Hunney Pimp: Dialektrap zwischen Kitsch und Gewalt

Hunney Pimp

Nachdem sich Hunney Pimp mit ihrem Debütalbum „Schmetterlingeeinen kleinen Hype in der Szene aufbauen konnte, wurde es zwei Jahre lang ruhig um die gebürtige Oberösterreicherin. Jetzt ist sie zurück mit ihrem neuen Album „Chicago Baby“ und liefert erneut einen ganz eigenen Sound. Wir haben uns mit der Künstlerin und dem Produzenten Melonoid getroffen, um über das neue Album, Einflüsse und die Nische Dialektrap zu sprechen.

Debütalbum und Schaffenspause

Zwei Jahre Pause erscheinen heutzutage wie eine Ewigkeit. Private Gründe haben Hunney Pimp daran gehindert, direkt an den Hype um „Schmetterlinge“ anzuknüpfen. Aufgehört Musik zu machen habe sie in dieser Zeit trotzdem nicht, ihre Herangehensweise hat sich lediglich geändert. Wirkte ihr Debüt oft noch sehr bedrückend und selbstzerstörerisch, so könne sie sich diesen Sound momentan nicht mehr vorstellen. Auch die Anti-Haltung vergangener Tage habe sie abgelegt, die Musik entstehe einfach nach Gefühl und spiegele so auch viel mehr ihre Person wider.

 

Hunney Pimps neues Album „Chicago Baby“

Wer sich Hunney Pimps neuestes Projekt „Chicago Baby“ anhört, wird dennoch schnell merken, dass sich das Album nicht in eine Schublade stecken lässt. Als Konzeptalbum über die Ambivalenz einer Liebesbeziehung widerspricht es gegenwärtigen Trends, die von Single zu Single und der nächsten Platzierung in Playlists denken. Hunney Pimp selbst spricht über das Album als „Straßenkunstprojekt“.

Chicago Baby“ nimmt den Hörer mit auf eine Reise, in der die gleichnamige Protagonistin Chicago Baby sich auf einem drogeninduzierten Trip in einer kriminellen Liebesgeschichte verliert. Hunney Pimp selbst vergleicht den Verlauf des Albums mit der rosaroten Brille als Symbol für den Höhepunkt des Trips, für kitschiges Verliebtsein. Bis die Brille schließlich nach unten sinkt und immer mehr die düstere Schattenseite offenbart. Chicago Baby diene damit als eine überzeichnete Version von Hunney Pimp selbst, die in der Figur sowohl ihre kitschige Seite, als auch die Ganovin repräsentiert sieht.

„Bonnie & Clyde Geschichten im Real Life sind nie rosig.“

Auch der Sound ist breit gefächert. Irgendwo zwischen Trap, Reggae, 90er-Hip-Hop und Pop beschreiben Melonoid und Hunney Pimp die Einflüsse. Dass das Album mit eher einfachen Möglichkeiten in Melonoids Homestudio aufgenommen wurde, merkt man den Songs dabei nicht an. Über diese Beats rappt und singt Hunney Pimp in ihrer einzigartigen Mischung aus oberösterreichischem Dialekt und Wiener Mundart, die so manchen deutschen Hörer auf die Probe stellen könnte. Dessen ist sich auch Hunney Pimp bewusst, verstellen wolle sie sich für eine eventuell größere Reichweite trotzdem nicht.

Ausblick in die Zukunft

Und in Zukunft? Nochmal so lange warten lassen wolle sie uns nicht, verrät die Österreicherin. Auch soundtechnisch will sich Hunney Pimp wieder verändern, eine Rückbesinnung auf ihre Anfänge im Boom-Bap sei nicht augeschlossen. Zunächst einmal erscheint aber am 11. Oktober mit „Olles in Ollem“ das dritte Video zu der Geschichte von Chicago Baby, bevor Hunney Pimp am 25. Oktober schließlich das Album veröffentlicht. Wir bleiben gespannt.

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