Psaiko.Dino: „Ich habe Respekt vor einem „#hangster“-Nachfolger“

Erinnert ihr euch noch an „#hangster“?

Das Produzenten-Album von Psaiko.Dino, das die Symbiose aus Gangsta und Hipster verfolgte, liegt bereits sage und schreibe drei Jahre zurück. Anlässlich dieses Jubiläums haben wir mit Psaiko.Dino über seine heutige Sicht auf die Platte, über Mode im Deutschrap und einen potenziellen „#hangster“-Nachfolger gesprochen.

 

#hangster feiert seinen dritten Geburtstag. Wie blickst du inzwischen auf das Konzept des Albums zurück und wie hoch stehen die Chancen, einen stilistischen Nachfolger erwarten zu können?

Psaiko.Dino: Ich bin nach wie vor sehr sehr stolz darauf, was wir da damals auf die Beine gestellt haben. Wenn ich Videoaufnahmen anschaue, vor allem vom Finale der Releaseparty, bei der 3/4 Deutschrap auf der Bühne stand und jeder einen Part auf Haftis „Chabos wissen wer der Babo ist“ Song performte, kommt da schon noch Gänsehaut. So viele verschiedene, einzigartige Künstler auf einer Bühne.Das war schon Wahnsinn.
Wir hatten immer wieder Ideen, eine #hangster EP zu machen, vielleicht noch einen ganzen Nachfolger, oder einfach nur einzelne Songs, aber ich hatte die ganze Zeit Respekt davor, weil ich nicht nur einen Nachfolger, sondern etwas ebenbürtiges machen wollte und das finde ich bis heute sehr sehr schwierig, auch wenn es von der Zahl an neuen talentierten Rapper locker möglich wäre.

Lange Zeit war es Thema, dass Produzenten zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird und sie ständig im Schatten von Rappern stehen. Empfindest du das ähnlich und wie hat sich dieses Verhältnis in deinen Augen in den letzten Jahren entwickelt?

Psaiko.Dino: Dadurch, dass ich immer schon eher meine eigenen Sachen gemacht habe, war mir das immer so ein bisschen egal, beziehungsweise war ich da nie wirklich von betroffen. Unabhängig davon hat sich das auf jeden Fall stark verändert. Kein Youtube Video ohne das obligatorische „produced by“ oder kein Metro Boomin Beat ohne ganze Sätze als Widererkennungszeichen.

Als du auf dem Radar der deutschen Rapszene aufgetaucht bist, kannte man dich in erster Linie als den DJ von Cro. Hat dich diese Reduktion gestört und inwiefern hat sich diese Wahrnehmung deiner Person inzwischen geändert?

Psaiko.Dino: Nö, das hat mich nie gestört, warum auch? Wir wurden da beide mehr oder weniger reingeworfen und haben das jeder auf seine Weise durchgezogen. Ich finde das auch nicht peinlich oder schlecht. Ich steh da 100% dahinter.
Mir war aber immer bewusst, dass ich mich nicht nur auf das verlassen will, sondern habe immer links und rechts geschaut, was ich machen kann. Selber in Clubs auflegen, Buch geschrieben, eigene Sendung, eigenes Album, etc etc.
Ich merke auch, dass zum Beispiel in Clubs die Leute nich mehr dastehen und krampfhaft auf Cro Songs warten und sich das wünschen, sondern mich als eigenenständigen Künstler machen lassen und das auch abfeiern. Das war früher auf jeden Fall anders.

„#hangster“ sollte die Symbiose aus Gangster und Hipster darstellen. Heute sieht man extrem viele Gangstarapper, die mit modernem Sound experimentieren und dazu großen Wert auf Mode legen. Ist die deutsche Rapszene in deinen Augen mehr „#hangster“ geworden?

Psaiko.Dino: #hangster hat NATÜRLICH die komplette Szene verändert und neue musikalische Türen geöffnet. Für ALLE.
HAHA! Quatsch! Ich finde es super, dass soundmäßig mittlerweile nicht nur ein Bild herrscht, sondern auch viel experimentiert und auch untereinander zusammengearbeitet wird, so wie es ja auch in Amerika ist. Drake kann sowohl ein Album mit Future machen, aber auch den kitschigsten Pop. Keiner sagt da was, alle feiern das.

Wie sehen deine Pläne für 2017 aus? Was dürfen wir von dir erwarten?

Psaiko.Dino: Ich habe superviele Projekte und Songs rumfliegen, die ich bisher nicht veröffentliche konnte aus diversen Gründen.
Es wird definitv sehr viel mit meinem Kumpel und Savas‘ DJ SirJai kommen. Dann auf jeden Fall noch eine EP mit dem unfassbar talentierten LETS GO RADIO und natürlich Solo Sachen. Das wird musikalisch vor allem elektronischer und mehr auf die Fresse sein, aber auch rappige Sachen werden kommen.
Kanns nicht erwarten endlich wieder loszulegen. Während ich das hier schreibe, bekomme ich sehr große Lust einen #hangster Nachfolger anzufangen …

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