Kontra K – “Labyrinth”

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Wenn sich heutzutage ein Rapper seiner Vorbildfunktion bewusst ist, dann Kontra K. Stilistisch hat sich seit seinen Anfängen allerdings einiges getan. Während er als Part des Rapduos Vollkontakt (Kontra K und KiezSpezial) noch auf den Schienen des Gangsta-Rap fuhr, versteht er sich seit geraumer Zeit darauf, Sport- sowie Motivationshymnen zu schreiben. Mit Labyrinth steht nunmehr sein fünftes Studioalbum in den Regalen der Elektronikmärkte. Doch schafft Kontra K es auch diesmal, den Sound eingängig zu gestalten, oder zeigt sein Stil erste Abnutzungserscheinungen?

Ich muss gestehen, dass ich mich immer sehr auf neuen Output des Berliners freue. Auch nach wiederholtem Hören lassen sich keine klaren Schwächen erkennen, im Gegenteil, ich entdecke immer wieder neue Lines oder Flowvariationen.

Das neueste Werk wartet mit 18 Songs auf, darunter Gastbeiträge von Bonez MC, Raf Camora, Haudegen sowie den Jungs von DPK (Fatal, Rico, Skinny Al). Die Auswahl der Gäste spiegelt zudem auch einen der wichtigsten Werte Kontras sowie des Albums wieder: Loyalität.

Wer Kontra K schon länger verfolgt, weiß, dass er trotz steigenden Erfolgs seine alten Freunde und Labelkollegen von DPK nicht vergessen hat. Die Kollaborationen mit Bonez MC und Raf Camora sind nach den zahlreichen früheren Zusammenarbeiten de facto nur logisch.

Getreu dem Motto die Hoffnung stirbt zuletzt, thematisiert Kontra auf dem Song „Hoffnung“ eben jene, der Refrain der Anspielstation stellt für mich im Übrigen ein echtes Highlight des Albums dar.

Freunde der Sporthymne „Kampfgeist“ (erschienen auf dem Album „Was die Zeit bringt“) können sich auf den mittlerweile dritten Teil der Reihe freuen, der meiner Meinung nach einen Tick stärker als der zweite Teil ist und ebenbürtig mit dem ersten. Des Weiteren findet sich mit „Sohn“ auch eine Widmung für seinen Nachwuchs auf dem Longplayer.

Wer Freude an dem englischen Chorus des Songs „Eiskalt“ (zu finden auf dem vorherigen Album „Aus dem Schatten ins Licht“) hatte, sollte sich bei „Geist“ auf dem aktuellen Werk sofort heimisch fühlen. Seit dem Freetrack „Yolo und so“ aus dem Jahr 2014 arbeitet der Künstler bekanntlich öfter einmal mit englischen Refrains – bisher bringen sie nicht nur Abwechslung, sondern klingen obendrein sehr gut.

Nicht minder auffällig dieses Mal die teils sehr melodischen Refrains wie in Brot stapeln“, „Paradies“ und „Bittersüß“. Zuweilen singt Kontra K auch selbst. Hier ist das im Vorfeld ausgekoppelte Ikarus“ zu erwähnen, der bereits angesprochene Song „Hoffnung“ oder auch „Mitleid“.

Klar findet sich auch auf diesem Album zwischen all den motivierenden Worten auch die eine oder andere Lebensweisheit des Künstlers, nichtsdestotrotz ist Labyrinth für mich eines der bisher stärksten Releases des Jahres.

Kontra K hat trotz seines regelmäßigen Outputs immer noch Hunger und eine Sättigung ist lange nicht in Sicht. Trap-Musik oder Auto-Tune-Abfahrten sucht man auf Labyrinth vergebens. Stattdessen schafft das Album den Spagat zwischen Rap, Drum’n’Bass, Dubstep und Live-Elementen.

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Lukas ist keinem bestimmten Subgenre verbunden. Er ist offen für Gangstarap, Horrorcore, Trap, Oldschool, sozialkritischen oder gefühlvollen Rap, ebenso für Underground Künstler und Newcomer. Weiterhin verspeist er jeden Film und jedes Buch, das mit Deutschrap zu tun hat. Seit Mai 2016 versucht er über BACKSPIN seine Leidenschaft mit euch zu teilen.

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