Infinit: Vom #Raptags Contest ins Rapgame

infinit

Fast jede Stadt hat im Deutschrap sein Aushängeschild. In Hamburg ist es zurzeit die 187 Strassenbande, Saarbrücken hat Genetikk, in Berlin ist es seit gefühlten Ewigkeiten Bushido. Die Stadt Koblenz tauchte in diesem Kontext bisher noch nicht wirklich hervor. Dies könnte sich bald aber ändern, denn jene Stadt mit ihren für Deutschland mickrigen 120.000 Einwohnern könnte bald ihr eigenes Aushängeschild haben. Die Rede ist von Infinit, der vor nicht all zu langer Zeit wohl nur denen bekannt war, die auch abseits des Deutschrap-Mainstreams im Untergrund des Raps umher kreisten. Mittlerweile hat er um die fünftausend Fans bei Facebook, auch seine YouTube Videos kratzen schon an 60.000 Klicks. Da kann man sich gut und gerne mal fragen: Wie ist es zu diesem schnellen Aufstieg gekommen?

Infinit nahm letztes Jahr erfolgreich beim #Raptags2016 Contest teil. Der Hauptgewinn: Ein Plattenvertrag bei Chapter One – Universal und ein Album inklusive Produktion und Promotion. Wie dieser Contest vonstatten ging? Die Bewerber schicken einen Song ein und müssen zuerst einmal die Jury überzeugen. Namentlich waren das Rooz, Niko BACKSPIN, Tamas, Jumpa, Melbeatz, Patrick Thiede (A&R und Labelkopf von Auf!Keinen!Fall!), Ramin Bozorgzadeh (Label Head und A&R Chapter One) und Yves Fernau. Die besten Zwanzig, die die Jury überzeugen können, landen in der zweiten Runde und können sowohl von Fans, als auch von Jury weitergewählt werden. Zusätzlich kann noch ein weiterer eine Deezer Wildcard ergattern, die ihn bereits ins zweite Voting und damit gleichzeitig ins Halbfinale hievt. Im ersten Onlinevoting kommen dann nur noch die sechs mit den meisten Stimmen und vier weiter, die der Jury am besten gefallen.

Hat man diese Hürden bereits durchlaufen, so steht man im Halbfinale. Dort gilt es einen neuen, noch unveröffentlichten Track mitsamt Video zu produzieren. Ab diesem Zeitpunkt mischt auch derjenige mit der Deezer Wildcard mit. Die fünf mit den meisten Stimmen erreichen das Finale. Nun kommen die besten in den Genuss einer professionellen Produktion. Im Finale müssen sich die Anwärter auf den Newcomer des Jahres vor der Jury und der Fans live auf der Bühne beweisen. Schlussendlich entscheidet die Jury über den Gewinner. 

Infinit könnte es bald gut ergehen, denn dieser kann jetzt unter professionellen Bedingungen mit Major Label Strukturen arbeiten. Rapper wie zum Beispiel Nimo hat in der Vergangenheit genau diese Strukturen gebraucht um aus seinem Talent auch etwas Zählbares rauszuholen. Was professionelle Bedingungen bewirken können, hat man also in der Vergangenheit schon gesehen. Am 25. August veröffentlicht der Koblenzer sein Debütalbum “Aus Prinzip” mit Produktionen von Jumpa und Melbeatz über Chapter  One – Universal Music

 

Soweit, so gut. Doch was macht Infinit besonders? Auf dem Papier steht nichts, was man nicht schon mal gehört hat. Seine erste Berührung mit Hip-Hop und Rap hatte der Rapper mit Eminems Kassette “Infinite”, auf deutschen Bars von Kool Savas ist er hängen geblieben und kaufte er sich mit 14 Jahren das erste Mikrofon, rappt also schon seit einer geraumen Zeit.  Schnell kristallisiert sich bei ihm heraus, dass es keine andere Perspektive gibt, als als Rapstar aus diesem Leben zu treten. Somit lässt sich der Albumtitel “Aus Prinzip”  und sein Künstername schnell erklären.

Was Infinit besonders macht, auch wenn das am Ende des Tages jeder für sich selbst entscheiden muss, ist sein großes Facettenreichtum trotz seines noch sehr jungen Alters. Mal berichtet der Rapper aus dem Jahrgang 94 über sein Leben am Block, auf einem anderen Track sieht man ihn seine privaten Kopfkrisen durchleben, ehe er wieder selbstsicher vor der Kamera flext. Mal auf organischen Beats, mal auf modernen Beats mit Trapelementen. Durch all diese Facetten lässt sich der Rapper nicht in die eine Schublade stecken. Das beweist auch die Gästeliste des Debütalbums, die neben Haze auch Sierra Kidd ziert. Will man es gezwungenermaßen doch tun: In-Die-Fresse-Rap von der Straße mit Herz, wie er in der Rapbibel stehen könnte. 

 

“Aus Prinzip” kannst du hier bestellen!

 

The following two tabs change content below.
Leben, Life, Hayat & NUR DER HSV!

Erzähl Digger, erzähl

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.