Kwadi: Warum Montag der schönste Tag der Woche ist

„No Regrets“ – nichts bereuen zu müssen, ein schöner Gedanke. Sich von den Blicken und Meinungen Anderer befreien zu können, eine romantische Vorstellung. Kwadi, der Name steht für einen Befreiungsschlag, er steht für einen Weg der Selbstfindung. Kwadi, merkt euch diesen Namen. Man muss nicht vergessen woher man kam, um sich neu zu erfinden. Auf dem Weg kann man das Beste aus seinem alten Ich mitnehmen und man kann es für sein neues Ich verwenden. Kwadi, habt ihr euch den Namen gemerkt? Kwadi hat seine Ursprünge im Jazz, im Soul. Schuster bleib bei deinen Leisten, doch was wenn der Schuster eine Vision hat, die ihn in eine rosige Zukunft führen kann? Was ist, wenn der Schuster das erlernte Handwerk nutzt, um sich zu individualisieren, um damit einen neuen Markt zu bedienen, den der Schuster im tiefsten Inneren bedienen möchte und der von den Leuten gebraucht wird? Kwadi.


Die Geschichte muss zu dem Sound erzählt werden“

​Die Geschichte von Kwadi beginnt in Ghana, geboren als William Junior Owuso, in der Hauptstadt Ghanas, Accra. Die gleichzeitig größte Stadt in Ghana liegt im Süden des Landes, direkt am Atlantik. Durch die Nähe zum Äquator, herrscht dort tropisches Klima. Staubige Straßen, pralle Sonne, Werkstätte mitten am Straßenrand und allgegenwärtig Musik und Tanz. Sonntags, ist auf den Straßen genau so viel los wie an jedem anderen Wochentag. Doch einen gewaltigen Unterschied gibt es: Die Frauen tragen diese wunderschönen bunten Kleider, die Männer tragen Anzug oder klassische ghanaische Kleidung. Warum? Sonntag ist Kirche. Ständig hört man singende Menschen in den zahlreichen und überall gegenwärtigen Kirchen. In Ghana kannst du auch als Privatperson den ganzen Tag und die ganze Nacht laut Musik hören, ohne das sich jemals jemand beschweren würde. Jeden Sonntag ging es für William Junior mit seiner Mutter und seiner Tante in die Kirche. In den ausgiebigen Messen sind Tanz und Gesang so selbstverständlich wie das Gebet an sich. Doch neben der typisch ghanaischen Musik, wie Gospel Songs, inspirierte Kwadi eine weltweite Ikone. Michael Jackson war es, der schon in dem Kind William Junior den Wunsch weckte Musiker sein zu wollen. In so einem musikalischen Umfeld hat Kwadi also die ersten zehn Lebensjahre verbracht und nicht nur das hat ihn nachhaltig geprägt. So fröhlich es in den Straßen, Kirchen und Häusern teilweise zugeht, so streng und autoritär ist es in den Schulen. Dort zählt in aller erster Linie Leistung, nicht die persönliche Entwicklung einen jungen Menschen. Kwadi hat also von klein auf drei essentielle Dinge für den Erfolg mitgebracht: Disziplin, Leistungsbereitschaft und das Gefühl für Musik. Der junge William Junior ist fleißig und hat im Alter von zehn Jahren die Möglichkeit mit einer Art Stipendium nach Kanada zu gehen. Doch die Entscheidung fällt auf Deutschland, auch weil hier bereits seine Mutter lebt, nachdem sich die Eltern früh scheiden ließen.

„Meine Eltern hätten am liebsten gehabt, dass ich Arzt werde, aber das wurde jawohl nix“

​Kwadi ist ein Musterbeispiel für gelungene Integration, er ist ein Vorbild für alle die, die ohne Sprachkenntnisse in ein fremdes Land immigrieren. Nachdem er in Deutschland angekommen ist, geht alles ganz schnell. Er findet zügig neue Freunde, geht in den Fußball Verein und wird gut aufgenommen. Wahrscheinlich auch, weil er die Sprache schnell lernt und sich somit gut verständigen kann. Vielen fällt dieser Übergang schwer, nicht so Kwadi, dem Deutschland auch musikalisch eine neue Welt eröffnete. Der deutsche Markt lieferte unter anderem durch Viva und MTV eine größere Vielfalt, es gab Pop Musik, Electronic und natürlich Hip-Hop. Mit der Zeit hat sich dann heraus gestellt, dass ich singen kann“ und irgendwann so mit 16 Jahren, landete er schließlich zum ersten Mal in einem Studio. Die Stimme war da, das Gefühl war da, doch eine musikalische Identität war noch lange nicht da. „Ich habe quasi auf alles gesungen was mir vorgesetzt wurde“. Die ersten Auftritte und Songs absolvierte er dann noch unter seinem bürgerlichen Namen William Junior Owuso. Mit seiner ersten Band spielte er dann in Stuttgart beim BIG FM Newcomer Contest, dort gewann er. Er gewann dann auch noch beim Rheinland-Pfalz Open Air gegen andere Newcomer des Monats. Zur Belohnung durfte Kwadi beim Mainz Open Air die Show von Stars, wie Nena, Culcha Candela oder Mic Donet eröffnen. Sicher eine Ehre, doch vielmehr wurden es für William Junior Owuso Momente der Inspiration und der Beginn einer Reise, Kwadi selbst bezeichnete es als etwas „magisches“. Er beobachtete Stars wie Nena bei ihren Auftritten und dachte darüber nach was die haben, was er nicht hat. Er dachte darüber nach was ihm fehlte.

„Ich musste herausfinden wer ich als Künstler bin und was ich wirklich machen möchte“

Und somit wurde das Mainz Open Air der Startschuss zu William Juniors nächster Reise. „Leute ich ziehe mich zurück und ich melde mich wenn ich weiß wohin es in der Zukunft geht, wenn ihr darauf Bock habt, zieht gerne mit und ansonsten müssen sich unsere Wege leider trennen“. Das klingt sehr drastisch, doch Bedarf es oft solcher konsequenter Schritte um eine wirkliche Veränderung zu erzielen. Umgeben von vermeintlich alten Hasen, die wissen was das Richtige für einen jungen Künstler ist, allerdings ohne auf die Empfindungen des Künstlers zu achten, sind oft der Anfang vom Ende. William Junior wollte eine Künstler Persönlichkeit sein, kein formbares Werkzeug für Manager, die versuchen den nächsten Euro rauszuholen. Sicherlich ist dieser Weg in einigen Fällen der einfachste Weg zu kurzfristigem Erfolg. Doch ist das der Weg von Künstlern, die einem im Gedächtnis bleiben? Wohl eher nicht. Irgendwann igelte sich William Junior in einem Studio ein, machte einige Songs, die in die Richtung von heute gehen, Dubstep/Electronic. Allerdings verstand sein Umfeld das seiner Aussage nach nicht. Eine Konsequenz daraus war, dass Kwadi sich dazu entschied, keine Soul/Pop Musik mehr machen zu wollen, eine weitere Konsequenz war, dass die Band mit ihrer Besetzung so nicht mehr passte. Die Hälfte des Teams überlebte, mit der anderen versteht man sich zwar noch, aber auf musikalischer Ebene ging es nicht mehr weiter. Sicherlich ein mutiger Schritt, wenn man bedenkt das sich Kwadi in Stuttgart und Umgebung bereits ein gewisses Standing ersungen hatte.

„Ich lösche jetzt alles und erfinde mich neu“. 

Kwadi definiert seine Musik heute als eine Mischung aus Urban, Electronic- Pop und Soul Musik.
„Ich habe natürlich meine Soul Basics, aber ich möchte, dass sich meine Musik immer in der Zukunft abspielt“. Das ist der persönliche Anspruch, den Kwadi sich stellt, er möchte futuristisch und experimentiell klingen. Kwadi arbeitet sehr viel mit Bildern, damit ihm ein Song gefällt, muss sich beim Hören ein Film vor seinem inneren Auge abspielen, wenn das nicht passiert, ist es für ihn kein guter Song. Das gilt auch, oder im besonderen für seine eigenen Songs. Auch wenn es lange gedauert hat bis Kwadi sich als Künstler und den passenden Sound dazu gefunden hat, so sicher ist er sich heute bei seinem Sound. Er weiß sehr schnell ob ihm was gefällt oder nicht, die Grundgerüste für seine Songs stehen relativ zügig, die Feinheiten können da schon mehr Zeit in Anspruch nehmen.

Natürlich braucht es da die richtigen Produzenten, die die Wünsche und Bedürfnisse verstehen müssen und es dann auch umsetzten können. Mit Radiozoo hat Kwadi die perfekten Produzenten für sich gefunden. Wir haben uns über die Jahre eine Basis erarbeitet und ich vertraue denen mittlerweile blind“. Für seine Lyrics lässt sich der Stuttgarter gerne von Bildern inspirieren, überhaupt funktioniert das Musizieren bei ihm viel über Bilder. Eine Melodie, die Lyrics, alles was mit Musik zu tun hat, geht über Bilder. Da scheint es logisch, das Kwadi sich gerne Videos zu Songs anschaut um den Künstler noch besser zu verstehen.

„Am Ende steht dann dieser Künstler Kwadi, mit „No Regrets“ und der EP „Lost in the Woods“

Der erste Song aus „Lost in the Woods“, „No Regrets“ ist mittlerweile zu seinem Motto geworden, der Idee zu der EP ist, wie soll es anders sein, ein Bild voraus gegangen. Eines Morgens stand Kwadi auf, fühlte sich verloren, vor seinem inneren Auge sah er dann dieses Bild: „Ich stehe neben lauter Bäumen und ich weiß nicht was ich machen soll“. Die Produktion der EP ging relativ einfach von der Hand, ganz einfach, weil es authentisch war. Und auch wenn sich viele in den Lyrics der EP wiederfinden werden, so steht „Lost in the Woods“ im besonderen für seinen persönlichen Weg der Selbstfindung, von William Junior Owuso zu Kwadi. Kwadi ist übrigens die Verkürzung seines ghanaischen Namens, Jungen die wie William Junior an einem Montag geboren sind, heißen in Ghana Kwadwo. Mädchen die zum Beispiel an einem Freitag geboren sind, heißen Afia… Mit einzelnen Singles der EP konnte Kwadi schon gewisse Erfolge erzielen. Songs wie „I will find you“ haben bei Spotify bereits 1,5 Millionen Streams erreicht und auch die anderen Songs haben das Zeug dazu Hits zu werden. Am 24. März erschien mit „Not Today die letzte Single von „Lost in the Woods“, bevor die EP am 06. April erscheint.

„Ich muss jetzt abliefern“

Kwadi scheint, obwohl längst in Deutschland zuhause, immer noch ein Reisender zu sein, nach der Reise von Afrika nach Deutschland, nun eine weitere beschwerliche Reise zu sich selbst. Und Ankommen wird er wohl nie so ganz. Aber wer tut das schon. Auch wenn „Lost in The Woods“ ein gewaltiger Schritt war, so ist er immer weiter auf der Suche nach einem neuen Sound und nach einem neuen Ich.

 

Hier kannst du „Lost in the Woods“ bestellen.

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