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Hunney Pimp: „Gefühlvoll, melodisch, experimentell und irgendwie sanft.“

Yung Hurn, Crack Ignaz, Young Krillin – Cloudrap und Österreich, das scheint einfach zu passen. Hunney Pimp schafft es, ähnlich wie ihre Kollegen, mit verschmitztem Akzent und experimentellen, melodischen Klängen über die Landesgrenze hinweg zu begeistern. Angefangen mit klassischen Boom-Bap Sachen, traut sich die gebürtige Oberösterreicherin, die momentan in Wien lebt, inzwischen an ganz andere Sounds. Zusammen mit dem Produzenten Melonoid enstand jüngst ihr Debütalbum „Schmetterlinge“. Wir haben mit ihr über die ersten musikalischen Schritte, die neue Platte und die Herkunft ihres Künstlernamens gesprochen. 

This is where I’m from…

Ich komme aus Oberösterreich, wohne seit einigen Jahren in Wien. 

I kow my roots…

Ich habe schon immer gerne gesungen, war in der Schule im Chor und in der Schulband. Am Anfang war allerdings mehr das Tanzen mein Ding. Würde ich heute nicht Musik machen, wäre ich wahrscheinlich Musicaldarstellerin. Ich habe mit circa 15 angefangen Texte zu schreiben, ein wenig Beats zu machen und über Computerlautsprecher aufzunehmen. Gesungen habe ich immer ziemlich viel, gerappt hab ich meistens nur im Stillen. Ich war nicht so ein Freestyler, dafür war ich zu feige. Erste Songs haben wir im Kinderzimmer aufgenommen, vor einer Matratze mit Socken über dem Mikro. Als ich nach Wien gezogen bin hab ich mir dann Equipment besorgt und mich auf selbst gemachte Beats aufgenommen. So hat mich auch Melonoid über Soundcloud gefunden, der damals noch unter dem Namen Cuturix aktiv war. Wir haben damals recht klassischen Boom-Bap gemacht, das is mir irgendwann zu langweilig geworden und ich hab meinen Schreibstil sowie meinen Namen geändert.

You know my steez…

Hip-Hop generell hat mich sehr fasziniert, sei es jetzt Rappen, Tanzen oder Sprühen. Ich hab mich glaube ich recht viel in meinem Leben schwach und alleine gefühlt, meine Mutter war alleinerziehend und meine Kindheit war nicht unbedingt die normalste. Hip-Hop, insbesondere Rap, war für mich ein gutes Mittel mich auszudrücken, Selbstbewusstsein zu bekommen und mich stärker zu fühlen. Außerdem war ich immer schon gerne kreativ und Rap hat halt Sprache und Musik vereint – was perfekt war. Und ich bin viel mit Kids abgehangen, die nicht viel hatten und Tupac sein wollten, das hat abgefärbt.

That’s my motherf****** name…

Hunney ist die Verniedlichung von Hunne.

Turn my music on…

Gefühlvoll, melodisch, experimentell und irgendwie sanft. Frisch auch. Auch ein bisschen abgefuckt und lässig und Gangsta natürlich. Und from the heart. 

Yo see the difference…

Also besser macht mich glaub ich nichts. Ich kann halt gut singen, das weiß ich schon. Was mich glaub ich unterscheidet, ist meine Ehrlichkeit. Ich würde auch Sachen aussprechen, die nicht in das Bild von mir passen. Aber da bin ich lieber ehrlich, als vorzuspielen, dass es nicht existiert. ich bin richtiger Fan von harter Ehrlichkeit. Und meine Herangehensweise, ein Lied zu erschaffen, ist glaube ich auch nicht so Rap-mäßig. Also manchmal dreh ich einen Beat auf und dann kommen nicht so viel Worte, dafür mehr Melodie und so mach ich das dann auch. Ich hab nicht so ein Schema, dem ich folge. Für mich muss in erster Linie der Vibe stimmen, die ausgefeiltesten Lyrics zu haben ist nicht mein Ansporn. Ich mache mir keine Gedanken, ob das funktionieren wird oder nicht. Für mich funktioniert es bereits, weil ich liebe, was ich mache. 

 

 

My brand new album/mixtape…

Ich habe gerade mein Debütalbum „Schmetterlinge“ releast. Das Album wurde hauptsächlich von Melonoid produziert und er hat auch alles gemastert. Das Ding kann man sich auf den verschiedensten Streamingseiten gratis holen. Ich arbeite gerade an zwei neuen Projekten mit zwei verschiedenen Produzenten. Ich denke im Frühling wird man davon was hören. Bis dahin werde ich natürlich Freetracks raushauen und mich auch wieder mehr dem Produzieren widmen. Es kommt auf jeden Fall einiges.

I know what I want…

Ich werde mit dem weitermachen, was ich gerade mache, weil es mir Spaß macht und ich mich und andere bereichern kann und ich kenne meine Fähigkeiten und freue mich schon auf die viele Musik, die ich noch machen werde. Es hört sich immer cheesy an, aber es is einfach Therapie und ich werde nie damit aufhören. Ich erwarte mir natürlich viele coole Konzerte und Momente und eine stetige Verbesserung meiner Fähigkeiten, damit ich immer wieder was neues abliefern kann. 

Look into the future…

So viel, dass ich nicht weiß, wo ich anfangen soll. In erster Linie das Leben genießen, aber richtig. 

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