. Auch vor Gesang schreckt er nicht zurück.

Kwams Karriere bleibt also spannend und wir können uns sicher sein: Egal was kommen wird, nichts ohne Phunk.

 


 

Hier geht es zum 94 Sekunden mit Kwam.E

 

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Ich habe eine kleine Geschichte zu erzählen und die geht so: Rap ist in New York groß geworden. Aber sobald er laufen konnte, fand er den Weg an die West Coast, Wo es ihm viel besser gefiel. Dann lernte er fliegen und West-Berlin war sein Ziel.

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