Bugzy Malone: „Ich liebe jeden Song gleich stark.“

Bereits vor einer ganzen Weile nahm Bugzy Malone erneut den Kampf mit der britischen Grime-Szene auf und konnte diesen für sich gewinnen. Mit seiner EP „King of the North“ ist er im Juli auf Platz vier der UK-Albumcharts eingestiegen. Der Grime-Musiker stammt aus Manchester und hat zuvor bereits zwei EPs seiner Trilogie veröffentlicht. Erst Mals von sich reden machte der Rapper mit seinem Mixtape „The Journal of an Evil Genius“, das er 2014 veröffentlichte. Seither ist er konsequent am Ball geblieben und hat für seine Fans regelmäßig Nachschub produziert. Er ist der erste Rapper aus Manchester, der mit Grime-Musik kommerziellen Erfolg verzeichnen kann. Alle seine bisherigen Trilogie-Teile sind in die UK-Album Charts eingestiegen. Wir haben mit dem 26-Jährigen über die Entstehungsphase von „King of the North“, Feature-Gäste und Produktionsprobleme gesprochen. 

 

Die EP könnt ihr hier kaufen.

Wieso heißt das Album „The King of the North“?
The King of the North“ nennen mich die Fans schon lange. Ich weiß nicht, ob das von dem Game of Thrones Charakter kommt oder nicht. Aber es ist mir eine Ehre, einen Namen zu haben.

Welche Geschichte steht hinter der EP?
Es ist die dritte EP einer Trilogie. Der dritte Teil dokumentiert den Erfolg unserer Reise bis hier.

Über welche spezifischen Themen sprichst du auf der Platte?
Es geht um mich, um meine Reise, um mein Leben. Wie ich mit meiner Vergangenheit abschließe und an Persönlichkeit gewinne. Zeitgleich versuche ich zu analysieren, was um mich herum passiert.

Wie kam das Cover zustande?
Ich habe selbst Recherche betrieben und nach Dingen wie „King of the North“ oder „King-Artwork“ gesucht. Es stellt mich als Statur ohne Arme und Unterkörper dar. Eine Art Torso mit Kopf. Ich fand einfach, dass es cool aussieht. Ich glaube, es wird „bust“ genannt.
Mit welchen Produzenten habt ihr zusammengearbeitet und weshalb gerade mit diesen?
Zum einen mit Z Dot. Die Chemie zwischen uns stimmt einfach. Sowohl musikalisch, als auch persönlich. Es ist einfach episch, was er macht. Zum anderen habe ich auch mit Ali Karim gearbeitet, dessen Sachen ich auch sehr mag.

Wo hast du die Ep produziert?
Das meiste wurde in Manchester aufgenommen, ein paar Sachen auch außerhalb. Das spielt für mich aber auch keine große Rolle. Wenn du das Projekt verinnerlichst, arbeitest du überall daran. Aber komplett fertig wurde die EP in Manchester.

Wie hast du dich für die Feature-Gäste entschieden?
Ich habe mit Tom Grennan zusammengearbeitet, er ist ein guter Freund. Ich bin ein großer Fan von dem, was er macht. Die Chemie stimmt einfach. Ich bin sehr stolz auf unsere Zusammenarbeit. Ich habe zudem mit Shola Ama gearbeitet. Sie ist einfach krass. Eine sehr talentierte Sängerin, sehr gut in allem, was sie macht.

Wie entstand die EP?
Meistens habe ich anfangs einen einzelnen Track, der lange alleine steht und irgendwann kommen immer mehr dazu. Dann wird es langsam etwas Konkretes. Wir kommen mal mehr, mal weniger voran, entwickeln uns und machen Rückschritte, bis dann ein finales Projekt entsteht.

Über welches Label fand das Release statt?
Die Ep wurde über mein eigenes Label „Ill Gotten Records“ veröffentlicht. Ich möchte einfach unabhängig sein und mir alle Türen offen halten.

Gab es irgendwelche Probleme während des Produktionsprozesses?
Eigentlich nicht. Wobei doch. Wir hatten für einen Track den Text von „Wonderwall“ verwendet und erst danach erfahren, dass wir das nicht hätten machen dürfen. Dummerweise war da das Video zu dem Song schon gedreht. Also mussten wir die Zusammensetzung des Tracks nochmal komplett ändern, aber sowas gehört wohl einfach dazu.

Gibt es auf der Ep einen Song, den du besonders arg magst?
Ich glaube, ich liebe jeden Song gleich stark. Natürlich alle auf eine andere Art. Jeder Song hat eine andere Stimmung und passt so zu einer bestimmten Situation. Ein Song, mit dem ich viel verbinde ist „Make or Break“. Er handelt von meinem verstorbenen Cousin und ist deshalb sehr privat. Es ist schön, ihn live zu spielen und ihm damit ein Tribut zu zollen.

The following two tabs change content below.
Vom Soziologen*innen-Debattiertisch in Tübingen direkt in die BACKSPIN-Redaktion in Hamburg.
Razer

Erzähl Digger, erzähl

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.