Christian Hundertmark: „Die Künstler sind meiner Meinung nach auch bisher nicht in dieser Art zu Wort gekommen.“

aor4_cover_750_web

Mit „The Art of Rebellion 4 – Masterpieces of Urban Art“ ist Anfang des Monats der mittlerweile vierte Band der Street Art-Bestseller-Reihe erschienen. Christian Hundertmark a.k.a. C100 hat bereits 2003 das Projekt ins Leben gerufen, das damals das noch junge Street Art-Phänomen näher beleuchten sollte. Nun geht es in eine weitere Runde, über die wir mit dem Münchener Künstler und Kopf der „The Art of Rebellion“-Reihe gesprochen haben. 

Die Hohe fünf mit Christian Hundertmark

Wie kam es dazu, dass aus „The Art of Rebellion“ eine ganze Reihe wurde?


„Das war eigentlich nie geplant, aber nachdem sich Street Art in den Jahren seit dem ersten Buch (2003) sehr verändert hat und mittlerweile in den Museen angekommen ist, war es mir ein Anliegen dies auch zu dokumentieren.“

Inwiefern unterscheidet sich der aktuelle vierte Teil von der Buchreihe, oder wie ergänzt er diese?

Er unterscheidet sich so, dass er zum einen natürlich den aktuellen status Quo der Sreet Art Bewegung präsentiert aber, und das ist der große Unterschied zu anderen Büchern in diesem Genre, ich jeden einzelnen Künstler nach seinem ihm persönlich wichtigsten eigenen Werk angefragt habe.

„Die gezeigten Arbeiten setzen deshalb auch voraus, dass man sich mit der Kunst des jeweiligen Künstlers befasst. Erst dann machen manche Bilder erst wirklich Sinn und man versteht den Künstler warum er gerade diese Arbeit ausgewählt hat.“

Zur Erleichterung steht aber zu jedem Bild ein Text, den die Künstler mitgeschickt haben.

aor4_hottea_1200_web

Fotocredit: Hottea in „The Art of Rebellion 4“

Unter welchen Kriterien wurden die Künstlerinnen und Künstler ausgesucht, die in  dem Buch präsentiert werden?

Ich habe sowohl nach dem eigenen Geschmack ausgewählt aber auch nach dem Kriterium, wo ich mir die interessantesten Beiträge vorstellen konnte. Und diese Herangehensweise hat sich als die richtige herausgestellt, da das Result mich zu 100 Prozent zufrieden gestellt hat und hoffentlich auch den Rest der Welt.

Wieso liegt der Fokus des Buches nur auf den rein subjektiven Perspektiven der Artists?

Um das Buch aus der Masse an Büchern, die es mittlerweile über Street Art gibt, hervorzuheben hat diese Herangehensweise für mich total Sinn gemacht. Außerdem wollte ich auch im Unterschied zu den anderen Büchern nur ein großes Foto der Arbeit zeigen, statt mehrere kleine.  Dies wirkt um einiges besser.

„Die Künstler sind meiner Meinung auch bisher nicht in dieser Art zu Wort gekommen.“

aor4_tapsmoses_1200_web
Fotocredit: Tapsmoses in „The Art of Rebellion 4“

Welches deiner Werke hättest du in „The Art of Rebellion 4“ vorgestellt?

Ich habe zwei Arbeiten gezeigt, zwei deshalb weil das eine Teil einer gemeinsamen Aktion war und das andere eher meine Arbeit auf Leinwand repräsentiert, sie als total unterschiedlich sind:
1. Der MaSat Advertising Take Over in Madrid, als in der Innenstadt von Madrid in den frühen Morgenstunden 100 City-Light Werbungen gegen weiße Poster mit schwarzen Slogans getauscht wurden.

Hier gab es ein Poster von mir mit dem Spruch „Cash Rules (durchgestrichen) Ruins Everything Around Me“ (ein Wortspiel zum Classic C.R.E.A.M von Wutang Clan, das im Nachhinein vom Wu Tang Blog kommerziell „missbraucht“ wurde, indem sie es als Banksy neuestes Werk vorstellen und dadurch massig Siebdrucke verkaufen wollten. Leider ist ihnen das Netz auf die Schliche gekommen.
2. Das andere ist ein persönliches Artwork das meine künstlerische Arbeit seitdem ich 1989 mit Graffiti angefangen habe, abrundet und das erste Werk einer neuen Stilrichtung für mich war.

„The Art of Rebellion 4: Masterpieces of Urban Art“ ist hier erhältlich.

 

The following two tabs change content below.
Meine Mehr- oder Wenigkeit heißt Anna. Ich bin hier, um straight aus dem Gangstarap-Richterstuhl mein Urteil fällen zu können.
Razer

Erzähl Digger, erzähl

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.