Hut ab Bonez MC, die 187 Strassenbande ist über die Jahre immer bekannter geworden, ohne das ihr euch irgendwo angebiedert habt. Wie ging es eigentlich los? (aus BACKSPIN #118)

Würdest du das so einschätzen, dass es bei allen 187ers von Haus aus ein hartes Umfeld gewesen ist und man die gleiche Sprache gesprochen hat?

Die gleiche Sprache auf jeden Fall. Wir haben uns aber nie so krass gebeutelt vom Leben gefühlt. Ein schweres Elternhaus weise ich komplett von mir. Meine Eltern haben einen super Job gemacht. Jeder hat so sein Schicksal. Ich gebe mich mit wenig zufrieden, bin aber auch glücklich, wenn es mehr gibt. Meine damalige Freundin kam aus einer richtig krassen Villa aus Frankfurt und ist mit mir nach Hamburg gekommen und wir hatten nicht mal eine Dusche. Wir mussten uns mit so einem hässlichen Eimer über dem Kopf waschen.

Ist es auch eine Charakterfrage, wenn man weiß, wie es ist, auf Null zu sein?

Auf jeden Fall. Für mich ist das Auto hier auch eigentlich schon kaputt, weil ich weiß, dass ich es kaputtfahren werde. Das ist für mich nur ein Gegenstand. Ich kann das Auto ja nicht essen, wenn ich Hunger habe. Im Endeffekt kommt das von Sprechgesang. Dafür habe ich mir nicht 40 Stunden die Woche den Arsch aufgerissen, sondern ich habe das einfach von Sachen bekommen, die mir Spaß machen. Wenn sich da jetzt ein Label oder ein Vertrieb noch was abzwackt und die davon auch ihre Kinder ernähren, ist das für mich okay. Für mich wird jetzt sogar in eine Rentenkasse eingezahlt. Ich habe mir mit 21 „Die besten sterben jung“ tätowiert, weil ich dachte, es ist nur eine Frage der Zeit, bis da was passiert. Jetzt bin ich 30, habe eine Tochter und bin jeden Tag froh über das, was ich habe. Ich wäre aber auch 187, wenn es den ganzen Hype nicht mehr geben würde.

Hast du zu der Toprott-Zeit Verantwortung gelernt, weil du der ganzen Bande gegenüber Verpflichtungen hattest?

Ich würde niemals ein Fass aufmachen, das ich nicht austrinken kann. Ich bin ein sehr schlechter Verlierer und musste auch mit Kampfsport aufhören, weil ich nachgetreten habe. Deshalb ist auf- hören nie eine Option. Ich habe die Verantwortung, dass die Jungs im Internet gut aussehen. Ich habe die Verantwortung für 187. Ich wollte, dass wenn Gzuz rauskommt, das Nest groß genug ist, dass er sich da reinsetzen kann. Ich wusste, wenn er wieder draußen ist, geht es rund.

Er hat zu mir auch mal gesagt, dass es entweder mit Musik klappt oder er wieder reingehen wird …

Das ist auch so. Für mich ist er der krasseste Charakter in ganz Deutschland. Da kann man noch so viel rausholen. Ich gucke ganz rosig in die Zukunft.

Es ging immer weiter nach oben, gab aber auch eine lange Durststrecke. Da hattest du erzählt, dass du keine Lust auf Öffentlichkeit hast …

Bock auf Öffentlichkeit habe ich nicht. Ich sehe mich eher in so einer Managerposition. Ich gucke darauf, dass ein geiles Produkt entsteht. Ich weiß schon seit dem ersten Video, wo er oben ohne mit seinem Spindelkörper rumgeschrien hat, am besten, wie ein Gzuz in Szene gesetzt werden muss. Aber es gab Tiefpunkte. Da haben mir nur nahestehende Leute und Marihuana weitergeholfen. So sehr unter Zugzwang wie jetzt war ich noch nie, aber trotzdem weiß ich, dass wir das schaffen. Als Gzuz aus dem Knast kam, wusste er ja auch nicht, was er will. Er meinte, „High & Hungrig“ hört sich scheiße an und wollte gar nicht, dass das erscheint. Danach stand er grinsend mit offenen Armen vor mir. Wenn man drei Jahre im Knast ist und da immer noch „nur“ der Rapper ist, dann ist es klar, dass er mit ganz anderer Motivation rauskommt und sagt: „Wir machen jetzt ein Bordell auf und unsere ganzen Groupies schicken wir auf den Strich.“ Dann muss man erst mal erklären, dass wir mit der Musik momentan ganz gut dastehen. Das war keine einfache Zeit. Ich habe ihn ja mindestens alle zwei Wochen besucht. Wir waren immer in Kontakt. Als er rauskam, habe ich ihm direkt die Kamera unter die Nase gehalten, weil ich dachte, wir sind den Fans das schuldig.


 

Kannst du den Moment beschreiben, wie es sich für dich selbst angefühlt hat, ihn draußen zu sehen und ihn auch direkt vor die Kamera zu holen?

Für mich war es eine Art Befreiung, gleichzeitig habe ich aber auch gemerkt, dass er darauf gar nicht so klarkam. Da will der einfach nie wieder hin. Wenn dann solche Leute über dein Leben entscheiden, dann hörst du auch auf die. Die können ja sagen: „Der ist noch nicht so weit.“ Dann bleibst du halt noch länger da. Ich glaube, seine größte Angst war, seine Freiheit durch Musik zu gefährden. Das war ein kleines Tief. Im Januar hatte ich auch wieder eins, weil im letzten Jahr alles zu glatt ging. Wie soll ich dem dieses Jahr gerecht werden? Der Sampler und Gzuz sind richtig durchgeflutscht. LX und Maxwell waren auch direkt auf der Fünf, jetzt sind die beim Echo. Zum Glück hat das mit LX gerade so geklappt. LX und Maxwell kannten sich nicht. Das sind alles Freunde von mir und ich pflege Freundschaften des Grauens. Ich bin am Tag am rumfahren, damit ich jeden einmal gesehen habe. Wenn ich nicht konstant mit Leuten in Kontakt bin, dann weiß ich nicht, wie ich zu denen stehe.

 

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1 Comment

  1. Viktor Windermut

    30. Oktober 2018 at 21:13

    > Kämpfer (Muttersöhnchen)
    >
    > Ich bin ein Kämpfer,
    > Und ich gebe niemals auf.
    > An meiner Seite,
    > Wirst du dich sicher fühlen.
    > Ich biete dir Geborgenheit und Komfort.
    > Nur eins schreib dir hinter die Ohren Baby.
    > Du darfst mich nicht einengen und bremsen.
    > Sollte es geschehen, jage ich dich zum Teufel Kind.
    >
    > Du willst ein Mann, hier bin ich.
    > Ich versüße dein Leben Kind.
    > Möchtest du ein Muttersöhnchen haben,
    > Dann bist du falsch bei mir.
    > Ich bin ein Kämpfer,
    > Und gebe niemals, niemals auf.
    >
    > Erfolg steht auf meiner Stirn geschrieben.
    > Ich bin das was alle Frauen haben wollen.
    > Alles was ich mache wird zum Gold.
    > Und du hast Glück mit mir.
    > Ich teile gern mit dir.
    > Nur eins lass dir sagen Baby.
    > Ich mag es nicht, in die Ecke getrieben zu sein.
    > Sollte es geschehen, trennen sich unsere Wege Kind.
    >
    > Du willst ein Mann, hier bin ich.
    > Ich versüße dein Leben Kind.
    > Möchtest du ein Muttersöhnchen haben,
    > Dann bist du falsch bei mir.
    > Ich bin ein Kämpfer,
    > Und gebe niemals, niemals auf.
    >
    > Du wünschst dir einen erfolgreichen und starken Mann,
    > Hier bin ich.
    > Du wünschst dir ein unbeschwerliches und geregeltes Leben,
    > Mit mir hast du es.
    > Du möchtest Abenteuer und Spaß,
    > Ich biete es dir.
    > Aber eins lass dir sagen Baby,
    > Enge mich nicht ein und las mich leben.
    > Sonst gehe zum Teufel Kind.
    >
    > Du willst ein Mann, hier bin ich.
    > Ich versüße dein Leben Kind.
    > Möchtest du ein Muttersöhnchen haben,
    > Dann bist du falsch bei mir.
    > Ich bin ein Kämpfer,
    > Und gebe niemals, niemals auf.

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