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Hohe Fünf mit dem Pandair Open Air: „Es ist eine Bewegung.“

Wenn am 02. August um 14 Uhr das Pandair Open Air in Hamburg seine Pforten öffnet, soll das auch der Start einer Bewegung sein, die sich für Vielfalt in allen Bereichen einsetzt. Der Austragungsort dafür ist das Gelände von 45Hertz in der Schanze. Im Namen der Diversität stehen unter anderem Kojo Funds, Lil Lano, Malsha, Mortel, Moe Phoenix und Booz auf der Bühne. Wir haben die Veranstalter für ein Interview in Die Hohe Fünf eingeladen und sie unter anderem gefragt, was das Pandair von anderen Festivals abhebt und wie es um die Vielfalt im deutschen Rap steht.

Was bedeutet Pandair und was ist das Besondere am Open Air?

Pandair ist eine Philosophie. Es bedeutet Individualität, Kreativität, Inklusion, Akzeptanz. „Unity in Diversity“. Es ist nicht bloß ein Hip-Hop Open Air Festival, es ist eine Bewegung.  Wir wollen mit dieser Bewegung einen Raum schaffen, wo sich jeder willkommen fühlt. Egal welche Herkunft, welches Geschlecht, welche Weltanschauung, Religion oder andere Verschiedenheiten – wir wollen unsere Stimmen nutzen, um Schönheit zu erschaffen, Geschichten zu teilen, unsere Welt, unseren Horizont zu erweitern und das Licht zu sein, das anderen erlaubt, in dieser Gesellschaft klarer zu sehen. 

Das Besondere an Pandair ist, dass wir uns als Bewegung sehen und Entertainment mit Sozialem verbinden. Wir sind eines der wenigen Open Air Festivals, die sich eine ganz klare Message auf die Fahne schreiben. Des Weiteren ist das innovative gastronomische Konzept auch etwas, was uns besonders macht. Neben unseren General Admission Tickets kann man bei uns Lounges anmieten, in denen unsere Gäste die Show bei einer Shisha und erfrischenden Cocktails genießen können. Auch bieten wir vegane und vegetarische Köstlichkeiten an, aber natürlich auch was für die Fleischliebhaber – frisch zubereitet von lokalen, urbanen Restaurants aus Hamburg.

Wie sieht für euch ein gutes Festival aus?

Ein gutes Festival ist für uns die Mischung aus vielen verschiedenen Menschen, die sich an jenem Tag zusammen finden und sich wie eins fühlen, denn was uns alle miteinander vereint ist unsere universelle Sprache: Die Musik. Gutes Wetter, entspannte Leute, viel Spaß, good vibes. Die Menschen sollen persönliche Geschichten „schreiben“ und sich einfach wohlfühlen. 
Der Mix macht’s. Das ist auch unser Motto in der Panda Bar und im Café Panda, wo wir auch danach streben, Menschen zusammen zu bringen. Unabhängig von Herkunft, Kultur, Geschlecht, Religion oder anderen Verschiedenheiten. 

 

Wonach stellt ihr das Line Up zusammen?

Auch bei der Erstellung des Line-Ups fiel in unserem Team immer wieder der Begriff „Diversity“. Wir haben im Prozess immer einen Fokus darauf gelegt, dass wir verschiedene kulturelle Hintergründe und Gruppen – eben Vielfältigkeit – repräsentieren und ansprechen. Denn unser Ziel ist es ja eben, jene Gruppen aufzulösen und daraus eine Neuordnung als Gemeinschaft zu formen. Eine, die geprägt ist von Akzeptanz, Inklusion und Wertschätzung. 

Ihr schreibt euch Diversity groß auf die Fahne, was bedeutet sie für euch und wie sehr ihr Diversität im deutschen Rap?

Diversity bedeutet für uns die Anerkennung und Wertschätzung aller Menschen unabhängig ihrer sozialen, ethnischen Herkunft, ihrem Geschlecht, Alter oder sexuellen Orientierung, ihrer Religionszugehörigkeit oder Weltanschauung. Diversity stellt den positiven Gegenentwurf von Ausgrenzung und Diskriminierung dar. Jeder soll sich vollständig entfalten können, in jeglicher Form. Das Schönste was wir alle gemeinsam haben, ist dass wir alle verschieden sind. Das bedeutet natürlich, dass wir uns entschieden gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit stellen. Wir positionieren uns in einer Zeit, wo Parteien mit Rassismus und Menschenfeindlichkeit auf Stimmenjagd gehen. Wir wollen zeigen, dass Vielfalt die Gesellschaft und Kultur bereichert. 

Im Vergleich zu anderen Genres dient Hip-Hop als Sprachrohr für benachteiligte Randgruppen bestimmter Gesellschaften. In den USA wurde das besonders deutlich. Hip Hop als Kunstform befand sich seitdem schon immer im Spannungsverhältnis zwischen Emanzipation und Kritik. Im amerikanischen Hip-Hop ist der Prozess weiter fortgeschritten. Dort sind zum Beispiel die Aspekte der Genderfrage oder Homosexualität stärker thematisiert als im deutschen Hip-Hop. Aber wir sind uns sicher, dass auch diese Aspekte von Vielfalt in Zukunft mehr Beachtung finden werden. 

Wie sieht die Zukunft des Pandair aus?

Wir sehen uns als Erstes als Bewegung. Wir wollen alle Menschen einladen, Teil einer Wandlung zu sein. Wir wollen Entertainment und das Soziale miteinander verbinden, daher planen wir für die Zukunft schnell aber nachhaltig zu wachsen. Das bedeutet, dass wir für nächstes Jahr etwas noch Größeres planen. Wir holen uns nationale wie internationale Unterstützung von Künstlern und hoffen, dass wir auch politischen Support erhalten, um unsere Bewegung zu voran zu bringen. Wenn wir das schaffen, dann ist noch viel mehr möglich. 
Als Einzelne sind wir stark, aber mit einer wachsenden Community, einer starken Gruppe, in der jeder bei uns willkommen ist, werden wir nicht zu stoppen sein. Die Vision einer besseren und toleranteren Gesellschaft in Kombination damit, musikalisch etwas großartiges zu erschaffen wird uns zusammenhalten. Egal wo wir herkommen. Was wirklich wichtig ist, ist unsere Haltung, nicht unsere Herkunft.

Erzähl Digger, erzähl

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