Kanye West – Die Twitter-Seifenoper geht weiter

Wer sich nach dem Erscheinen des von Kanye West als „best album of all time“ betitelten „The Life Of Pablo“ auf entspanntere Zeiten eingestellt hatte, wurde in den letzten Tagen mit dem Gegenteil konfrontiert: Yeezy schießt auf Twitter weiterhin scharf, auf alles und jeden.

Eine kurze Verortung: Auf die wohl verwirrendste und medienwirksamste Promo-Phase aller Zeiten folgte vergangenen Donnerstag schließlich eine nicht weniger abgedrehte Live-Weltpremiere des allseits erwarteten Werkes – eine bombastische aber unfreiwillig komische Selbstinszenierungs-Show. Seit  Freitag  Sonntag gibt es das Leben von Pablo nun auch endlich für das gemeine Volk, diejenigen, die einen TIDAL Account haben. Jetzt gab West auf Twitter bekannt, dass dies auch so blieben soll und das Album nie außerhalb von TIDAL erscheinen soll.

Angesichts all dieser Aufregung sind die ersten professionellen Reaktionen auf die eigentliche Musik, um welche es schließlich in erster Linie geht, natürlich für alle Beteiligten interessant. Blöd nur, dass sich die ersten Rezensionen zur „T.L.O.P.“ von der Chicago Tribune (2/4 Sterne), dem Daily Telegraph (3 von 5) und dem Guardian (3 von 5) im Bereich des Mittelmaßes bewegen.

Einzig die Internet-Plattform Pitchfork sieht in dem Album bisher einen großen Wurf und gesteht „T.L.O.P“ mit neun von zehn möglichen Punkten immerhin zu, eines der bestbewerteten Alben der Seite zu sein- nicht gut genug für Kanye:

Dieser weist das Magazin darauf hin dass sein angeblicher Meilenstein der Musikgeschichte wohl vielmehr eine „30 out of 10“ ist. Statt die Pitchfork-Würdigung also zu schätzen ging sein x-ter Twitter-Rant in einen Rundumschlag gegen die „weiße Musikwelt“ über. Mit seinem unterschwelligen Rassismus-Vorwurf gegen „weiße Medien“ greift Kanye damit eben jene Muster der Verallgemeinerung auf, deren Opfer er angeblich ist.

Eine Zusammenfassung der relevantesten Tweets gibt es einmal mehr in unserer Twistory:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Er ist nicht "Nordisch by Nature" – kam aber durch Samy und EinsZwo zu Hip-Hop. Abseits davon auch gerne Gespräche über die Rettung der Welt, Tesla oder Alan Watts. "They try to blind our vision, but we all God children, we siblings. You my brother, you my kin, fuck the color of your skin."
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