Hohe Fünf mit BSMG

Seit einem Jahr gibt es „Rap for Refugees“ – also insgesamt 50 Auftritte, 150 Workshops, über 100 ehrenamtliche Helfer und mehrere tausend Gäste bei den Veranstaltungen. Heute findet die Veranstaltung statt, um das zu feiern: „Rap for Refugees – Year One!“. Dafür tritt dafür das Trio BSMG (Megaloh, Musa und Ghanaian Stallion), Booz und die Gruppe Soma & Band im Knust in Hamburg auf. Für das Format Hohe Fünf hat Megaloh uns passend dazu  fünf Fragen zu dem Event und zu (fehlenden) politischen Statements in der Rapszene beantwortet. Übrigens gibt es noch Karten für die Veranstaltung. Heute ist auch die „Platz an der Sonne“ Features Edition erschienen, auf dem BSMG unter anderem von Samy Deluxe, Mortel und OG Keemo Unterstützung bekommen.  

In den letzten Jahren ist Rap (zumindest in den Playlists) immer inhaltsloser und damit auch unpolitischer geworden – wie steht ihr zu dieser Entwicklung? Wollen die Rap-Fans nur Gute-Laune-Musik hören?

Wahrscheinlich wollen die Leute einfach eine Alternative zur Realität. Mit all den großen und kleinen Krisen auf der Welt, die mittlerweile ja auch für Uninteressierte sehr präsent sind, hat sich der Glaube verändert. Die Kids heutzutage wachsen auf und denken, die Welt ist eh im Arsch und nicht mehr zu retten. Dann kann man ja nur noch versuchen sich zu betäuben um das alles zu verdrängen. Ich denke aber, dass wir an einem Punkt des Umbruchs sind. Es beginnen auch immer mehr junge Menschen sich zu positionieren, dass wird sich sicherlich auch auf die Musik auswirken.

Verändern Statements wie #wirsindmehr und #sagfuckzurassismus etwas, oder wünscht ihr euch noch mehr Haltung gegen Rechts aus der Szene?

Diese Statements zahlen sicherlich ein in eine mögliche Solidarisierung, aber es sind immer noch Wenige, die sich das trauen und nicht Angst haben ihre Fanbase durch solche Aussagen zu vergraulen. Als Musiker ist nichts garantiert, das ist kein fester Job der Sicherheit bietet und deshalb gibt es da natürlicherweise auch viel Opportunismus im Business. Es ist aber ein natürlicher Reifungsprozess, dass viele beginnen gesellschaftliche Zusammenhänge zu hinterfragen und bei Ungerechtigkeit nicht mehr wegsehen können und mit ihrer Haltung letztlich andere inspirieren und anstecken.

Habt ihr den Kontakt zu „Rap for Refugees“ aufgenommen oder war es andersrum? Wie verläuft die Zusammenarbeit?

Ehrlich gesagt weiss ich es nicht mehr, ich glaube wir wurden kontaktiert. Die Leute von „Rap for Refugees“ engagieren sich wirklich sehr und machen wichtige gesellschaftliche Arbeit, nämlich echte Integrationsarbeit. Das ist etwas, was der Staat beziehungsweise die Regierung bisher höchstens teilweise oder sehr oberflächlich gemacht hat. Man muss sich Zeit nehmen für den einzelnen Menschen, für ein gegenseitiges Kennenlernen. Das war schon immer so und wird sich nicht ändern. Die größte Integrationsarbeit passiert abseits der Kameras im zwischenmenschlichen Bereich und nicht medienwirksam. Danke an „Rap for Refugees“ für ihren unermüdlichen Einsatz!

Was erwartet ihr von dem Event „Rap for Refugees – Year One!“? Hat sich im letzten Jahr durch Rap for Refugees etwas verändert?

Das können wir schwer beurteilen was sich verändert hat, es sind wahrscheinlich schleichende Prozesse. Aber Events wie dieser sind einfach nötig um die Gemeinschaft zu stärken und neue Kraft und Motivation zu tanken und sowohl Helfer als auch Betroffene daran zu erinnern, dass sie nicht alleine sind und das wir es nur gemeinsam schaffen können.

Was wollt ihr mit dem Konzert und der Zusammenarbeit mit „Rap for Refugees“ konkret erreichen? Habt ihr euch selber Ziele gesetzt?

Wir wurden in unsere Aufgabe gehoben, das haben wir uns nicht ausgesucht. Mit der Vernetzung kommt die Verantwortung und da wir Sprachrohr für viele sind, können wir nur versuchen unserer Verantwortung gerecht zu werden. Wir sind hier um zu inspirieren. Am Ende des Tages zahlt jeder Einzelne ins Kollektiv ein, so ist es nun einmal. Es gibt kein Enthalten.

 

Hier könnt ihr die Feature Edition von „Platz an der Sonne“ streamen.

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1 Comment

  1. Chavez Montana

    18. Dezember 2018 at 2:20

    This Album is great. I love the sound, I hope they keep up the good work !

    – Chavez Montana

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