Konvoy: „Politischer Rap war ganz vorn mit dabei. Das war schon eine verdammt intensive Zeit.“

Im Jahr 2014 konnte sich die Formation Konvoy den Titel der „besten Nachwuchsband Deutschlands“ sichern und vertraten im darauf folgenden Jahr das Bundesland Baden-Württemberg beim New Music Award der öffentlich rechtlichen Sender. Wenig später fanden sich die drei Stuttgarter mit einem Vertrag bei Chimperator Live wieder und haben Cro durch die großen Hallen des Landes begleitet. Nach der EP „Konvoyeah“, die im letzten Jahr erschienen ist, folgte mit dem Album „Alles mitnehmen“ im Mai diesen Jahres der nächste Checkpoint. Während der dazugehörigen Tour haben die Jungs Zeit für ein paar Fragen gefunden.

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Wie würdet ihr denjenigen, die euch noch nicht kennen, eure Musik beschreiben?

Moritz: Eine Mixtur aus Laszlo, Joe Styppa und Moritz.
Joe: Ein bisschen Deutschrap, Indie, Pop und jede Menge Drums.

Wie wurde Chimperator auf euch aufmerksam?

Joe: Wir haben Cro entdeckt!

Ihr habt im vergangenen Jahr Support für Cro gespielt und generell schon recht viel Bühnenerfahrung. Konntet ihr euch dennoch etwas für eure eigenen Shows abgucken?

Moritz: nicht direkt, nein. Wir schießen natürlich auch gern mit Konfetti rum, aber wer tut das nicht.
Joe: Ja wie Mo sagt, wir sind nicht so die Abgucker, machen lieber unser eigenes Ding. Was wir jedoch feststellen konnten war, dass unsere Show in so großen Arenen vor einem Publikum, welches uns nicht kennt, super funktioniert.

Inwiefern wurdet ihr mit Hip-Hop sozialisiert? Hat da jeder von euch seinen Ursprung?

Moritz: Tatsächlich ganz unterschiedlich bei uns. Bei mir war es der Deutschrap-Boom Ender der 90er. Freundeskreis, Beginner, Massive Töne, etc. Dann hat es plötzlich auch in Tübingen, Lazlos und meine Heimat, überall gebrodelt. Es wurde gerappt, gesprüht, gebreaked, gemalt. Politischer Rap war ganz vorn mit dabei. Das war schon eine verdammt intensive Zeit.
Joe: Da ich irgendwann als kleiner Bengel beschlossen habe Drums zu spielen, bin ich schon durch sehr viele Genres durchgesurft. Das bringt das Trommler-Dasein so mit sich. Nach einer sehr langen Hardcore Vergangenheit habe ich dann Laszlo und Mo kennen gelernt und mit ihnen am zukünftigen Konvoy Sound geschraubt. Nach vielen Jahren Hip-Hop Bretter tüfteln fühle ich mich enorm sozialisiert. Also hat’s tatsächlich mit dem Selbermachen begonnen.

Euer Sound hat mit straighten Rap ja relativ wenig zu tun. Verfolgt ihr die Szene trotzdem? Was feiert ihr zur Zeit?

Laszlo: Voll. Rap ist immer in meiner Playlist. Anderson Paak, Top Dawg Entertainment aber auch Artists wie Drake feier ich sehr. In Deutschland gibt es immer wieder auch Releases, die mich kriegen. Das letzte Megaloh Album war groß. Darüber bin ich auch erst auf Trettmann gestoßen, den ich mir gerade gerne gebe – Kitschrieg und Konvoy. Am Ende des Tages stell ich mir natürlich auch die Frage: WKMSNSHG?

Dafür, dass es euch in dieser Formation noch nicht so lange gibt, habt ihre einen recht steilen Karriereweg hingelegt. Kam euch das dennoch wie ein stetiges Wachstum vor oder wart ihr auch mal an dem einen oder anderen Punkt überfordert?

Moritz: Es ging auf jeden Fall immer nach vorn. Allerdings auch nicht nur aufwärts. Tatsächlich haben wir oft hart ackern müssen – für jeden Step, den wir gegangen sind. In der Hinsicht waren wir schon öfters überfordert, klar. Dieses Selfmade Ding erfordert unfassbar viel Zeit, Geduld, und Arbeit. Aber wir sind einfach ein geiles Team und reißen das gemeinsam. Es macht Bock!

Hier findet ihr die restlichen Dates der „Alles mitnehmen“-Tour:

20.05. Weinheim
21.05. Kaufbeuren
24.05. Nürnberg
25.05. Leipzig
27.05. Hamburg
29.05. Saarbrücken
11.06. Rottershausen

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